Embedded-Design

Elektronik-Entwicklung – Wie sich die Zeiten geändert haben

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Ein Entwicklungs-Tool anstelle eines Kinoabends

Nehmen wir an, es ist Mittwochabend und Sie denken darüber nach, ins Kino zu gehen. Für denselben Preis erhalten Sie eine wirklich hervorragende Entwicklungsplattform, die Ihnen viele Tage Freude bereiten wird – im Gegensatz zu den meisten Filmen, bei denen Sie anschließend vielleicht am liebsten Ihr Geld zurückfordern würden.

Plattformen wie Arduino, BeagleBone Black, Freedom Launchpad und Discovery bieten allesamt Lösungen für unter 40 €, kostenlose oder fast kostenlose IDEs, Beispielcode sowie Online-Communitys, die Sie bei der Erstellung Ihres nächsten Meisterstücks unterstützen. Breakout-Karten, Referenzdesigns und eine Vielzahl von Open-Source-Bibliotheken sorgen dafür, dass eine gute Basis für Ihr Design vorhanden ist.

Bildergalerie

Modulbasiertes Design beschleunigt die Markteinführung

Eine der großartigsten Innovationen für moderne Entwickler ist das modulbasierte Design. Für ein Großseriendesign, bei dem jedes einzelne Element optimiert werden muss, sind Module zwar möglicherweise nicht die richtige Wahl. Wenn jedoch Markteinführungszeiten und einfache Entwicklung von entscheidender Bedeutung sind, sollten Sie über Module nachdenken.

System-on-Modules (SOMs) und Einplatinencomputer (Single Board Computers, SBCs) eignen sich hervorragend für alle Anwendungen – vom schnellen Prototyping bis hin zur Low-Volume-Fertigung. Die heutigen Designs mit Speichergeschwindigkeiten von mehr als 1 GHz und anspruchsvollen Hochgeschwindigkeitsschnittstellen wie PCIe sind sehr störanfällig. SOMs und SBCs ermöglichen Ihnen, sich auf die Wertschöpfung zu konzentrieren – anstatt unzählige Stunden mit der Fehlerbehebung für die grundlegenden Elemente Ihres Designs zu verbringen.

Darüber hinaus stellen die meisten Anbieter kostenlose Schaltpläne und Gerber-Dateien für ihre Basiskarten zur Verfügung, was die Anzahl der Herausforderungen für Ihr Design noch weiter reduziert. Lösungen wie Wandboard oder UDOO bieten Entwicklern Features bis hin zu einem ARM-Cortex-A9-Vierkernprozessor, DDR3, HDMI, Wi-Fi, SD-Karte, SATA und eine ganze Menge mehr bereits ab 75 €. Gut, dies kostet nun eher so viel wie ein Essen mit Ihrer Familie im Restaurant, aber ein komplettes System dieser Größenordnung für so wenig Geld ist wirklich erstaunlich.

Zu guter Letzt sorgen Module für Spezialanwendungen wie beispielsweise der drahtlose XBee-ZigBee-Transceiver von Digi International dafür, dass Sie weniger Spezialkenntnisse benötigen. So können Sie heute eine vorzertifizierte drahtlose Drop-in-Lösung bereitstellen, ohne Experte für Antennendesign zu sein oder die behördlichen Funkrichtlinien bis ins kleinste Detail zu kennen.

Keine Kompromisse bei der Software

Wir alle wissen, welch eine entscheidende Rolle die Software spielen kann. Durch sie wird Ihr Design zum Leben erweckt, und da heutzutage viele Hardwarelösungen weitestgehend standardisiert sind, kann die Software den Unterschied zwischen Rentabilität und Katastrophe ausmachen. Nicht für jedes Design ist es sinnvoll, nach kostengünstigen Tools Ausschau zu halten. Komplexe Anforderungen erfordern immer hochwertigere Tools und Lösungen, die deren spezifischen Herausforderungen gerecht werden.

Trotzdem bietet die Kombination aus kostenlosen IDEs, wie mbed von ARM oder Freescale’s Kinetis Design Studio, und kostenlosen Betriebssystemen wie FreeRTOS oder MQX sowie kooperativen Open-Source-Repositorys wie GitHub eine fantastische Startplattform, die eine wirklich gute Basis für Ihr Design darstellt. Manche kostenlose Tools beinhalten sogar Funktionen für eine vereinfachte Migration. Einer der großen Vorteile von Tools, die Unterstützung für mehrere Geräte bieten, ist der Schutz Ihrer Zeitinvestition. So bietet beispielsweise mbed nahtlose Unterstützung für über 30 Entwicklungskarten von führenden Halbleiterherstellern wie Freescale, Nordic, NXP und ST.

Bedarf an stabilen Hochleistungstools wird es sicherlich immer geben, aber die Voraussetzungen haben sich geändert. Wenn die für die Entwicklung erforderlichen Investitionen von 20.000 € auf 10 € sinken, ist nicht abzusehen, welche großartigen Innovationen durch diese Vereinfachung des Zugangs entstehen werden. Der Durchschnittsbürger besitzt heute sehr viel fortschrittlichere Technologien, als einst für die Mondlandung benötigt wurden. Wohin es als nächstes geht, wird schließlich die Zeit zeigen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

  • UDOO: www.digikey.com/udoo
  • mbed: www.mbed.org

* David Sandys ist Direktor des Bereichs Lieferantenmarketing bei Digi-Key

(ID:42949302)