Wachablösung

tecnotron-Gründer übergibt den Stab an die nächste Generation

| Redakteur: Franz Graser

Abschied mit lachendem Auge: Wenn Erich Schemm (links) zum Jahresende das tecnotron-Schiff verlässt, ist die Kommandobrücke gut besetzt. Sein Sohn Florian (rechts) und Alex Weyerich (Mitte) sind bereits bestens auf den Unternehmenskurs eingestimmt.
Abschied mit lachendem Auge: Wenn Erich Schemm (links) zum Jahresende das tecnotron-Schiff verlässt, ist die Kommandobrücke gut besetzt. Sein Sohn Florian (rechts) und Alex Weyerich (Mitte) sind bereits bestens auf den Unternehmenskurs eingestimmt. (Bild: tecnotron)

Von langer Hand vorbereitet, vollzieht sich zum Jahresende der finale Akt: Mit Erich Schemm (65) übergibt der letzte Gründer des süddeutschen E2MS-Dienstleisters tecnotron elektronik die Geschicke und seine Anteile an die zweite Generation, die Nachfolger Florian Schemm (33) und Alex Weyerich (37).

Knapp vier Jahrzehnte lenkte Schemm das Unternehmen, zusammen mit seinen damaligen Partnern Karl-Heinz Strohmaier und Hubert Weyerich, die schon zwei bzw. drei Jahre zuvor altersbedingt in den Ruhestand wechselten. Sowohl Florian Schemm wie auch Alex Weyerich sind bereits seit mehreren Jahren bei tecnotron tätig und sichern so in bewährter Kontinuität das Tages- wie auch das Neugeschäft.

Arbeit war ihm nie fremd, wie Erich Schemm freimütig bekennt. Mehr noch als das hat ihn allerdings die stete Begeisterung für sein Tun und Handeln geprägt und damit die 1978 im Dreierbund gegründete tecnotron zu dem gemacht, was sie heute auszeichnet. Seine Neigung und Ambition waren früh gelegt und zogen sich wie ein roter Faden durch das berufliche Leben: Mit der Lehre und der Meisterprüfung für Elektrotechnik, später als Techniker der Elektronik war er auf der Suche nach Herausforderungen, wie beim Aufbau von Versuchsreihen bei der Kältetechnik und der Entwicklung elektronischer Weggeber.

1978, anfangs noch als Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet, beschäftigte sich die ein Jahr späte getaufte tecnotron elektronik GmbH anfangs längere Zeit vornehmlich mit dem Layout, dem Leiterplatten-Design. 1979 stellte man mutig den ersten Angestellten ein. Vor gut 20 Jahren, 1995, waren es sodann 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die langsam, aber stetig das Wachstum stützten.

Deutlich zu florieren begann das Hightech-Unternehmen am Bodensee im Jahr 2000 mit der Fertigung von Baugruppen, die weitgehend unter der Ägide von Erich Schemm lief. „Was ich persönlich als Höhepunkt meines unternehmerischen Schaffens sehe“, sagt der Familienvater von drei Kindern und passionierter Segler, „war der Neubau der tecnotron, die Zusammenführung aller Geschäftsbereiche an den heutigen Standort Weißensberg. Wir legen Wert auf gute Teamarbeit. Das gab und gibt allen Betriebszugehörigen einen guten Schub an Motivation.“

Heute, so betont Schemm, beschäftigt das Unternehmen 147 Menschen unter dem Firmendach, mit einem Jahresumsatz von 19 Millionen Euro, vornehmlich durch die Herstellung hochwertiger Elektronik. Auf die Vision angesprochen, die tecnotron in naher Zukunft hat, sieht Erich Schemm in den nächsten zwei Jahrzehnten die Entwicklung und Produktion von hochwertiger Elektronik, mit Schwerpunkt auf besondere Abnahmen.

Dazu gehört, wie Schemm betont, im Neugeschäft das richtige Kundenpotenzial zu erkennen sowie weiterhin die Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit zu Geschäftspartnern und der Belegschaft weiter auszubauen: „Die Menschen mitnehmen, das gehört nun mal entscheidend dazu“.

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