Kfz-Notrufsysteme

ERA-GLONASS-Module testen

| Redakteur: Thomas Kuther

Gemäß der russischen GOST-Spezifikation hat Rohde & Schwarz für die Anforderungen von ERA-GLONASS die Applikationssoftware R&S CMW-KA095 entwickelt, die auf der eCall-Software R&S CMW-KA094 aufbaut.
Gemäß der russischen GOST-Spezifikation hat Rohde & Schwarz für die Anforderungen von ERA-GLONASS die Applikationssoftware R&S CMW-KA095 entwickelt, die auf der eCall-Software R&S CMW-KA094 aufbaut. (Bild: Rohde & Schwarz)

Seit dem 1. Januar 2015 müssen alle neuen Automodelle, die in den russischen Markt eingeführt werden, mit automatischen ERA-GLONASS-Notrufsystemen ausgestattet sein. Herstellern und Zulieferern dieser In-Vehicle-Systems bietet Rohde & Schwarz dafür bereits eine standardkonforme Testlösung, bestehend aus dem R&S CMW500 Wideband Radio Communication Tester und dem R&S SMBV100A Vektorsignalgenerator als Global Navigation Satellite System-Simulator (GNSS). Damit können Hersteller und Zulieferer von automatischen In-Vehicle Systems (IVS) zuverlässige und reproduzierbare Preconformance-Tests ihrer ERA-GLONASS-Module im Labor durchführen.

ERA-GLONASS in der russischen Föderation funktioniert analog zum eCall-Notrufsystem der EU: Bei einem Unfall stellt das IVS im Fahrzeug die Verbindung zur Notrufzentrale (Public Safety Answering Point, PSAP) über das Mobilfunknetz her und übermittelt einen standardisierten Minimaldatensatz (MSD). Neben den GLONASS- oder GPS-Koordinaten enthält der MSD auch sogenannte Additional Data, also weiterführende Informationen zum Unfallfahrzeug, so wie in ERA-GLONASS spezifiziert. Kann keine Sprachverbindung aufgebaut werden oder schlägt die Datenübertragung über den Sprachkanal fehl, wird der MSD per SMS an die Notrufzentrale geschickt. Diese Fallback-Option ist ein spezielles Feature von ERA-GLONASS. Außerdem ist ERA-GLONASS sowohl für 2G- als auch für WCDMA-Netze zertifiziert.

Applikationssoftware baut auf der eCall-Software R&S CMW-KA094 auf

Gemäß der russischen GOST-Spezifikation hat Rohde & Schwarz für die Anforderungen von ERA-GLONASS die Applikationssoftware R&S CMW-KA095 entwickelt, die auf der eCall-Software R&S CMW-KA094 aufbaut. Sie simuliert die Notrufzentrale und steuert den R&S CMW500, der im Labor ein Mobilfunknetz emuliert. Die erforderlichen Koordinaten für die Lokalisierung des Fahrzeugs liefert der GNSS-Simulator, der ebenfalls über die Software kontrolliert wird. Anwender können mit der Lösung überprüfen, ob ihr IVS-Modem einen Notruf erfolgreich auslöst, den korrekten MSD übermittelt und eine Sprachverbindung mit der Notrufzentrale herstellen kann. Die Ergebnisse werden gemäß GOST-Spezifikation interpretiert. Darüber hinaus ist das SMS-Protokoll von ERA-GLONASS in die Testlösung integriert. So lässt sich testen, ob das IVS-Modem bei fehlender Sprachverbindung die SMS korrekt versendet, beziehungsweise auf Fernsteuerbefehle des PSAP via SMS reagiert.

Die Testlösung ist über die R&S CMWrun Sequencer Software vollautomatisiert. Das verfügbare eCall/ERA-GLONASS-Testpaket R&S CMW-KT110 ermöglicht auf benutzerfreundliche Weise einen automatisierten Funktionstest nach GOST55330. Der Anwender kann damit die Funktionstüchtigkeit des Gesamtsystems im Labor nachweisen und in einem Report dokumentieren.

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