ZVEI zur Hannover Messe Elektroindustrie erwartet 2021 fünf Prozent Wachstum

Redakteur: Katharina Juschkat

Der ZVEI gibt auf der Hannover Messe einen vorsichtig positiven Ausblick: Für 2021 erwartet die Elektroindustrie ein Produktionswachstum von fünf Prozent.

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Die Auftragseingänge in der Elektroindustrie steigen - für 2021 rechnet der ZVEI mit einem Produktionswachstum von rund fünf Prozent.
Die Auftragseingänge in der Elektroindustrie steigen - für 2021 rechnet der ZVEI mit einem Produktionswachstum von rund fünf Prozent.
(Bild: ©Vitalii Vodolazskyi - stock.adobe.com)

Auf der digitalen Hannover Messe hat der ZVEI ein vorsichtig positives Bild für die Elektroindustrie gezeichnet: Für 2021 erwartet der Verband für die Branche ein Produktionswachstum von fünf Prozent – damit könnten vier Fünftel des letztjährigen Rückgangs wieder eingeholt werden.

Seit dem Sommer 2020 ist die Lagebewertung, Geschäftserwartungen und das Geschäftsklima gestiegen. Die Kapazitätsauslastung ist mit 82 Prozent im ersten Quartal 2021 fast wieder beim Vorjahresniveau angekommen, nachdem sie im zweiten Quartal des vergangenen Jahres stark zurückgegangen war. Auch die Auftragseingänge haben seit Herbst zugenommen und sich zu Jahresbeginn weiter positiv entwickelt – allein im Februar 2021 gab es hier einen Zuwachs von 13 Prozent zum Vorjahr.

Probleme bei der Material-Beschaffung

Als problematisch bezeichnet der ZVEI die Engpässe in den Lieferketten bei bestimmten Materialien. Vor allem bei Mikrochips, Kunststoffen, Stahl und Kupfer kommt es derzeit zu Verzögerungen. Dazu kommen deutliche Transportprobleme - beides führt zu höheren Kosten für die Unternehmen.

Im vergangenen Jahr konnte die Elektroindustrie ihre Exporte nur nach China nennenswert steigern. Der Zuwachs betrug 6,5 Prozent auf 23,3 Milliarden Euro. Der ZVEI-Präsident kommentiert auch die politische Entwicklung in China: „Den Konflikt zwischen China und den USA, aber auch das rigide Durchsetzen der geo- und sicherheitspolitischen Interessen Chinas, beobachten wir mir Sorge.“

Europäische Politik soll sich für faire Wettbewerbsbedingungen einsetzen

Mitgliedsunternehmen des ZVEI wünschen sich eine deutlich aktivere Industriepolitik Europas und Deutschlands. 60 Prozent befürworten den Auf- und Ausbau von Produktionsstätten zur Versorgungssicherheit. Und auch ein stärkerer Ausgleich wettbewerbsverzerrender Subventionspraktiken wird mehrheitlich gefordert. „Die europäische Politik muss sich mehr um faire Wettbewerbsbedingungen kümmern“, sagt Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung. Die sogenannten ‚IPCEIs‘ (Important Projects of Common European Interests) seien hierfür ein geeignetes Mittel.

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