Mobiles Internet Ende einer Ära: Mobilfunkstandard 3G geht vom Netz

Redakteur: Michael Eckstein

3G geht vom Netz: Bei Vodafone und der Deutschen Telekom ist ab Juli Schluss, Telefonica/O2 schaltet bis Ende des Jahres den alten Mobilfunkstandard ab. Die frei gewordenen Frequenzen verteilen die Provider auf ihre 4G- und 5G-Dienste. Als Fall-Back für alte Endgeräte bleibt nur noch das alte 2G/GSM.

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Nach gut 20 Jahren ist Schluss: Die großen Provider schalten den 3G-Mobilfunk ab. Nachfolger 4G ist längst etabliert, und 5G ist bereits in vielen Ballungsräumen verfügbar.
Nach gut 20 Jahren ist Schluss: Die großen Provider schalten den 3G-Mobilfunk ab. Nachfolger 4G ist längst etabliert, und 5G ist bereits in vielen Ballungsräumen verfügbar.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Früher der letzte Schrei, heute Altlast: Vor rund 20 Jahren läutete die dritte Mobilfunkgeneration 3G (UMTS/HSPA+) das mobile Internet-Zeitalter ein – und spülte dem Staat durch die Versteigerung der benötigten Frequenz rund 50 Mrd. Euro in die Kasse. Längst bilden die Nachfolger 4G und 5G die Basis für das mobile Surfen, kaum ein Endgerät nutzt noch 3G.

Nun ziehen die Provider den Schlussstrich: Vodafone schaltet bis Ende Juni 2021 den Alt-Standard ab, Telefonica/O2 und Deutsche Telekom ziehen ab Juli nach. Spätestens Endes des Jahres soll der Prozess bundesweit abgeschlossen sein. Telefonica gibt an, derzeit noch etwa 16.000 3G-Sender in Betrieb zu haben.

Bisherige „3G only“-Regionen erhalten mindestens 4G

Die Telekom verspricht, die wenigen verbliebenen Regionen, die bisher nur über 3G versorgt wurden, mit einer 4G/LTE-Versorgung auszustatten. Während der Übergangsphase soll das 3G-Netz in ausreichender Kapazität weiter zur Verfügung stehen.

Die bisher für 3G genutzten Frequenzen schlagen die Provider ihren 4G/LTE- und 5G-Diensten zu. Die neueren Techniken sind in der Lage, die Ressourcen deutlich besser zu nutzen, so dass in Summe mit insgesamt höheren Download-Raten zu rechnen ist. Die Abdeckung wird sich dagegen voraussichtlich kaum verbessern.

Funkloch-Angst ist laut Providern unbegründet

Die meisten Mobilfunkanwender werden keine Nachteile bemerken: Laut „Verivox“ sind fast alle Marken-Smartphones, die in Deutschland seit 2016 verkauft wurden, mit 4G kompatibel. Bei Apple ist dies schon seit 2013 der Fall. Noch ältere Telefone können aber möglicherweise nichts mit 4G anfangen – mit ihnen lässt sich dann nur noch über den 2G-Standard telefonieren.

Die 3G-Technologie sei „in die Jahre gekommen, so dass wir sie bis Jahresende ablösen“, sagt Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas. Die Zukunft der digitalen Vernetzung für Wirtschaft und Verbraucher gehöre dann allein 4G – und vor allem seinem Nachfolger 5G. Diese Mobilfunkstandards seien deutlich leistungsstärker, energieeffizienter und sie ermöglichten neue digitale Anwendungsfelder, betonte der Firmenchef.

Wie Erhebungen von Telefonica zeigen, ist 3G bereits jetzt kaum noch in Verwendung: Lediglich ein bis zwei Prozent des übermittelten Mobilfunk-Datenvolumens entfallen demnach noch auf diesen Funkstandard

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