Beschleunigungs-Weltrekord

Elektro-Dragster sprintet in 1,779 Sekunden von 0 auf 100 km/h

| Autor: Thomas Kuther

Sie haben es geschafft: Mit einem Sprint von 0 auf 100 km/h in nur 1,779 Sekunden haben die Studenten des GreenTeams Uni Stuttgart den bisherigen Beschleunigungs-Weltrekord für elektrisch angetriebene Fahrzeuge gebrochen.
Sie haben es geschafft: Mit einem Sprint von 0 auf 100 km/h in nur 1,779 Sekunden haben die Studenten des GreenTeams Uni Stuttgart den bisherigen Beschleunigungs-Weltrekord für elektrisch angetriebene Fahrzeuge gebrochen. (Bild: Felix Bezler/GreenTeam Uni Stuttgart e.V.)

Studenten vom „GreenTeam Uni Stuttgart“ haben eine neue Bestmarke für die Beschleunigung elektrisch angetriebener Fahrzeuge aufgestellt. Nach mehreren Versuchen unterboten sie den bisherigen Schweizer Rekord und sprinteten von 0 auf 100 km/h in 1,779 Sekunden.

Der Rekord fand im Rahmen des Jade-Race in auf dem Flugplatz Mariensiel, Ostfriesland, statt. Dort treten alljährlich verschiedene Dragster-Fahrzeuge, also Fahrzeuge, die speziell für Beschleunigungsrennen konstruiert sind, gegeneinander an. Das GreenTeam erhielt im Rahmen dieser Veranstaltung spezielle Zeitslots, um seine Versuchsfahrten durchzuführen.

Der Weltrekordrennwagen E0711-5, ist ein Formelrennwagen, das bedeutet unter Anderem, frei stehende Räder und nur ein Sitz für den Fahrer. Alle Teile werden von den Studenten selbst angefertigt oder überarbeitet. Das Monocoque aus Karbonfaser, die Fahrwerksteile aus Aluminium und Titan, auch die Steuergeräte und Hochvoltakkus sind Eigenfertigungen. Die vier Synchronservomotoren samt Wechselrichtern stammen von dem Antriebshersteller AMK aus Kirchheim/Teck, die Motoren besitzen zusammen eine Leistung von über 100 kW. Zum Vergleich: Ein Formel 1 Wagen benötigt für den Sprint etwa 2,5 s. „Bei so einer Beschleunigung wirken auf den Fahrer 1,8 G. Das ist fast doppelt so schnell wie der freie Fall“ so Bauersachs, der Projektleiter des Weltrekordversuchs.

Ergänzendes zum Thema
 
Details zum Rennwagen E0711-5

Krasse Beschleunigung wie beim Achterbahnfahren

Hohe Anforderungen auch an den Fahrer. Alle Weltrekordversuche und Tests wurden von Prisca Schmid gefahren. „Die krasse Beschleunigung fühlt sich ein bisschen wie Achterbahn fahren an, nur dass man es steuern kann“ so die 22-jährige Studentin. „Man muss den Rennwagen im Griff haben und wissen, wie er sich verhält. Zudem ist es vorteilhaft, wenn der Fahrer leicht ist. Das alles trifft auf unser Mitglied Prisca zu, mit ihr haben wir super Karten“, sagt Bauersachs.

Weltrekord am späten Abend

Freitag und Samstagnachmittag hatte das Team mehrere Versuche in den Pausen und zwischen den Läufen der regulären Teilnehmer. Aber erst am Samstagabend, nach dem die Dragster-Boliden ihre Läufe beendet hatten, kam das Happy-End in letzter Minute. Das Fahrzeug konnte jetzt die freie Strecke mit den letzten Sonnenstrahlen so lange nutzen bis der Akku leer gefahren war. Die Auswertung der vielen Läufe, unter der genauen Beobachtung der offiziellen Zeugen und des Messtechnikexperten der Firma Kistler, dauerte etwa eine Stunde. Erst dann erfuhr das Team die Ergebnisse. „Feuer frei, Stuttgart“ hörte man es um kurz vor 23 Uhr über den Campingplatz rufen, die Sektkorken knallten. 1,779 Sekunden um 21:53 Uhr. Der letzte Lauf des Abends war der Schnellste – Weltrekord!

Video von der erfolgreichen Rekordfahrt:

Erfolgreiche Motorsportler

Das „GreenTeam Uni Stuttgart“ ist ein studentischer Motorsportverein. Studenten verschiedenster Fachrichtungen berechnen, konstruieren und fertigen jedes Jahr einen offen, einsitzigen Formelrennwagen. In der Rennserie „Formula Student“ tritt das Team nun schon in der sechsten Saison an. Zu den bisherigen Erfolgen gehören unter anderem, drei Teilnahmen in China, je einmal erster Platz in Italien und Deutschland und seit Gründung eine Platzierung unter den Top10 der Weltrangliste.

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