EMS-Umsätze in Europa 2017 liegen nun vollständig vor

| Redakteur: Johann Wiesböck

Exakt 1.785 rechtlich selbstständigen EMS-Anbieter erfasst

Die Gesamtzahl der untersuchten, rechtlich selbstständigen EMS-Anbieter in den in4ma Statistiken beläuft sich mittlerweile auf 1.785 Firmen von insgesamt geschätzten 1.800 Firmen. Somit sind nun geschätzte 99% aller europäischen EMS-Unternehmen erfasst und ausgewertet. Dabei konnten nach Gesprächen mit dem russischen Elektronik-Verband auf einem EMS-Seminar in Tallinn/Estland nun endlich konkrete Zahlen für Russland in die in4ma Statistiken eingefügt werden.

Bild 1: Die regionale Verteilung der rund 1.800 EMS-Unternehmen in ganz Europa
Bild 1: Die regionale Verteilung der rund 1.800 EMS-Unternehmen in ganz Europa (Bild: in4ma)

In Bild 1 ist die regionale Verteilung der EMS-Unternehmen in Europa aufgezeigt. 1376 EMS-Anbietern in Westeuropa stehen 409 EMS-Unternehmen in Osteuropa gegenüber. Bei den osteuropäischen Unternehmen handelt es sich überwiegend um Tochterunternehmen westeuropäischer bzw. globaler EMS-Anbieter, die die geringeren Personalkosten in Osteuropa nutzen um kostengünstig zu produzieren.

Dabei können die Kostenstrukturen in Osteuropa problemlos mit dem Wettbewerb aus Fernost konkurrieren. Hinzu kommen problemlosere Kommunikation und Logistik, kurze Wege in Bezug auf Werksaudits oder persönliche Gespräche und selbst die in Zusammenarbeit mit asiatischen Geschäftspartnern nicht zu unterschätzende Gefahr der Weitergabe von Unterlagen ist nicht gegeben.

Bild 2: Die Umsatzentwicklung der EMS-Unternehmen in Europa von 2013 bis 2017
Bild 2: Die Umsatzentwicklung der EMS-Unternehmen in Europa von 2013 bis 2017 (Bild: in4ma)

Bild 2 zeigt die Umsatzentwicklung der EMS-Industrie in Europa über einen Zeitraum von fünf Jahren. Im Gegensatz zu den Annahmen internationaler Marktanalysten aus den USA und Großbritannien, war 2015 mit einem Plus von 5,8% ein Jahr deutlichen Wachstums. Allerdings brach gleichzeitig der Wechselkurs des Euro zum US-Dollar ein (von 1,3285 auf 1,1095 = 16,5%).

Wechselkursproblematik verfälscht das positive Gesamtbild

Damit verfälscht die Wechselkursproblematik das positive Gesamtbild. Da die in Europa ansässigen Unternehmen mit nur wenigen Ausnahmen in Euro rechnen, sind US-Dollar Berechnungen unzuverlässig. Ein Rückgang mag für global operierende, und in USD bilanzierende Unternehmen mit europäischen Fertigungsstätten sogar der Fall gewesen sein, gilt aber nicht für Europa gesamt.

Auch in den beiden Folgejahren (2016 und 2017) wuchs das EMS-Volumen in Europa mit 3,1% bzw. 2,8%. Demgegenüber verloren die drei weltweit größten EMS-Unternehmen mit Fertigungsstätten in Europa (Foxconn, Flex und Jabil) 2017 etwa 1,8% an Marktanteil in Europa.

Das Umsatzwachstum 2017 in Europa in Höhe von 2,8% beträgt real ohne die drei vorgenannten Anbieter sogar 5,6%. Nicht berechnet sind dabei die Umsatzverluste von weiteren, insbesondere amerikanischen EMS-Unternehmen. Demgegenüber, zeigen EMS/ODM-Unternehmen aus Fernost, wie Wistron, SIIX und IMI ein sehr aggressives Wachstum in Europa.

EMS-Tag: Struktur und Strategie der Europäischen EMS-Industrie

Die Struktur der Europäischen EMS-Industrie in Bezug auf Marktdurchdringung, Fertigungstiefe und Umsatzgröße ist sehr heterogen und wird derzeit genauer analysiert. Die Wachstumsraten allein in Bezug auf die Umsatzgröße zeigen erhebliche Unterschiede, die auch Schlussfolgerungen in Bezug auf die zukünftige Entwicklung zulassen.

Der nächste Bericht zum EMS-Markt in Europa ist derzeit in Arbeit und wird, im Gegensatz zum letzten Jahr, auch wieder in Deutsch verfügbar sein. Der genaue Fertigstellungszeitpunkt steht noch nicht fest – Genauigkeit geht hier vor Schnelligkeit. Weitere Informationen dazu finden Sie auf www.in4ma.de.

Tipp der Redaktion: Auf dem 17. EMS-Tag am 4. Juli 2019 in Würzburg wird Dieter Weiss einen Vortrag zum Thema „Struktur und Strategie in der Europäischen EMS-Industrie“ halten. Details hierzu finden Sie zu gegebener Zeit auf www.ems-tag.de.

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