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Elektronikbranche hadert mit Politik – Globaler Umsatzeinbruch

| Redakteur: Julia Schmidt

Nach stürmischem Wachstum in den vergangenen Jahren hat die Elektronikbranche aktuell mit weltweiten Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Der Weltmarkt für elektronische Bauelemente wird laut ZVEI in diesem Jahr voraussichtlich um neun Prozent einbrechen.

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„Der deutsche Markt für elektronische Bauelemente wird zum Jahresende 2019 einen Rückgang um gut vier Prozent aufweisen“, prognostizierte Johann Weber, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands PCB and Electronic Systems, anlässlich der Productronica 2019.
„Der deutsche Markt für elektronische Bauelemente wird zum Jahresende 2019 einen Rückgang um gut vier Prozent aufweisen“, prognostizierte Johann Weber, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands PCB and Electronic Systems, anlässlich der Productronica 2019.
(Bild: Gerd Altmann / Pixabay )

Der Weltmarkt für elektronische Bauelemente werde in diesem Jahr voraussichtlich um neun Prozent auf 592 Milliarden Dollar schrumpfen, sagte am Dienstag (12.11.) Christoph Stoppok, der für diesen Bereich zuständige Geschäftsführer beim Elektrotechnikverband ZVEI. „Die Schwierigkeiten, die wir haben, sind zum größten Teil politikgemacht“, sagte Stoppok unter Verweis auf Brexit, den Handelskonflikt zwischen den USA und China und andere politische Unsicherheitsfaktoren, wie den Krisen im Nahen Osten und hohe Staatsverschuldungen. Anlass war die Fachmesse Productronica, die am Dienstag in München gestartet ist.

Den stärksten Rückgang wird es demnach in den USA mit einem Minus von 17 Prozent (auf 107 Milliarden US-$) geben, gefolgt von China, wo der Verband einen Rückgang von acht Prozent (auf 217 Milliarden US-$ Umsatz) erwartet. In Europa wird das Minus laut ZVEI bei etwa sechs Prozent liegen. Damit erzielt der chinesische Markt für elektronische Bauelemente dennoch gut ein Drittel des Weltumsatzes und liegt somit in der Branche auf dem ersten Platz der umsatzstärksten Märkte. Es folgen die Märkte in Japan mit minus 6 Prozent (55 Milliarden US-$) und Europa mit minus 4 Prozent (64 Milliarden US-$).Die Nachfrage sei in der Handyindustrie rückläufig, ebenso bei Maschinenbau, Elektronik und Autoindustrie, sagte Johann Weber, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands PCB and Electronic Systems.

Die Entwicklung des deutschen Markts hängt mit der Halbleiterbranche zusammen

Auch die heimischen Hersteller spüren die schwierige Lage, wie etwa beim Beleuchtungshersteller Osram ersichtlich, der ebenfalls am Dienstag einen dreistelligen Millionenverlust im abgelaufenen Geschäftsjahr bekanntgab. „Der deutsche Markt für elektronische Bauelemente wird zum Jahresende 2019 einen Rückgang um gut vier Prozent aufweisen und mit einem Umsatz von 20 Milliarden Euro nur das Umsatzniveau von 2017 erreichen“, prognostizierte Weber. „Die rückläufige Entwicklung des deutschen Markts ist im Wesentlichen auf die Branche der Halbleiterbauelemente zurückzuführen, die voraussichtlich ein Minus von knapp 8 Prozent verbuchen wird“, ergänzte Weber. Die Branche nimmt einen Anteil von 70 Prozent des Markts der elektronischen Bauelemente ein.

Für den europäischen Markt wird 2019 das Vorjahresniveau und damit ein Umsatz von knapp 57 Milliarden Euro erreicht werden, so die Prognose des Fachverbandsvorsitzenden. Der Weltmarkt werde um 9 Prozent auf circa 592 Milliarden US-Dollar schrumpfen, was auf die sich abschwächende Weltwirtschaft zurückzuführen sei. Diese bedinge eine geringere Nachfrage nach elektronischen Bauelementen. „Allerdings müssen wir berücksichtigen, dass der Weltmarkt von 2015 bis 2018 um knapp 36 Prozent zugelegt hat und damit neue Rekordumsätze erzielen konnte“, fügte Weber hinzu. (Mit Material von dpa)

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