Antriebstechnik

Elektrobike mit rückwärts laufendem Motor

| Autor / Redakteur: Stefanie Reiffert / Eilyn Kadow

Lukas Wheldon (li.) und Christian Sander mit ihrem Elektromotorrad "T0RR"
Lukas Wheldon (li.) und Christian Sander mit ihrem Elektromotorrad "T0RR" (Bild: Uli Benz / TU München)

136 PS, 250 Stundenkilometer, 240 Newtonmeter: Studierende der Technischen Universität München und der Tsinghua University haben gemeinsam das Rennmotorrad "T0RR" entwickelt. Die rückwärts laufende Elektromaschine soll das Bike noch besser machen.

Das schwarze Motorrad mit der pfeilförmige Schnauze scheint nur darauf zu warten, endlich auf die Rennstrecke kommen. Ein Dreivierteljahr Tüftelei und harte Arbeit steckt in dem Elektrobike "T0RR". Auf der Abschlussveranstaltung des Programms "globalDrive" am Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik stellte das Team den Prototypen vor. Aus einer BMW S1000RR hatten vier deutsche und vier chinesische Studenten Getriebe, Kupplung, Motor und die Elektronik entfernt und es dann in ein Rennmotorrad mit elektrischem Antrieb umgerüstet. Bei einer Leistung von 136 PS kann es eine Geschwindigkeit von über 250 Stundenkilometer erreichen.

Das Ziel des Teams war es, ein elektrisches Rennsportmotorrad zu entwickeln und mit diesem bei dem semiprofessionalen Pro Thunder Race in Oschersleben anzutreten, erklärt Projektleiter Dr. Frank Diermeyer. Hier wollen die Studierende beim Qualifying die Pole-Position ergattern – und somit alle konventionellen benzinbetriebenen Motorräder abhängen.

Sofort volle Leistung

Dazu muss "T0RR" viel Leistung bringen – und zwar möglichst auf Knopfdruck. Das Team baute den Akkupack aus Hochleistungszellen auf, die bei Bedarf schnell entladen werden können. Das heißt, die darin enthaltende Energie ist sofort verfügbar. "Das ist wichtig, um große Beschleunigung und hohe Endgeschwindigkeiten zu erreichen, die in Oschersleben erforderlich sind", erklärt Diermeyer.

Wenn sich der Fahrer nun beim Rennen mit dem Motorrad in die Kurven legt, sollte sich das Bike außerdem so dynamisch wie möglich verhalten. Ein zu großes Rotationsträgheitsmoment kann dies verhindern. Philip Wacker, Betreuer des Projekts, veranschaulicht das Prinzip des Trägheitsmoments am Beispiel des Fahrrads. Der Drahtesel kann alleine nicht aufrecht stehen. Erst die Bewegung der Räder, also die sich in eine Richtung drehende Masse, sorgt für Stabilität. Je schwerer dabei die rotierende Masse ist, desto stabiler fährt das Fahrrad – allerdings wird es auch schwieriger, es in die Kurven zu lenken.

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