Elektrotechnik begehrter Studiengang für Abiturienten

Redakteur: Sebastian Gerstl

Elektrotechnik und Informationstechnik sind und bleiben beliebte Studiengänge für Schulabsolventen, meldet der VDE. Grund ist die hohe Chance auf Vollbeschäftigung nach dem Studium. Die Frauenquote in diesen Fächern ist dabei so hoch wie nie zuvor.

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Elektrotechnik und Informationstechnik bleiben stabile und beliebte Studienfächer an Universitäten und Fachhochschulen. Der Frauenanteil an Neueinschreibungen ist dabei so hoch wie nie zuvor.
Elektrotechnik und Informationstechnik bleiben stabile und beliebte Studienfächer an Universitäten und Fachhochschulen. Der Frauenanteil an Neueinschreibungen ist dabei so hoch wie nie zuvor.
(Bild: Clipdealer)

Laut Meldungen des Statistischen Bundesamtes fingen im Wintersemester 2017/2018 16.824 Erstemester ein Studium der Elektrotechnik und Informationstechnik an. Dabei verzeichneten die Fachhochschulen ein leichtes Plus, während die Anmeldungen an Universitäten etwas zurück gingen. In absoluten Zahlen gesprochen immatrikulierten sich jedoch genauso viele Abiturienten wie im Vorjahr.

Verglichen mit anderen MINT-Fächern, die Studierende verlieren, ist das ein positives Ergebnis. „Wir freuen uns über den hohen Zulauf. Es zeigt, dass unsere Bemühungen, mehr Jugendliche für eine Ausbildung in der Elektro- und Informationstechnik zu begeistern, Früchte tragen“, kommentiert Ansgar Hinz, CEO des Technologieverbandes VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.) das Ergebnis.

Besonders erfreulich sei die Entwicklung der Frauenquote, die noch nie so hoch war. Mit 2.859 Studienanfängerinnen machen die Frauen 17 Prozent aller Erstsemester in diesen Fachbereichen aus. Die Universitäten für sich betrachtet kommen sogar auf das Rekordergebnis von 20 Prozent Frauen in ihren Erstsemster-Reihen.

Informatik großer Verlierer in den MINT-Fächern

Obwohl die Berufsaussichten für Informatiker genauso exzellent sind wie die für Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik, verlor die Informatik gegenüber dem Vorjahr 4 Prozent, der Maschinenbau sogar knapp 5 Prozent Studienanfänger.

„Ein Grund dafür könnte sein, dass sich mit dem digitalen Wandel die Aufgabenbereiche und Kompetenzfelder in der Elektro- und Informationstechnik deutlich wandeln. Mit der Digitalisierung entstehen neue Tätigkeitsfelder, die ein hohes Maß an Systemverständnis, soziale Kompetenz und Kreativität verlangen. Das macht den Job eines Elektroingenieurs so spannend“, fasst Hinz zusammen. Deutschland benötige die Technikexperten, die eine solide Ausbildung in den Grundlagenfächern Mathematik, Physik und Informatik durchlebt haben, bevor sie sich spezialisieren.

100.000 Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik gesucht

Nicht zuletzt sprechen die äußerst guten Karriereaussichten für Absolventen für sich: Maximal fünf Bewerbungsschreiben und zwei Vorstellungsgespräche, so sieht die Bilanz einer Umfrage des VDE unter seinen Berufsanfängern aus. Jeder fünfte Absolvent geht sogar ohne ein Bewerbungsschreiben und jeder vierte ohne ein Vorstellungsgespräch an den Karrierestart. „Viele wurden vom Fleck weg eingestellt, ohne überhaupt ein Bewerbungsgespräch durchlaufen zu haben. Welche Berufsgruppe kann das schon vorweisen“, freut sich Ansgar Hinz, der selbst Elektroingenieur ist.

In den nächsten zehn Jahren fehlen nach Berechnungen des VDE 100.000 Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik. Die 16.824 Erstemester haben mit der Wahl ihres Studienfaches daher alles richtig gemacht, meint der VDE.

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