Einkauf von Elektronikgehäusen auf die smarte Art

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Es wäre auch nur eine Frage der Zeit, bis einer dieser Lieferanten diese feine Wertschöpfungskette reißen lässt. Dazu muss nur eine Charge halbfertiger Gehäuse beschädigt und dadurch unbrauchbar sein.

Das bedeutet, die ganze Kette beginnt wieder von vorne, man hat nichts vorzuweisen außer einigen beschädigten Produkten und eine Hand voll Rechnungen von Lieferanten, die ihren Anteil am Prozess bereits erfüllt haben.

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Es ist viel einfacher einen Speziallieferanten zu nutzen, der alles aus einer Hand liefert: Bearbeitung, den Einsatz spezieller Materialien, Abschirmung sowie die Lieferung des Individualgehäuses. Teile wie Kabelverschraubungen und Schnittstellen werden von diesem Lieferanten direkt vor Ort besorgt – ebenso komplexere Elemente wie beispielsweise Folientastaturen.

Einbau und Montage der Leiterplatten

Doch es kommen noch weitere Fragen auf. Was ist mit dem Einbau und der Montage? Kann die Platine zugesandt und der gesamte Fertigungsprozess ausgelagert werden? Die vollständige Auslagerung der Fertigung kann von Vorteil sein, wenn das betreffende Produkt kein Kernprodukt ist. Dies kann aus der Sicht von Kosteneinsparern verlockend sein, so zum Beispiel die Verlagerung der Produktion nach Fernost mit niedrigen Fertigungskosten.

Doch hierbei ist Vorsicht geboten. Die Inanspruchnahme von Lieferanten in Schwellenländern wirft Fragen zur Qualitätssicherheit und Liefertreue auf.

Ein weiteres Thema ist geistiges Eigentum. In manchen Rechtssystemen ist der Umgang mit Urheberrechten sehr nachlässig – oder zumindest zum Teil, was die Durchsetzung der Regeln angeht. So oder so könnte am Ende Ihr Produkt kopiert werden. Dagegen können Sie nur mit einer Klage vorgehen – und das ist nie einfach, nie billig und nie lustig. Ganz besonders nicht über internationale Grenzen hinweg.

Das Wagnis ans andere Ende der Welt zu gehen – entweder zur Beschaffung von Gehäusen oder zur Endmontage – ergibt erst Sinn, wenn Entwickler über Stückzahlen von mindestens 10 000 Einheiten sprechen. Und das Ganze dann auch nur, wenn sie einen Lieferanten nutzen, der ein vorbildliches Ansehen genießt. Für kleine und mittelständische Hersteller lohnt es sich, bei einem bewährten Lieferanten näher am Ort zu bleiben.

Ganz gleich wie die Entscheidung ausfällt: Die Verpackung muss stimmen und das Gehäuse in einem unversehrten Karton, am besten einzeln verpackt, angeliefert werden. Dann kann man diese Verpackungen mit jeweiligem Logo versehen und als Behältnis für den Versand der fertigen Produkte weiterverwenden.

* Frank Wahlandt leitet das Sales/Projektmanagement bei Odenwälder Kunststoffwerke Gehäusesysteme in Buchen.

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