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electronica 2020: Ausstellerbeirat befürwortet diesjährige Veranstaltung

| Redakteur: Johann Wiesböck

Eine erfolgreiche electronica 2020 wäre für die Elektronikbranche enorm wichtig. Wir sprachen mit dem zuständigen Geschäftsführer der Messe München Falk Senger über die aktuelle Situation.

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Hoffnungsträger: Falk Senger, Geschäftsführer der Messe München, sieht gute Chancen, dass die Elektronikleitmesse electronica in diesem Jahr stattfinden kann.
Hoffnungsträger: Falk Senger, Geschäftsführer der Messe München, sieht gute Chancen, dass die Elektronikleitmesse electronica in diesem Jahr stattfinden kann.
(Bild: Messe München GmbH)

Die Elektronikwelt sehnt sich zum einen nach Normalität und zum anderen nach einem Aufbruch zu neuen Ufern. Hier unterscheiden wir uns kaum von anderen Branchen. Eine funktionierende electronica 2020 wäre die beste Gelegenheit, um die Weichen zu stellen und mehr Fahrt aufzunehmen. Deshalb sprachen wir mit Falk Senger, dem zuständigen Geschäftsführer der Messe München, über den aktuellen Stand der Vorbereitungen.

Herr Senger, wie sicher sind Sie, dass die electronica im November 2020 stattfinden kann?

„Wir gehen aus heutiger Sicht davon aus, dass die electronica planmäßig im November stattfinden wird. Das pandemische Geschehen hat in den meisten Ländern Europas seinen Höhepunkt Mitte April überschritten, so dass wir bis zum Herbst von einer weiteren deutlichen Entspannung der Situation ausgehen können. Hundertprozentige Sicherheit gibt es in einer derart ungewöhnlichen Lage auf so einen langen Zeitraum gesehen natürlich nicht. Jedenfalls laufen unsere Messevorbereitungen auf Hochtouren. Unser Ziel ist es, eine für alle Beteiligten erfolgreiche Veranstaltung zu organisieren, so wie es Aussteller und Besucher der electronica seit vielen Jahrzehnten gewöhnt sind.“

Gibt es bereits eine Genehmigung der Behörden, dass die electronica unter Auflagen stattfinden kann?

„Die Messe München befindet sich derzeit in enger Abstimmung mit der Bayerischen Staatsregierung und den zuständigen Behörden, welche Auflagen erfüllt werden müssen, damit eine Messe wie die electronica sicher stattfinden kann. Glücklicherweise bewertet die Politik Messen mittlerweile anders als etwa Rockkonzerte oder Volksfeste. Wir haben bei der Messe München bereits ein schlüssiges, den Messebetrieb nicht wesentlich einschränkendes Schutz- und Hygienekonzept ausgearbeitet, das derzeit mit den Gesundheitsbehörden erörtert wird.“

Wie gut ist das Messegelände für die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln geeignet?

„Das Münchner Messegelände zählt zu den modernsten Veranstaltungsstätten der Welt und erfüllt bereits heute höchste Hygienestandards, die derzeit noch weiter verbessert werden. Hierzu zählen Sanitätsstationen, die mit qualifiziertem medizinischem Personal besetzt sind, Desinfektionsmittelspender auf dem gesamten Gelände und der kontinuierliche Einsatz von Reinigungsdiensten. Somit sind wir ohne weiteres in der Lage, die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln zu gewährleisten. Aktuell erarbeiten wir zusätzlich ein Konzept, das die Steuerung des Besucherstroms zum und auf dem Gelände unter den Aspekten der Corona Pandemie optimiert.“

Wie ist die Haltung des Ausstellerbeirates in der aktuell noch unsicheren Lage?

