Mit 1200 km/h durch die Röhre Elon Musk schreibt Hyperloop-Wettbewerb aus

Das Transportsystem Hyperloop, das Passagiere in Kapseln mit Schallgeschwindigkeit durch Röhren befördert, soll bald Realität werden: Das Weltraumunternehmen SpaceX will eine Hyperloop-Teststrecke bauen und hat einen Wettbewerb um die optimale Hyperloop-Kapsel gestartet.

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Das Transportsystem Hyperloop, das Passagiere in Kapseln mit Schallgeschwindigkeit durch Röhren befördert, soll bald Realität werden.
Das Transportsystem Hyperloop, das Passagiere in Kapseln mit Schallgeschwindigkeit durch Röhren befördert, soll bald Realität werden.
(Bild: SpaceX)

Elon Musk hat das Hyperloop-Konzept zwar bereits 2013 vorgestellt konnte es allerdings wegen seines Engagements bei Tesla Motors und Space X bislang nicht weiter verfolgen. Nun kündigte der Weltraum- und E-Mobility-Pionier an, eine Hyperloop-Teststrecke zu bauen.

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Dort sollen Kapseln getestet werden, die im Rahmen des Hyperloop Pod Contest entstehen, den SpaceX unter Universitäten und unabhängigen Ingenieurbüros ausgeschrieben hat. Die Teststrecke soll etwa 1,6 km lang sein und bereits 2016 fertig sein.

Anmeldung zum Wettbewerb bis September

Wer am Wettbewerb teilnehmen möchte, kann sich bis September anmelden, Details zur Teststrecke sollen im August bekannt gegeben werden. Der Wettbewerb selbst wird im Januar 2016 starten und die Fahrten auf der Teststrecke sollen im Juni 2016 stattfinden.

Bis zu 28 Passagiere pro Kapsel

Bei Hyperloop transportieren Kapseln bis zu 28 Passagiere in einer Röhre mit niedrigem Luftdruck mit einer Gesschwindigkeit von ca. 1200 km/h. Musk verzichtet beim Hyperloop auf ein vollständiges Vakuum in der Röhre, das schwer zu erzielen und zu erhalten wäre. Statt dessen bewegen sich die Kapseln in einer teilevakuierten Röhre, deren geringer Luftdruck relativ einfach mit Pumpsystemen erreichbar ist.

Schweben auf einem Luftpolster

Trotz des niedrigen Luftdrucks würde sich der Hyperloop in der relativ engen Röhre einem großen Widerstand entgegen sehen. Um dieses sogenannte Kantrowitz-Limit zu umgehen, verfügt die Transportkapsel über eine Art batteriebetriebene Turbine, die Luft von vorn nach hinten pumpt. So werden Luftpolster unter der Kapsel erzeugt, auf denen diese schwebt.

Ein Linearmotor sorgt für den Vortrieb

Den eigentlichen übernimmt ein elektrischer Linearmotor, der die Kapsel auf die nötige Reisegeschwindigkeit beschleunigt und anschließend etwa alle 70 Meilen für eine Auffrischung des Antriebs sorgt. Da diese Antriebseinheiten nur etwa 1% der Gesamtstrecke ausmachen sollen, würden sich die Kosten in Grenzen halten. Solarzellen auf der Oberseite der Röhre sollen die benötigte Energie bereitstellen.

Sein Hyperloop-Konzept, davon ist Musk überzeugt, würde maximal 7,5 Mrd. US-$ kosten und die beiden Metropolen in nur 35 Minuten verbinden.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.