Made in Space Erster Weltraum-3-D-Drucker unterwegs zur ISS

Autor: Peter Koller

Mit rund 2,3 Tonnen Ladung ist gestern eine Dragon-Versorgungsrakete zur Raumstation ISS gestartet. Mit an Bord: Der erste weltraumtaugliche 3-D-Drucker.

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Auf die besonderen Verhältnisse in der Schwerelosigkeit angepasst: 3-D-Drucker für die Raumstation ISS
Auf die besonderen Verhältnisse in der Schwerelosigkeit angepasst: 3-D-Drucker für die Raumstation ISS
(Made in Space)

Mit dem für den Weltraum zertifizierten 3-D-Drucker des Herstellers Made in Space will die NASA testen, inwieweit sich die generative Fertigung dazu eignet, bei Weltraummissionen Werkzeuge und Ersatzteile zu erzeugen. Der Zero-G-Printer von Made in Space hat in etwa die Größe eines Mikrowellen-Ofens und kann aus digitalen 3-D-Modellen mit extrudiertem ABS-Kunststoff Objekte bis zu einer Größe von 5x10x5 Zentimetern erzeugen.

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Der Filament-Durchmesser beträgt 1,75 Millimeter die Auflösung der einzelnen Schichten wird mit 0,25 Millimetern angegeben. Um die Tauglichkeit des Druckers in Schwerelosigkeit zu erproben, wurden von der NASA damit bereits Tests in simulierter Schwerelosigkeit bei sogenannten Parabel-Flügen durchgeführt.

Bis zur Ankunft des Druckers auf der ISS dauert es noch ein bisschen. Erst morgen wird der deutsche Flugingenieur der ISS Expedition 41, Alexander Gerst, die Kapsel mit der Fracht mittels eines Roboterarms an die ISS andocken.

Einmal installiert, ist der Drucker so konzipiert, dass er zur Entlastung der ISS-Crew komplett von einer Bodenstation aus gesteuert werden kann. Niki Werkheiser, NASAs 3-D print project manager: "Das bedeutet, wir können ein benötigtes Teil auf der Erde konstruieren, das 3-D-Modell zur ISS schicken und dort ausdrucken – und das alles innerhalb von einer Stunde oder zwei."

Es ist ein kleiner Anfang für eine Technologie, in die bei der Raumfahrt der Zukunft große Erwartungen gesetzt werden. Die Hoffnung ist, das bei künftigen bemannten Missionen durch die Kombination von 3-D-Printing und Robotern ganze Behausungen auf fremden Planeten mit dort vorhandenen Materialien erstellt werden könnten. NASA-Chef Charles Bolden: "Wir wagen uns immer weiter ins All vor, und dazu brauchen wir neuartige Technologien, um Gewicht und Volumen der mitgeführten Fracht reduzieren zu können."

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