Laser-World-Index

Photonik wird die deutsche Industrie revolutionieren

| Redakteur: Franz Graser

Wissenschaftler bei einem Laserversuch: Die Unternehmen aus der Laser- und Photonikbranche wünschen sich eine stärkere Kooperation mit der Forschung.
Wissenschaftler bei einem Laserversuch: Die Unternehmen aus der Laser- und Photonikbranche wünschen sich eine stärkere Kooperation mit der Forschung. (Bild: LPKF)

64 Prozent der Industrie-Manager in Deutschland rechnen damit, dass Licht-Werkzeuge die klassische Fertigung revolutionieren werden. Das ist ein Ergebnis des Laser-World-Trendindex der Messe München.

Im Rahmen derselben Befragung zeigte sich auch, dass sogar gut jeder zweite Manager davon ausgeht, dass die Photonik die mechanische Materialverarbeitung in traditionellen Fertigungsbranchen weitgehend ersetzen wird. Im Rahmen der Studie wurden 100 Führungskräfte aus der Industrie befragt.

70 Prozent der Industrie-Manager sind überzeugt, dass Photonik-Lösungen zu den wichtigsten Treibern der Industrie 4.0. zählen. Wenn es darum geht, Maschinen sehen und fühlen zu lassen oder Roboter mit neuen Methoden der Materialverarbeitung auszurüsten sind Lösungen mit Licht gefragt.

Die große Mehrheit der Betriebe in Deutschland setzt Photonik und laserbasierte Systeme derzeit vor allem beim Schweißen, Schneiden und Bohren ein (74 Prozent). Dazu kommen optische Technologien, beispielsweise für die Bildverarbeitung (58 Prozent).

Die Industrie-Manager erwarten vom Werkzeug Licht neue Impulse sowohl für die Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Betriebe (61 Prozent) als auch die großen Industrie-Branchen. Die Mehrheit der Fertigungsexperten analysiert bereits heute schon konkrete neue Einsatzmöglichkeiten für Laser und Licht (64 Prozent). Dabei sind die Firmen beispielsweise an photonik- und laserbasierten Lösungen interessiert, mit denen sich die Fertigungsprozesse automatisieren lassen.

Zu den wichtigsten Leistungsmerkmalen zählen die befragten Experten die Präzision von Lichtwerkzeugen bei der Arbeit (94 Prozent), neue Bearbeitungstechniken für Oberflächen und Schichten (79 Prozent) sowie den Einsatz für vernetzte Maschinenkommunikation (73 Prozent). Um die Chancen aus Forschung- und Entwicklung besser nutzen zu können, wünschen sich die Unternehmen eine engere Zusammenarbeit mit externen Experten. Rund 80 Prozent wollen in der Aus- und Weiterbildung für neue Lichtanwendungen mit der Wissenschaft kooperieren.

„In Europa und insbesondere in Deutschland hat sich eine hervorragende wissenschaftliche Infrastruktur gebildet“, sagt Professor Peter Loosen vom Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT: „Die Wissenschaft unterstützt die Industrie anwendungsnah, wirkungsvoll und zielgerichtet bei der Einführung photonischer Technologien.“

Die Umfrage erfolgt im Vorfeld der Messe „Laser World of Photonics“, die vom 26. bis 29. Juni 2017 in München stattfindet. Erwartet werden in den Münchener Messehallen rund 1.300 Aussteller und Fachbesucher aus über 70 Ländern. Zudem kommen die Spitzenforscher der Branche beim World of Photonics Congress zusammen.

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