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Meilensteine der Elektronik "Es ist leichter, Nummer 1 zu werden, als Nummer 1 zu bleiben"

| Redakteur: Margit Kuther

EBV Elektronik ist der führende Halbleiterspezialist in der Region EMEA. Bernd Pfeil, VP Sales & Marketing Central Europe spricht im ELEKTRONIKPRAXIS-Interview über Erfolgsstrategien, Trends und Zukunft.

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EBV Elektronik: Hauptziel des Distributors ist, von den Kunden weiterhin als Preferred Partner gesehen zu werden.
EBV Elektronik: Hauptziel des Distributors ist, von den Kunden weiterhin als Preferred Partner gesehen zu werden.
(Bild: Bild: EBV)

Auf EBV Elektronik entfallen 24% des Halbleiterumsatzes in EMEA und 30% des Umsatzes in Zentraleuropa (Deutschland, Österreich, Schweiz und die Niederlande). Schwerpunkt des Halbleitermarktes ist Automotive. Produktqualität und direkte Kundenbetreuung sind Pfeiler des Erfolgs von EBV.

ELEKTRONIKPRAXIS: Bereits 1969, zur Gründung der EBV, galt das Motto: „Qualität ist wichtiger als Quantität“. Welche Stärken zeichnen EBV heute besonders aus?

EBV: Ja, unser Erfolg beruht u.a. darauf, dass wir schon immer auf Qualität und direkte Kundenbetreuung mit technischem Außendienst setzten. Wir sehen uns damals wie heute als Anwenderberater unserer Kunden. Dabei liegt unser Augenmerk nicht auf webbasierenden Geschäften.

Einen Mikrocontroller anhand bestimmter Daten zu finden, ist leicht. Doch schwieriger wird es, wenn der Mikrocontroller in einer Applikation fest definierte Eigenschaften erfüllen muss. Unsere Stärke ist der beratungsintensive Vertrieb.

Gleichzeitig blicken wir über den Tellerrand: Unsere Kernregion ist zwar EMEA, doch wir haben stets die globalen Märkte im Blick, um unseren Kunden bestmöglich unterstützen zu können. Denn diese bewegen sich aus EMEA hinaus. Sie entwickeln nicht mehr nur in Deutschland, sondern etwa auch in Asien und zwar nicht nur für den asiatischen Markt, sondern auch für Europa. Und die Produktion findet nicht zwingend in Asien statt, sondern beispielsweise auch in Deutschland.

Unsere Kunden sind nicht nur mit Entwicklung und Fertigung in Asien, sondern auch mit Sales und Marketing. Für EBV heißt das, dass wir etwa den chinesischen Markt nicht nur von EMEA aus beobachten, sondern auch direkt vor Ort unterwegs sind. Unsere Kunden wollen global einkaufen, globale Logistikabkommen und Qualitätssicherungsverträge.

Obgleich unser Kerngeschäft die Region EMEA ist, können wir auch unsere global agierenden Kunden bestens betreuen und zwar über die Avnet-Gruppe.

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Wer zählt zu Ihren Kunden?

Unsere Kunden kommen vornehmlich aus dem Mittelstand. Es sind vielfach eigentümergeführte kleinere und mittlere Unternehmen (KMU), die in der Region verwurzelt aber weltweit erfolgreich sind. Dazu zählt etwa ein namhafter Hersteller von Haushaltsgeräten. Highlight des Familienunternehmens ist seine Küchenmaschine.

Unsere Kunden und wir haben gemeinsame Ziele: Langfristigkeit, Stabilität in der Vertriebs- und Applikationsstruktur und Kontakte auf allen Hierarchieebenen. Mit diesen Kunden aus dem Mittelstand wollen und werden wir profitabel wachsen.

Ergänzendes zum Thema
EBV-Technologie- und Strategie-Meilensteine

2009: EBV feiert 40-jähriges Jubiläum; Gründung der Vertikalen Segmente

2010: Launch von EBVchips, der Distributor entwickelt mit und für seine Kunden eigene Halbleiter

2012: Launch des EBVLightLab, über das Kunden in EMEA Zugang zu einem pro- fessionellen Lichtlabor erhalten

2013: Launch des TQ Magazins zum Thema Internet of Things

2014: Kooperation mit Fraunhofer-Institut IBMT: Labor der Zukunft e.V.

2015: Launch von EBV IoT - Smart, Secure, Connected - Everywhere / europaweite IoT - Industrie 4.0 Initiative

Welche Technologien werden von den Kunden derzeit am meisten nachgefragt?

Das Hauptaugenmerk liegt auf Automotive, aber auch auf Industrieautomatisierung und das Internet of Things (IoT). Doch die Anforderungen im Detail sind so verschieden wie unsere Kunden: Mikrocontroller mit hoher Rechenleistung und/oder hoher Integration, Speicher auf dem Chip, geringe Stromaufnahme, DA/AD-Wandler, Sensorik, EMV-Verhalten ... .

So komplex wie die Anforderungen sind auch die Marktsegmente. Werfen wir beispielsweise einen Blick ins Automobil. Es steckt voller Sensoren und Kommunikationstechnologien. Ist das jetzt Automotive, Consumer, Healthcare, Wireless? Die Segmente fließen ineinander. Auf diese Entwicklung reagieren wir, indem unsere Mitarbeiter der einzelnen vertikalen Segmente sich intensiv austauschen und bei Bedarf gemeinsam zum Kunden gehen.

Ein Erfolg von EBV liegt jedoch darin, Technologien nicht erst aufzugreifen, wenn der Kunde sie nachfragt. Es gilt, Trends frühzeitig zu erkennen und Knowhow so zeitig aufzubauen, dass dieses vorhanden ist, wenn der Kunde danach fragt.

So stieg EBV vor rund zehn Jahren als einer der ersten in das Trendsegment Automotive ein. Keiner wusste, ob Automotive vom Markt angenommen wird. Doch wir lagen richtig und es hat sich für EBV und unsere Kunden ausbezahlt.

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