Unternehmensführung

ERP-Systeme bremsen Hightech-Fertiger bei der Kundenorientierung aus

| Redakteur: Franz Graser

Das ERP-System als Bremsklotz: Bei einer von Epicor initiierten Befragung von 461 Fertigungsunternehmen aus dem Hightech-Bereich klagten 45 Prozent der Betriebe über eine unzureichende Integration zwischen Front- und Back-Office. Dies sahen die Firmen als großes Hindernis für eine verbesserte Kundenbeziehung.
Das ERP-System als Bremsklotz: Bei einer von Epicor initiierten Befragung von 461 Fertigungsunternehmen aus dem Hightech-Bereich klagten 45 Prozent der Betriebe über eine unzureichende Integration zwischen Front- und Back-Office. Dies sahen die Firmen als großes Hindernis für eine verbesserte Kundenbeziehung. (Bild: Epicor)

Der kalifornische Softwarehersteller Epicor hat eine Studie vorgestellt,. die teilweise gravierende Mängel von ERP-Softwaresystemen bei der Kundenorientierung aufzeigt.

Im Auftrag von Epicor haben die Marktforscher von IDC Manufacturing Insights insgesamt 465 Fertigungsunternehmen aus 13 Ländern zu ihrer Erfahrung mit betriebswirtschaftlicher Standardsoftware im Hinblick auf die Beziehung zu den Kunden befragt.

Die oft kurz als ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) bezeichneten Softwarelösungen sind zwar aus den Betrieben nicht mehr wegzudenken, weil sie vielfältige Anwendungsfelder wie die Materialwirtschaft, das Controlling oder die Personalwirtschaft steuern helfen.

Wenn es um die Kundenerfahrung geht, so erweist sich die komplexe Software allerdings mitunter als Hemmschuh: 52,9 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, ihre ERP-Systeme seien zu komplex. 43,2 Prozent klagten, ihr System enthalte keine voll integrierte Lösung für das Kundenbeziehungsmanagement (Customer Relationship Management, CRM). 41,3 Prozent halten die Upgrades ihres Systems für zu teuer und 39 Prozent sagten, es handle sich primär um ein Finanz-ERP-System.

Für viele Fertiger im Hightech-Bereich, unter anderem in der Elektronikfertigung, ist jedoch gerade die Pflege der Kundenbeziehungen ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die kundenspezifische Fertigung und Lieferung sowie Reparatur- und Servicedienstleistungen sind hier zentrale Anforderungen und werden oft nur unvollkommen von der Software unterstützt.

45 Prozent der befragten Unternehmen mahnten zum Beispiel an, dass die Integration von Front- und Backoffice zu wünschen übrig lässt. Hinzu kommt, dass es nicht möglich ist, Geschäftsprozesse schnell anzupassen. Gleichzeitig ist der Zugriff auf Daten sowie deren Nutzung limitiert. All diese Aspekte weisen auf ineffiziente und starre IT-Systeme hin, die als kritische Hemmfaktoren gelten, wenn es darum geht, die Kundenorientierung zu optimieren.

Aus diesen Gründen wünschen sich über 60 Prozent der Betriebe, dass das System dabei hilft, die Interaktion mit Lieferanten und Kunden zu verbessern. Die Unterstützung operativer Exzellenz haben 40 Prozent der Befragten auf ihrem Wunschzettel stehen. 35,5 Prozent hätten gerne ein System, das die Mitarbeiter dabei unterstützt, schnelle und informierte Entscheidungen zu treffen.

Die Quintessenz lautet demnach laut Pierfrancesco Manenti und Lorenzo Veronesi, den beiden Autoren der Studie: „[Die Unternehmen] brauchen ein ERP-System, das weniger finanzlastig und stärker operativ orientiert ist – ein System also, dass die Fähigkeit der Mitarbeiter stärkt, faktenbasierte Entscheidungen zu treffen und operative Exzellenz zu liefern.“

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