„Seit Beginn der Lockdown Maßnahmen im März stehen wir im engen und regelmäßigen Austausch mit den Mitgliedern des electronica-Fachbeirates und sonstigen Kernausstellern. Zuletzt haben wir uns Mitte Mai im Rahmen einer planmäßigen Fachbeiratssitzung über die aktuelle Lage ausgetauscht. Der Ausstellerbeirat befürwortet eindeutig ein Stattfinden der electronica 2020. Die Messe soll ein deutliches Zeichen des Optimismus in den Markt aussenden und die derzeit schmerzlich vermissten Kundekontakte kompensieren helfen.“

Wie viele Aussteller haben sich bereits angemeldet und wie viele offizielle Absagen haben Sie?

„Aktuell haben sich rund 1.700 Unternehmen für die diesjährige electronica angemeldet. Zum gleichen Zeitpunkt vor zwei Jahren waren es nur geringfügig mehr Aussteller. Daher hoffen wir, dass wir so nah wie möglich an das Ergebnis von 2018 herankommen werden, zumal wir davon ausgehen, dass sich mit der weiteren Verbesserung der Situation noch zahlreiche weitere Aussteller anmelden werden. Angesichts der aktuellen Unsicherheiten wäre dies ein Riesenerfolg!“

Zur electronica kommen mehr Amerikaner als zu anderen deutschen Messen. Die müssen alle fliegen. Sehen Sie hier Probleme?

„Die Hälfte der Messebesucher reist aus dem Ausland nach München. Diese Internationalität macht die electronica erst zur Weltleitmesse. In diesem Jahr sind wir abhängig von äußeren Umständen wie Grenzschließungen und sonstigen Reisebeschränkungen. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich die Situation bis zum Herbst wieder weitgehend normalisiert hat. Dennoch spielen diese Szenarien in unseren Planungen für die electronica eine wichtige Rolle. Stand heute rechnen wir mit einem gewissen Rückgang der Besucherzahlen sowie der Internationalität.“

Haben Sie Rücktrittsmöglichkeiten und andere Geschäftsbedingungen für die Aussteller angepasst, um deren Risiko zu reduzieren?

„Zum aktuellen Zeitpunkt gelten die bekannten Stornierungsrichtlinien der Messe München. Im Fall der Absage einer Messe erstattet die Messe München den Beteiligungspreis zurück. Zudem geben wir den Firmen mehr Zeit, ihre Fläche zu bestätigen. Schließlich haben wir mit der Münchener Hotellerie vereinbart, dass diese im Falle anstehender für die Aussteller und Besucher kostenpflichtiger Stornierungstermine flexibel agiert, da auch den hiesigen Hotelbetrieben am Erhalt ihrer guten Kundenbeziehungen gelegen ist.“

Welche weiteren Aspekte sind momentan wichtig und was möchten Sie Ausstellern und Besuchern unbedingt mitteilen?

„Die aktuelle Situation lässt in den meisten Bereichen keine langfristigen Planungen zu. Man fährt im Großen und Ganzen auf Sicht und wartet die wöchentlichen Updates ab. In dieser Zeit möchten wir Ausstellern und Besuchern zeigen, dass die Messe München alles Mögliche veranlasst, damit die electronica im kommenden Herbst sicher und erfolgreich stattfinden kann. Und das im engen Austausch mit unseren Kunden. Wir sind guter Hoffnung, dass wir im November ein gelungenes Branchentreffen der Elektronikindustrie in München erleben werden, wenn auch vermutlich ohne neue Rekordergebnisse wie in der Vergangenheit.“

Letzter Call zur Embedded Platforms Conference

Am Freitag 29. Mai endet der Call for Papers für die electronica Embedded Platforms Conference. Eingeladen zur Einreichung von Vorträgen sind Experten aus Industrie und Forschung, Embedded-Spezialisten von Herstellern und Anbietern moderner Hard- und Software-Bausteine sowie erfahrene Fachleute aus der Embedded-Praxis. Alle Infos zur Konferenz finden Sie hier. Fragen zur Konferenz beantwortet wir Ihnen gerne Chefredakteur Johann Wiesböck via johann.wiesboeck@vogel.de.

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