Entwickler spielen weltweit eine immer größere Rolle bei Unternehmensentscheidungen

| Redakteur: Julia Schmidt

Die Studie wurde von The Harris Poll zwischen dem 26. Oktober und dem 4. Dezember 2017 online durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 1.440 Personen, 279 davon in Deutschland.
Die Studie wurde von The Harris Poll zwischen dem 26. Oktober und dem 4. Dezember 2017 online durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 1.440 Personen, 279 davon in Deutschland. (Bild: Clipdealer)

Weltweit verändert sich das Profil des Software-Entwicklers weg vom reinen Techniker hin zur Führungskraft. Das belegt jetzt die Payment-Plattform Stripe, die eine Studie zur Rolle von Entwicklern in Unternehmen veröffentlicht hat.

Die Analyse, die gemeinsam mit The Harris Poll Ende 2017 erhoben wurde, zeigt, dass weltweit 54 Prozent der Entwickler in den letzten fünf Jahren eine wachsende Rolle bei wichtigen Unternehmensentscheidungen in ihrem Betrieb spielen. Diese Entwicklung vollzieht sich in Deutschland allerdings langsamer als in allen anderen untersuchten Ländern, den USA, Großbritannien, Frankreich, Singapur und Australien. So schnitt Deutschland in zahlreichen Punkten schlechter ab als alle anderen fünf Nationen.

Nur 18 Prozent der in Deutschland Befragten gaben an, dass Entwickler-Input bei wichtigen Geschäftsentscheidungen sehr stark berücksichtigt werde. Weltweit waren es knapp ein Viertel. Sechs Prozent waren in Deutschland gar der Auffassung, dass der Input der Entwickler bei wichtigen Entscheidungen überhaupt nicht berücksichtigt werde. 14 Prozent sagten, dass der Austausch mit nicht-technischen Führungskräften in den letzten fünf Jahren sogar abgenommen habe – im internationalen Vergleich sagten das nur 10 Prozent.

Der Geschäftsführung mangele es an technischem Fachwissen, gaben 34 Prozent der deutschen Befragten an. Der Durchschnitt lag hier ähnlich bei 32 Prozent. 44 Prozent der Meinung waren, dass ihr Unternehmen die falsche Produkt-Roadmap habe, weil es in der Planung an ausreichendem Input von Entwicklern fehle (Durchschnitt: 39 Prozent).

Mangel an Entwicklern und Nutzung veralteter Tools

Deutsche Unternehmen neigen dazu, veraltete Technologien und Tools zu verwenden, und sie beschäftigen nicht ausreichend Entwickler. Auch bei den Antworten in diesem Bereich schnitt Deutschland schlechter ab als die anderen fünf Länder.

25 Prozent der deutschen Befragten gaben an, dass Entwickler in ihrem Unternehmen nicht die nötigen Ressourcen erhalten, die sie für eine effektive Arbeit benötigen. 55 Prozent sagten, dass Entwickler sich zu häufig auf die Wartung von veralteten Systemen konzentrieren müssen. 39 Prozent sagten, dass falsche Priorisierung in ihrem Unternehmen ihre größte Herausforderung ist.69 Prozent der deutschen Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen über zu begrenzte Entwicklerkapazitäten verfüge. Dies hat negative Auswirkungen auf die Innovationsgeschwindigkeit der Unternehmen – einen der wichtigsten Vorzüge der deutschen Wirtschaft:

Deutsche Unternehmen bringen zwar am häufigsten neue Produkte auf den Markt – nämlich alle ein bis drei Monate, wie 47 Prozent der Befragten angaben (weltweit sind es nur 39 Prozent). Jedoch sagten 16 Prozent, dass die Geschwindigkeit beim Launch neuer Produkte in den letzten fünf Jahren abgenommen hat – dies ist der höchste Wert aller untersuchten Länder (10 Prozent weltweit).

„Mit unserer Studie wollten wir zeigen, dass Entwickler eine oft unterschätzte Ressource in Unternehmen sind, deren Einfluss aber überall zu steigen beginnt. Dass Deutschland in so vielen Punkten schlechter als der internationale Vergleich abschneidet, hat uns dabei allerdings überrascht. Für die Zukunft des Standorts Deutschland wird es auch entscheidend sein, wie Unternehmen ihre Entwickler einsetzen“, sagt Felix Huber, Nordeuropachef von Stripe.

Dass der Einfluss von Entwicklern auf den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg nicht in allen deutschen Unternehmen unterschätzt wird, beweist die Hamburger Datenplattform Statista. „Unsere Entwickler sind nicht einfach nur diejenigen, die unsere Produkte bauen”, sagt Bill Bolls, Chief Product Officer bei Statista. „Als technikgetriebenes Unternehmen spielen sie für uns eine wichtige Rolle bei technischen Produktentscheidungen sowie der langfristigen Planung.“

Details zur Methodik

Die Studie wurde von The Harris Poll im Auftrag von Stripe zwischen dem 26. Oktober und dem 4. Dezember 2017 online durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 1.440 fest angestellte Software- und Web-Entwickler, Software-, Web- und Computer-Ingenieure sowie CTOs und CIOs in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Singapur und Australien. In Deutschland wurden 279 Personen befragt.

Call for Papers: Internet der Dinge – Fit für den digitalen Wandel!

Call for Papers: Internet der Dinge – Fit für den digitalen Wandel!

07.03.18 - Das Internet der Dinge – Fit sind für den digitalen Wandel! Das soll unser zentrales Thema auf dem IoT-Kongress im Oktober 2018 werden. Reichen Sie jetzt Ihr Vortragsthema ein. lesen

Extreme Programming – diese Skills sind gefragt

Extreme Programming – diese Skills sind gefragt

06.03.18 - Extreme Programming oder kurz XP bricht – ganz so, wie man es sich in der agilen Software-Entwicklung wünscht – konservative Development-Prozesse auf und setzt sie als fortlaufende Iteration in kürzeren Zyklen wieder zusammen. Das verlangt manchen Entwicklern ein Umdenken ab. Welche Skills müssen sie für Extreme Programming mitbringen? lesen

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45177936 / Karriere)