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Raumfahrttechnik Erster Satellit mit reinem Ionen-Triebwerk nimmt Betrieb auf

| Autor: Sebastian Gerstl

Bereits im März diesen Jahres wurde Boeings erster rein mit elektrischem Antrieb ausgestatteter Satellit ins All befördert. Nun hat das Unternehmen vermeldet, dass der ABS-3A 702SP seinen Betrieb aufgenommen hat. Der Satellit soll Kommunikationsnetze in Europa, Afrika, dem Mittleren Osten sowie in Nord- und Südamerika bedienen.

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Künstlerische Darstellung des ABS-3A-Satelliten im Orbit: Der erste Satellit mit rein elektrischen Antrieb soll Kommunkationsnetze in Europa, Afrika, dem Mittleren Osten sowie Nord- und Südamerika bedienen.
Künstlerische Darstellung des ABS-3A-Satelliten im Orbit: Der erste Satellit mit rein elektrischen Antrieb soll Kommunkationsnetze in Europa, Afrika, dem Mittleren Osten sowie Nord- und Südamerika bedienen.
(Bild: Boeing)

Bei dem ABS-3A 720SP (sp für„small platform“) handelt es sich um den ersten mit elektrischem Antrieb ausgestatteten Satelliten, der gebaut und ins All befördert wurde. Er besitzt ein vollelektrisches, mit vier Düsen ausgestattetes Ionen-Triebwerk, genannt Xenon Ion Propulsion System (XIPS). Damit unterscheidet er sich von herkömmlichen Satellitensystemen, die für gewöhnlich über eine hybride Kombination aus chemischen und elektrischen Antrieben verfügen.

Ionentriebwerke arbeiten ähnlich wie chemische Antriebe nach dem Rückstoßprinzip: Durch den Ausstoß eines Ionenstrahls wird für die nötige Schubkraft in die entgegengesetzte Richtung gesorgt. Allerdings galt die Schubkraft von Ionentriebwerken bislang als zu gering, so dass die meisten künstlichen Himmelskörper mindestens noch über einen zusätzlichen chemischen Antrieb verfügten. Der ABS-3A arbeitet erstmals rein elektrisch.

Boeing verwendet als Treibstoff für sein Ionentriebwerk das träge Element Xenon. Der ABS-3A besitzt 4 Antriebsdüsen, die jährlich nicht mehr als 5 Kg des gewählten Treibstoff benötigen. Laut Boeing arbeite er damit bis zu zehnmal effizienter als mit Flüssigbrennstoff betriebene Satelliten. Der mitgeführte Vorrat soll ausreichen, um den Satelliten über die kommenden 15 Jahre mit Antriebsenergie zu versorgen. Zudem sei das Ionentriebwerk leichter als herkömmliche chemische Antriebe, was auch die Beförderung ins All vereinfacht.

Nach der Inbetriebnahme des ABS-3A arbeitet Boeing derzeit an einem zweiten Satelliten der 720SP-Reihe. Der ABS-2A soll Anfang 2016 ins All befördert werden.

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 Sebastian Gerstl

Sebastian Gerstl

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS