Erste Feldtests für neuen Kommunikations-Standard „Hermes“

Redakteur: Dr. Anna-Lena Gutberlet

Bis zur Fachmesse productronica will Viscom erste Feldtest mit dem neuen Protokoll „The Hermes Standard“ für die Kommunikation zwischen allen Maschinen einer SMT-Bestücklinie durchführen. Hermes soll künftig den SMEMA-Standard ersetzen.

Das Logo von „The Hermes Standard“: Mit dem auf TCP/IP und XML basierenden Protokoll soll es erstmals möglich sein, Leiterplatten lückenlos nachvollziehbar und ohne Datenverlust durch alle Stationen einer SMT-Linie weiterzureichen.
Das Logo von „The Hermes Standard“: Mit dem auf TCP/IP und XML basierenden Protokoll soll es erstmals möglich sein, Leiterplatten lückenlos nachvollziehbar und ohne Datenverlust durch alle Stationen einer SMT-Linie weiterzureichen.
(Bild: The Hermes Standard)

17 führende Ausrüster für die SMT-Elektronik­fertigung haben unter der Bezeichnung „The Hermes Standard for vendor independent machine-to-machine communication in SMT Assembly“ einen herstellerunabhängigen Standard für die Kommunikation zwischen allen Maschinen einer SMT-Bestücklinie auf den Weg gebracht. Mit dem auf TCP/IP und XML basierenden Protokoll soll es erstmals möglich sein, Leiterplatten lückenlos nachvollziehbar und ohne Datenverlust durch alle Stationen einer SMT-Linie weiterzureichen.

Für Elektronikfertiger verspricht der neue, offene Datenstandard eine deutliche Reduktion von Kosten- und Zeitaufwänden bei Aufbau und Integration von SMT-Linien und eine verbesserte Transparenz über ihre Fertigungsprozesse. The Hermes Standard kann damit zu einem wesentlichen Baustein bei Aufbau und Einrichtung der Smart-SMT-Factory werden.

Die Initiative zur Entwicklung einer neuen Kommunikations­schnittstelle zielt auf einen Ersatz für den technologisch veralteten SMEMA-Standard und hatte im vergangenen Jahr überwältigenden Zuspruch durch die Mehrheit der international führenden SMT-Equipment-Hersteller gefunden.

„The Hermes Standard“ wurde im März v auf den Weg gebracht. Inzwischen ist die Website der Initiative online gegangen, wo man die Version 1.0 der Spezifikation kostenfrei herunterladen kann. Das Protokoll sei ausbaubar. Die einzelnen Maschinen werden die Daten für ihre Aufgaben nutzen, ohne dass jeweils eine erneute zentrale Abfrage erfolgen muss. Für die intelligente Verknüpfung bedarf es keiner Sonderlösungen. Man brauche nur Ethernet-Ports und die entsprechenden Standardkabel.

Ein wichtiger Pluspunkt bei der Umsetzung: Es sei nicht erforderlich, sofort in einem einzigen Schritt die ganze Fertigungslinie auf die neue Spezifikation umzurüsten. Stattdessen sei möglich, nur Teilsegmente der Elektronikfertigungslinie mit dem neuen Standard auszustatten. Zudem ließe sich das Protokoll komplett parallel fahren.

Um aussagekräftige praktische Erfahrungen mit den neuen Standard zu sammeln und die Praxistauglichkeit sicherzustellen, will Viscom, Spezialist für automatische optische Inspektionssysteme (AOI) und Röntgeninspektionssysteme (AXI, MXI), Fertigungslinien bei interessierten Kunden ausstatten.

„Hier kommt es natürlich nicht nur auf die Inspektionssysteme von Viscom an, sondern auch auf die Handling-Komponenten rechts und links davon. Die müssen diese Spezifikation ebenfalls verstehen“, erklärt Detlef Beer, Leiter Produktentwicklung bei Viscom. Erste Gespräche dazu laufen bereits. Weitere interessierte Kunden sind willkommen.

Initiiert wurde der Standard von ASM SMT Solutions. Mit im Gremium vertreten sind bisher außerdem Cyberoptics, Ersa, Kic, Koh Young, Mirtec, Mycronic, Nutek, Omron, Parmi, Rehm, Saki, SMT, Viscon, Yamaha und YJ Link.

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