Textile Elektronik Elektronik trifft Design: Kreative toben sich im Prototyping Lab aus

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Im Prototyping Lab können sich nicht nur Designer und Einsteiger der textilen Elektronik ausprobieren. Neben Nähmaschinen, Textilbonder und 3D-Drucker steht ein umfangreiches Prototyping-Kit bereit. Entstanden ist unter anderem eine interaktive Jacke mit LEDs.

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Das Textile Prototyping Lab bietet nicht nur Beratung und Equipment für Elektroniktextilien, sondern ist auch als Raum modular nutzbar.
Das Textile Prototyping Lab bietet nicht nur Beratung und Equipment für Elektroniktextilien, sondern ist auch als Raum modular nutzbar.
(Bild: Textile Prototyping Lab)

Längst nicht mehr besteht Kleidung aus einfachen Fäden und Garnen: Bekleidung wird smart, wenn sie mit Sensoren, Leuchtdioden und Aktoren ausgestattet wird. So kann beispielsweise Arbeitsschutzkleidung mit LED ausgestattet werden oder Sensoren unterstützen ihren Träger. Doch gibt es weitere Einsatzmöglichkeiten?

Um das herauszubekommen, hat sich das Prototyping Lab für textile Elektronik (TPL) jetzt Verstärkung geholt. Das TPL sitzt im Berliner Fraunhofer IZM und das Labor steht Designern und Produktentwicklern offen. Die Möglichkeiten sollen dabei unbegrenzt sein: Von Schnittstellen zwischen Textil und Elektronik bis hin zur Erprobung von Prozessketten können die Kreativen Teile des Labors oder sogar das gesamte Labor nutzen.

Dabei stehen nicht nur die modularen Arbeitsplätze und die Meeting-Area für die Projektarbeit bereit. „Besonders der Maschinenpark bietet eine große Bandbreite für alle Interessierte“, erzählt Malte von Krshiwoblozki, der das Projekt am Fraunhofer IZM wissenschaftlich begleitet.

Von Nähmaschinen bis 3D-Drucker

Ob während der Erstellung eines Prototypen oder zur industriellen Fertigung: Mit den Modulen aus dem Prototyping-Kit können vielfältige E-Textiles entstehen.
Ob während der Erstellung eines Prototypen oder zur industriellen Fertigung: Mit den Modulen aus dem Prototyping-Kit können vielfältige E-Textiles entstehen.
(Bild: Textile Prototyping Lab)

Der Arbeitsbereich Nähen und Sticken ist beispielsweise mit mehreren Nähmaschinen sowie einer computergesteuerten Stickmaschine ausgestattet. Er wird somit zum zentralen Punkt für das TPL, da die Textilveredelung mit kleinformatigen Maschinen im Fokus der Arbeiten dieses Labors steht. Ein weiterer Arbeitsbereich deckt mit einem Lasercutter und einem Schneideplotter das Schneiden & Trennen ab. Hinzu kommen mehrere Pressen und Laminiergeräte, eine Lötstation sowie ein 3D-Drucker.

Auch Einsteiger der textilen Elektronik finden etwas und können ihr Wissen erweitern. Unterstützt werden sie mit dem Prototyping-Kit des Fraunhofer IZM. Es enthält eine Serie von elektronischen Modulen, LEDs und Sensoren. Alle Komponenten lassen sich mit der Hand oder auch maschinelle auf die Stoffe bringen.

Projektergebnisse des TPL in Kooperation mit der Hans Riegel Stiftung: Interaktive Jacke steuert LEDs durch Armbewegungen.
Projektergebnisse des TPL in Kooperation mit der Hans Riegel Stiftung: Interaktive Jacke steuert LEDs durch Armbewegungen.
(Bild: Textile Prototyping Lab)

„Für besonders langlebige Elektroniktextilien kann der von den Fraunhofer-Forschern entwickelte und aufgebaute Textilbonder in kooperativen Projekten des Textile Prototyping Lab genutzt werden. Die vielseitigen Module des Prototyping-Kits sind bewusst so ausgelegt, dass eine Integration ins Textil nicht nur mit klassischen textilen Techniken wie dem Sticken während der Prototyping-Phase erfolgen kann.

Möglich sind auch anschließende industrielle Umsetzungen per Textilbonder. Ganz nach dem Motto ,Sharing is Caring‘ und dem Prinzip der Interdisziplinarität stehen wir am Fraunhofer IZM bei der Realisierung der Textilprojekte mit Rat und Tat zur Seite, sodass die Ideen der Kunstschaffenden mit weiteren Technologien angereichert werden können“, berichtet Malte von Krshiwoblozki.

Interaktive Jacke steuert LEDs

Im Projekt TPL realisierte weiche Lichtschiene aus leitfähigem Textilgurt.
Im Projekt TPL realisierte weiche Lichtschiene aus leitfähigem Textilgurt.
(Bild: Textile Prototyping Lab)

Die Zusammenarbeit zwischen der Kunsthochschule Berlin Weißensee und dem Fraunhofer IZM hat schon vor der Eröffnung des Labors Entwicklungen hervorgebracht, die Kunst und Forschung miteinander verbinden. So entstand beispielsweise in Kooperation mit dem Designer Stefan Diez eine Lichtschiene aus einem weichen und leitfähigen Textilgurt.

Für das Bildungs-Projekt Touch Tomorrow der Hans Riegel Stiftung wurde eine interaktive Jacke entwickelt, die über Armbewegungen die Farbe integrierter LEDs steuern kann. Das Team des Textile Prototyping Lab freut sich auf kommende, spannende und agile Umsetzungen und ist offen für Projektideen von Start-ups, KMU sowie Partnern aus der Industrie.

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