Wegen Halbleitermangel Erneut Kurzarbeit bei VW in Emden

Autor / Redakteur: dpa / Michael Eckstein

Wegen fehlender Elektronikbauteile wird es erneut Kurzarbeit im Emdener VW-Werk geben. Am Stammwerk in Wolfsburg sollen zudem Frühschichten bei der Golfproduktion ausfallen. Ein Ende der Auto-IC-Knappheit ist vorerst nicht in Sicht.

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Nachhaltig: Der anhaltende Chipmangel zwingt VW dazu, die Produktion zu drosseln und Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken.
Nachhaltig: Der anhaltende Chipmangel zwingt VW dazu, die Produktion zu drosseln und Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken.
(Bild: Volkswagen)

Wegen fehlender elektronischer Bauteile steht Beschäftigten im Emder Volkswagen-Werk erneut Kurzarbeit bevor. Diese sei vorsorglich für den Monat April angemeldet worden, teilte eine Sprecherin am Standort in Emden am Donnerstag mit. Voraussichtlich seien nicht alle Fertigungsbereiche betroffen. Wie viele Beschäftigte in Kurzarbeit müssen, sei noch unklar. Auch ab wann und wie lange die Bänder stillstehen sollen, war zunächst nicht bekannt.

Auch am Stammsitz in Wolfsburg führt der Halbleiter-Mangel erneut zu Einschränkungen. Dort soll in der Woche vom 26. bis 30. April eine Frühschicht in der Golf-Fertigung ausfallen, wie Volkswagen mitteilte. Im Osnabrücker Werk war zunächst keine Kurzarbeit geplant.

Hausgemachte Probleme

Probleme beim Nachschub der Bauteile hatten zuletzt bei VW und anderen Autobauern weltweit immer wieder zu Einschränkungen in der Produktion geführt. In Emden gab es bereits im Januar zwei Wochen Kurzarbeit.

Die Halbleiter-Bauteile stecken in zahlreichen Elektroniksystemen. Der aktuelle akute Chipmangel in der Autoindustrie ist zum großen Teil hausgemacht. Die Nachfrage aus der Autoindustrie war jahrelang gestiegen, brach dann aber in der Corona-Krise zunächst ein.

Da die Autobauer nicht mit einer raschen Erholung der Märkte gerechnet haben, haben viele ihre Bestellungen bei den Chipproduzenten reduziert oder storniert. Diese fanden neue Abnehmer – etwa aus der IT, Unterhaltungselektronik oder Medizintechnik – und sind weitgehend ausgelastet, so dass sie die dringend benötigten Auto-ICs derzeit nicht in ausreichender Menge liefern können.

Volkswagen teilte mit, dass eine konzerninterne Taskforce daran arbeite, die Auswirkungen des weltweiten Halbleiter-Engpasses zu minimieren. Dennoch seien weitere Produktionsanpassungen nicht auszuschließen. „Aktuell gehen wir davon aus, dass in den kommenden Monaten die Versorgung mit Chips angespannt bleiben wird“, teilte ein Sprecher der Wolfsburger Konzernzentrale mit. Es werde täglich geprüft und über mögliche Anpassungen daher kurzfristig entschieden.

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