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Trends der Displayindustrie: Mehr als 90 Teilnehmer beim virtuellen Displayforum

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Im Juni trafen sich die Mitglieder des DFF zur ersten virtuellen Konferenz. Über 90 Teilnehmer diskutierten unter anderem über Displays im Fahrzeug und berührungslose Nutzeroberflächen. Aber auch über QD-LEDs aus dem Tintenstrahldrucker.

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Der Vorstand des Deutschen Flachdisplayforums (DFF): Auf den Konferenzen des DFF tauschen sich die Mitglieder über die verschiedensten Themen rund um die Display-Technik aus.
Der Vorstand des Deutschen Flachdisplayforums (DFF): Auf den Konferenzen des DFF tauschen sich die Mitglieder über die verschiedensten Themen rund um die Display-Technik aus.
(Bild: DFF)

In regelmäßigen Abständen treffen sich die Mitglieder des Displayforums DFF, um sich untereinander auszutauschen. Das letzte Treffen im Juni war für die Display-Experten ein Novum: die erste virtuelle Konferenz stand an. Gastgeber war das Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt. Die Konferenz wurde in zwei gleichen Sitzungen vormittags mit Fokus auf Teilnehmer aus der europäischen Zeitzone und nachmittags mit Fokus auf die nordamerikanischen Zeitzonen durchgeführt. Trotz der neuartigen Form für den DFF lief die Online-Konferenz reibungslos ab und fand auf Grund der gelungenen Symbiose aus Inhalten und Zeitplan ein positives Echo von allen Teilnehmern.

Als Gastgeber der Online Konferenz erläuterte Achim Götz von Merck KGaA die Trends und Entwicklungen in der Displayindustrie und seine Kollegin Frau Dr. Anna Hayer ergänzte den Beitrag durch ihre Präsentation über die aktuellen OLED-Technologien.

Working Group OLED – Displays im Automobil

Donald Schaffer, Head of Automotive Business Unit Europe Dexerials Europe B.V., zeigte den Status und die Ergebnisse der im Oktober 2019 gegründeten OLED-Arbeitsgruppe. In der Gruppe sind Experten der OLED-Branche, Materiallieferanten, Produzenten von Test-Equipment und Lieferanten von LCD-Komponenten. Ziel der Gruppe ist die Sammlung aller OLED-relevanten Themen und das Erstellen einer OLED-Referenz-Spezifikation für Displays in Automobilanwendungen.

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang P. Weinhold, CEO von ISPA (Institut für Oberflächen- und Produktanalyse) und Innowep, stellte die Ergebnisse der Durability Plus Working Group vor. Hier arbeiten Display-Experten, Material- und Systemlieferanten sowie Display-Integratoren eng zusammen. Es ist eine offene Community, in der sich zu Themen wie Haltbarkeit, Verschmutzung, Fingerabdruck, Reinigungsfähigkeit und Haptik ausgetauscht wird. Auch in dieser Gruppe werden alle relevanten Themen wie mechanische, optische, chemische, taktile und menschlich-physiologische Parameter für Test und Analyse gesammelt, um auf dieser Basis eine Haltbarkeits- und Produktspezifikation zu erstellen.

Working Group System Integration

Ziel der Arbeitsgruppe Systemintegration unter der Leitung von Dr. Ulrich Rütten, Geschäftsführer DFF, ist die Definition von Integration und Interaktion der verschiedenen Display-Komponenten in unterschiedlichen Anwendungsbereichen wie Automotive, Industrie, POI/POS oder Hausautomation. Es werden nach der Best-Practice-Methode Erfahrungen gesammelt und zusammengefasst. Basierend auf der OEM-Spezifikation fügt die Arbeitsgruppe die zu definierenden Beschreibungen hinzu. Nächste Aktionen sind die Erstellung eines Zeitplanes und die Festlegung der organisatorischen Struktur.

Dr. Ingo Rotscholl von TechnoTeam-Bildverarbeitung berichtete über die Reproduzierbarkeit des Sparkle-Effektes bei Displays für Spezifikation im Automobil-Umfeld, die in enger Zusammenarbeit mit Volkswagen und Elektrobit Automotive vorangetrieben wird. Im Allgemeinen verbessern sogenannte Anti Glare Layer (AGL) den Kontrast und die Lesbarkeit von Displays bei direkter Beleuchtungsumgebung wie bei direkter Sonne. Die Blendschutzschicht kann aber das Bild verwischen (Pixelübersprechen) und es kann zu einem Funkeln, dem sogenannten Sparkle-Effekt kommen. Das Ziel ist eine Messspezifikation, um diesen Effekt einheitlich messbar darzustellen.

Berührungslose Benutzeroberflächen

Dr. Gaute Myklebust von der Firma TouchNetix Ltd. stellte aktuelle Entwicklungen bei den kapazitiven Touch-UI-Chips vor. Touchnetix konzentriert sich stark auf Automobil und Industrie. An berührungslosen Benutzeroberflächen hatten ursprünglich Lebensmittelketten bei der Bestellung von Lebensmitteln Interesse. Bei Proben von Touchscreens in verschiedenen Schnellimbiss-Restaurants wurden coliformen Bakterien, wie sie im Darm von Menschen sowie im Boden und auf Pflanzen vorkommen, gefunden. Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, dass berührungslose Benutzeroberflächen in öffentlichen Räumen mehr denn je erforderlich sind. Dadurch werden Touchless-User-Schnittstellen immer wichtiger.

Neues Mitglied im DFF

Ercan Sayilir stellte das DFF-Mitglied DMB Technics vor. Die Firma bietet Industrie TFTs, Passives LCDs, Touch-Panels, LED-Anzeigen sowie OLEDs und Embedded Solutions. 90% der Projekte sind kundenspezifisch mit einer Laufzeit von fünf Jahren und länger. 60 Prozent des Business findet bei den TFTs statt. Märkte sind Industrie, Messung- und Bau- sowie Medizintechnik, Automobil, Kommunikation und Haushaltsgeräte.

QD-LEDs mit dem Tintenstrahldruck

Dr. Armin Wedel vom Fraunhofer Institut für angewandte Polymerforschung stellte den Fertigungsprozess von QD-LEDs mit Tintenstrahldrucker vor. QD-LEDs stellen eine Weiterentwicklung der bekannten OLEDs dar. Die Herstellung im herkömmlichen Multilayer-Processing-Verfahren bieten sowohl gute Leistungsmerkmale als auch eine zufrieden stellende Lebenszeit. Nachteile sind dabei allerdings die sehr hohen Investitionskosten bei einer geringen Materialausbeute. Dagegen bietet die Herstellung von OLEDs im Druckverfahren eine gute Leistung und Lebensdauer bei einem geringen Investitionsbedarf und einer hohen Materialausbeute.

Dr.-Kai-Keller von Notion Systems referierte abschließend über das Thema „Bewältigung der Herausforderungen in der additiven Fertigung von Displays“. Die Firma Notion Systems bietet industrielle Inkjet-Plattformen für die additive Fertigung und das Aufbringen von Funktionsschichten an. Typische Anwendungen sind in der Leiterplatten-, Display-, 3D- und Halbleiterindustrie. Mit „no.mura“ stellt Notion Systems eine Technologie zur Verfügung, die in der additiven Fertigung sowohl von starren als auch flexiblen Anzeigen Abweichungen und Fehler in den endgültigen Druckergebnissen reduziert.

Lesetipp: Zusammenfassung des letzten DFF-Mitgliedertreffen

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