Forschungsprojekt eRamp will die europäische Elektronikindustrie stärken

Redakteur: Franz Graser

Das drei Jahre laufende Projekt eRamp hat zum Ziel, Deutschland und Europa als Kompetenzstandorte für die Herstellung von Leistungselektronik zu stärken. 26 Forschungspartner aus sechs Ländern arbeiten unter anderem an verbesserten Fertigungstechniken.

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Elektronikfertigung in Deutschland – wie hier bei Fujitsu in Augsburg – kann durchaus erfolgreich sein. Zum Einsatz kommen hier Bestückautomaten von SIPLACE.
Elektronikfertigung in Deutschland – wie hier bei Fujitsu in Augsburg – kann durchaus erfolgreich sein. Zum Einsatz kommen hier Bestückautomaten von SIPLACE.
(Bild: ASM Assembly Systems)

Der Startschuss für eRamp, eines der bedeutendsten europäischen Forschungsprojekte zum Thema Energieeffizienz, ist heute bei Infineon Technologies in Dresden gefallen. Als Weltmarktführer für Leistungshalbleiter leitet Infineon das 55-Millionen-Euro-Projekt.

An der zweitägigen Kick-Off-Veranstaltung zu eRamp, die heute und morgen stattfindet, nehmen die Projektpartner sowie Vertreterinnen und Vertreter der Fördergeber und der Politik teil. Dr. Reinhard Ploss, der Vorstandsvorsitzende von Infineon Technologies, trifft sich zum Auftakt der Veranstaltung unter anderem mit Sabine von Schorlemer, der Sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, mit Prof. Wolf-Dieter Lukas, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als dem größten nationalen Fördergeber, sowie mit Dr. Andreas Wild, dem geschäftsführenden Direktor des europäischen Fördergebers ENIAC Joint Undertaking.

„Die Forschungsergebnisse von eRamp werden dazu beitragen, elektrische Energie noch effizienter zu nutzen“, sagt Dr. Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG. „Europa und Deutschland differenzieren sich über Wissen und Kompetenz. Die eRamp-Projektpartner haben die gesamte Wertschöpfungskette der Leistungselektronik von der Erzeugung, der Übertragung bis zum Verbrauch elektrischer Energie im Blick. So erarbeiten wir zusammen neues Wissen und damit neue Produkte, die Europa wirtschaftlich und ökologisch voranbringen.“

Prof. Wolf-Dieter Lukas, Abteilungsleiter im BMBF, sagt: „Leistungselektronik ist eine Schlüsseltechnologie, die mitentscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit wesentlicher Industriebranchen in Deutschland und Europa. Das kohärente Vorgehen von Europäischer Kommission und Bundesregierung bei der Förderung von eRamp zeigt die Vorteile gemeinsamen Handelns in Europa.“

„Das Projekt eRamp unter der Federführung von Infineon Technologies Dresden bringt die Europäische Industrie bei Bauelementen für die Leistungselektronik an die Spitze der Innovation, mit erheblicher Auswirkung auf wichtige Gebiete der Industrie und des täglichen Lebens, wie Energieeffizienz, Elektromobilität, Medizin und viele andere“, fasst Dr. Andreas Wild, geschäftsführender Direktor der ENIAC Joint Undertaking, das Vorhaben zusammen.

Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten stehen die schnellere Einführung neuer Fertigungstechniken und die weitere Erforschung von Gehäusetechnologien für Leistungshalbleiter. Aufgabe der deutschen Projektpartner ist es, neue Methoden für einen schnelleren Fertigungsanlauf zu erforschen und zu entwickeln.

Um die Forschungsergebnisse gleich dort auf ihre Praxistauglichkeit hin zu untersuchen, wo die Fertigungstechniken eingesetzt werden, nutzen die Forschungspartner bestehende Pilotlinien und umfangreiches Fertigungs-Know-how an verschiedenen Standorten; etwa in Dresden (Infineon: Leistungshalbleiter auf Basis von 300-mm-Wafern), in Reutlingen (Bosch: Leistungshalbleiter, Smart Power und Sensoren auf Basis von 200-mm-Wafern) und in Regensburg (Infineon: Gehäusetechnologie für Leistungshalbleiter). Zur Bewertung einer neu entwickelten Chip-Embedding-Technologie werden Infineon, Osram und Siemens in enger Zusammenarbeit Testaufbauten und Demonstratoren anfertigen und erforschen.

In Deutschland forschen die Technische Universität Dresden und die Westsächsische Hochschule Zwickau mit. Neben Bosch, Infineon, Osram und Siemens sind seitens der deutschen Wirtschaft die Unternehmen Systema Dresden, ein IT-Spezialanbieter für die Automatisierung in der Fertigungsindustrie, sowie HSEB Dresden, ein Anbieter für optische Inspektion, Review und Montage, und das SGS Institut Fresenius, ein führender Dienstleister für chemische und physikalische Laboranalysen, mit dabei.

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