A.T. Kearney Elektroauto schafft Durchbruch frühestens 2020

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Der Durchbruch des Elektroautos lässt noch mindestens zehn Jahre auf sich warten. Bis dahin kämpft die Industrie jedoch mit riesigen technischen und kommerziellen Hürden, wie die Unternehmensberatung A.T. Kearney aufzeigt.

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Susanne Wegmann: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Elektroauto den Durchbruch schafft, allerdings dauert die Entwicklung länger als der aktuell herrschende E-Mobility-Hype vermuten lässt.“
Susanne Wegmann: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Elektroauto den Durchbruch schafft, allerdings dauert die Entwicklung länger als der aktuell herrschende E-Mobility-Hype vermuten lässt.“
( Archiv: Vogel Business Media )

E-Mobility führt laut nicht automatisch zu einer Verbesserung der CO2-Bilanz, wie die Experten betonen. Vielmehr erhöhe ihr vermehrter Einsatz den EU-weiten Strombedarf bis 2020 um ein und bis 2030 gar um bis zu fünf Prozent. Eine geringere CO2-Belastung sei folglich nur durch eine signifikante Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energien im Strommix erreichbar. Elektromobilität bleibe vorerst ein Nischenmarkt.

Erhebliche Investitionen in die Infrastruktur erforderlich

„Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Elektroauto den Durchbruch schafft“, meint Susanne Wegmann, Geschäftsleiterin des Verbands für elektrische und effiziente Straßenfahrzeuge e-mobile. Allerdings dauere die Entwicklung länger als der aktuell herrschende E-Mobility-Hype vermuten lasse. „Kurzfristig ist ein Massenmarkt noch nicht absehbar“, unterstreicht die Branchenfachfrau. Zuvor seien erhebliche Investitionen etwa in die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge erforderlich.

Anbieter und Fahrer haben unterschiedliche Preisvorstellungen

Zum aktuellen Entwicklungsstand liegen die Preisvorstellungen zwischen Anbietern und Fahrern noch deutlich auseinander. Derzeit agieren die Autokonzerne aber noch zu zögerlich, um eine marktreife Serienproduktion und damit günstigere Preise durchzusetzen, obwohl beinahe alle Hersteller das Thema alternative Antriebe aufgegriffen haben.

Derzeit sind noch viele Fragen ungeklärt

In der Industrie sind A.T. Kearney zufolge etwa Fragen der Zulieferer sowie von Vertriebssystem und Servicewesen bislang noch unbeantwortet. So benötigen Elektrofahrzeuge „völlig neue Komponenten im Gegenwert von etwa 40 Prozent“, betont Kearney-Partner und -Geschäftsführer Robert Kremlicka. Darüber hinaus müsse in Ladetechnik und Infrastruktur investiert werden. Wie öffentliche Hand, Industrie und Energieversorger die Finanzierung untereinander aufteilen, ist aber noch nicht geklärt. Zudem seien leistungsstarke aber günstige Batterien erforderlich und die Ölpreise müssten wieder steigen, um Elektroantriebe wettbewerbsfähig zu machen.

(pressetext)

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