Aufgedeckt Elektronik in der Allianz Arena

Redakteur: Peter Koller

Einen Blick ins normalerweise versteckte Innenleben technischer Systeme wirft die Redaktion der ELEKTRONIKPRAXIS in der Rubrik "Aufgedeckt". Dieses Mal: Die Münchner Allianz Arena

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Die Allianz Arena ist eines der modernsten Stadien in Deutschland
Die Allianz Arena ist eines der modernsten Stadien in Deutschland
(Foto: pixelio/fiego)

Die Münchner Allianz Arena ist das Heimatstadion von FC Bayern und 1860 München – und ein technisches Meisterwerk: Neben der in verschiedenen Farben beleuchtbaren Außenhaut stechen ein bargeldloses Bezahlsystem sowie eine durchgängige Vernetzung aller Systeme heraus. An 130 Zugangspunkten sind Drehsperren installiert, die sowohl Papiertickets via Barcodeleser als auch RFID-basierte Smartcards als Zugangsberechtigung erkennen.

Mehr über das Innenleben elektronischer Systeme in unserer Bildstrecke Aufgedeckt

Damit sowohl die 70.000 im Stadion als auch die Fernsehzuschauer daheim jedes Dribbling etwa von Arjen Robben erkennen können, ist eine Menge Licht im Stadion notwendig. Mitte vergangenen Jahres ist die Flutlichtanlage der Allianz-Arena auf Produkte von Osram umgerüstet worden. Insgesamt 224 Halogen-Metalldampflampen mit jeweils 2000 Watt Leistung erzeugen eine Lichtleistung, die der von 16.000 Autoscheinwerfern entspricht. Die Anlage bringt seitdem 10 Prozent mehr Licht auf den Rasen, was insbesondere für TV-Übertragungen in HD-Qualität notwendig ist.

Eines der spektakulärsten Features der Allianz-Arena, die Außenhaut, die das Stadion je nach spielender Mannschaft in rotes, blaues oder weißes Licht taucht, wird bereits seit 2005 mit Lampen und Vorschaltgeräten von Osram sowie Spezialleuchten der Osram-Tochter Siteco beleuchtet.

Beim Smart Stadium Konzept von Cisco Systems und BTD sorgt ein kombiniertes LAN/WLAN-Netz mit 6000 Netzwerkports für eine unfassende Integration aller elektronischen Systeme in der Allianz-Arena. Das dreistufige redundate Netzwerk hat eine Verfügbarkeit von 99,99 Prozent. Etwa 100 WiFi Access Points sorgen für eine quasi flächendeckende drahtlose Netzwerkanbindung. Durch die umfassende Vernetzung aller Systeme der Allianz-Arena ist es zum Beispiel für den Platzwart möglich, von zu Hause aus den Zustand des Spielfeldes zu ermitteln.

Weitere Zahlen und Fakten zur Elektronik und Elektrotechnik in der Allianz-Arena:

  • Die Leuchtschrift "Allianz Arena" besteht aus insgesamt 155.400 weißen und blauen LEDs
  • 20.000 Sensoren erfassen jederzeit den Zustand des Stadions
  • Für die Steuerung von Beleuchtung, Stördatenerfassung und die Steuerung der Niederspannungsanlage sind 35 Embedded-PCs CX1000 von Beckhoff im Einsatz
  • 53 Klimageräte, die mehr als 1 Million Kubikmeter Luft pro Stunde bewegen, sorgen für gute Raumluft und angenehme Temperaturen im Stadion.
  • Sicherheit: 90 vernetzte Kameras sorgen für Überblick über das Geschehen und gerichtsverwertbare Aufnahmen
  • 2 LED-basierte Anzeigetafeln mit je 100 Quadratmetern Fläche und einer Auflösung von 288x512 Pixeln im Format 16:9 informieren über den Spielstand etc.
  • Für die Beschallung im Stadion sorgen insgesamt 154 Lautsprechersysteme (inkl. 72 Subbässe) und Verstärker mit einer Gesamtleistung von 158.000 Watt.
  • Das Stadion vefügt über 460 Kilometer Starkstrom- und 140 Kilometer Schwachstromleitungen, 4200 Schalter und Steckdosen sowie 250 Schaltschränke und Verteiler

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