Ecotricity Elektroflitzer "Nemesis" sticht Ferrari aus

Redakteur: Stefan Liebing

Das britische Ökoenergie-Unternehmen Ecotricity hat innerhalb von nicht einmal zwei Jahren den Sportwagen "Nemesis" gebaut, der laut Entwicklern schneller ist als ein Ferrari V12.

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"Nemesis": Sportliche Elektromobilität dank Windenergie (Bild: Ecotricity)
"Nemesis": Sportliche Elektromobilität dank Windenergie (Bild: Ecotricity)

Das Supercar soll aber nicht nur zeigen, dass Elektromobilität auch sexy sein kann. "Wir wollten auch beweisen, dass Elektroautos günstig und rein mit Windenergie betrieben werden können", sagt Unternehmensgründer Dale Vince. Er schätzt, dass 5.000 Windturbinen der nächsten Generation den gesamten Energiebedarf britischer Autos decken könnten.

Kraft des Windes

Die Basis für den Nemesis bildet ein Lotus Exige, bei dem ein Ingenieursteam das Chassis um 90 Millimeter gestreckt und den Schwerpunkt etwas tiefer gelegt hat. Beim Umbau wurden auch 96 Litium-Ionen-Polymerzellen ins Fahrzeug verbaut, die je nach Fahrverhalten eine Reichweite von bis zu 240 Kilometern versprechen. Teil des Umbaus ist auch ein völlig neues Getriebe für die beiden Elektromotoren. Diese beschleunigen den Sportwagen laut Ecotricity in 8,5 Sekunden auf 160 Kilometer pro Stunde. Die Spitzengeschwindigkeit beträgt fast 275 km/h.

Den notwendigen Strom für das Supercar liefern Ecotricitys Windräder. So soll der Nemesis illustrieren, wie Vince sich die Zukunft der Mobilität nach dem Erdöl-Zeitalter vorstellt. "Die Antwort werden Wind-betriebene Fahrzeuge sein, die mit erneuerbarer Energie geladen werden", sagt er.

Um den Energiebedarf von 30 Mio. Autos in Großbritannien zu decken, würden demnach 10.000 heutige Windräder reichen. Bei zukünftigen Turbinen wird die Hälfte genügen. Das klingt gut, doch muss man bedenken, dass aktuell selbst die größten Windparks der Welt nur einige hundert Turbinen umfassen.

Umstritten günstig

Ecotricity zufolge wurde der Nemesis in weniger als zwei Jahren geplant und umgesetzt, mit einem Budget von unter einer Mio. Pfund. Zu solch einer Leistung seien große Automobilkonzerne gar nicht in der Lage. Allerdings ist das Projekt in Großbritannien nicht unumstritten, berichtet die Daily Mail. Das Fahrzeug diene Vinces Privatvergnügen, nachdem die öffentliche Hand die Entwicklung mit 400.000 Pfund gefördert hat, so Kritiker.

Der Geschäftsmann weist diese Kritik zurück und verweist darauf, dass Ecotricity bereits weitere Fahrzeugentwicklungen plant. Allerdings ist ein Supercar, das sogar über 400 km/h schaffen soll, ebenfalls eher ein Luxusprojekt. Viel eher von allgemeinem Interesse sind Pläne für einen Elektro-Traktor. Immerhin ist für eine wirklich Erdöl-freie Zukunft auch eine Umstellung schwerer Landmaschinen auf alternative Antriebe.

(Quelle: pressetext)

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