Fertigungslogistik Einführung von AutoID-Techniken bei Fertigungsunternehmen

Autor / Redakteur: Wolfhart Grote * / Franz Graser

Kosten senken, Umsätze steigern – das erwarten Unternehmen von AutoID-Lösungen. Entscheidend für den Erfolg ist die Wahl der am besten geeigneten Technik – ob Barcode, Sensornetze, Ortung oder RFID.

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Klärungsbedarf: Vor der Einführung von AutoID-Lösungen auf Basis von Funketiketten (RFID) müssen mehrere Faktoren sichergestellt werden – etwa, ob die Lösung den erwünschten Nutzen bringt, ob sie machbar oder wirtschaftlich ist.
Klärungsbedarf: Vor der Einführung von AutoID-Lösungen auf Basis von Funketiketten (RFID) müssen mehrere Faktoren sichergestellt werden – etwa, ob die Lösung den erwünschten Nutzen bringt, ob sie machbar oder wirtschaftlich ist.
(Bild: Infolab)

Zur Kostensenkung gibt es viele Möglichkeiten. Das Unternehmen kann mit der richtigen Technik die Zahl der Tätigkeiten, die händisch auszuführen sind, senken. Es kann die Durchlaufzeiten verringern, also die Zeit, in der ein Gegenstand von A nach B muss. Und es kann die Fehlerquoten reduzieren, die an den Prozessketten auftreten.

Die Umsatzsteigerung erreicht das Unternehmen mit folgenden Maßnahmen: Es entwickelt neue Kundendienste und führt sie erfolgreich ein. Hybride Produkte, also Kombinationen aus Sach- und Dienstleistungen, die am Markt als integrierte Leistungsbündel angeboten werden, stellen dabei einen Wettbewerbsvorteil dar. Ebenso erweitert es die bestehenden Märkte und erschließt sich neue. Letztlich sollte ein Unternehmen die bisherigen Leistungen zu niedrigeren Kosten und neue Leistungen zu planbaren Kosten anbieten können, nachdem es die am besten geeignete AutoID-Lösung eingeführt hat.

Eine Machbarkeitsanalyse ist notwendig

Der erste Schritt vor einer Einführung ist zu allererst eine eingehende Analyse. Die größte Herausforderung ist dabei, den Nutzen genau zu ermitteln, den die AutoID-Technik leisten kann. Bei dieser Machbarkeitsanalyse ist strukturiert und ganzheitlich vorzugehen. Häufig ist nämlich unklar, ob sich der AutoID-Einsatz rechnet.

Professor Frank Straube, Leiter des Fachgebiets Logistik an der Technischen Universität Berlin, hat in seinem Buch „RFID in der Logistik“ (2009) die zehn größten Schwierigkeiten zusammengefasst, die bei der Einführung der RFID-Technik bestehen. Auf den Plätzen 1 und 2 mit der größten Bedeutung für den Anwender befinden sich zum einen die Befürchtung, dass die Kosten den Nutzen übersteigen, und zum anderen die Sorge um die Frage, wie die Lösung am besten in die bestehende IT-Infrastruktur zu integrieren sei. Dann folgen, hier geordnet nach zunehmender Relevanz von Platz 8 bis 3: die unvorhersehbare Weiterentwicklung der Technik, das mangelnde Fachwissen im Unternehmen, das Ausbleiben des erwarteten Nutzens, die Überschreitung der eingeplanten finanziellen Kosten, die Einbindung in die Geschäftsprozesse und die Messbarkeit des tatsächlichen Nutzens. Auf den Plätzen 10 und 9 mit der geringsten Relevanz stehen die Komplexität der Anlaufgestaltung sowie die Berücksichtigung künftiger Systemerweiterungen und Prozessänderungen.

Die Zusammenstellung zeigt, dass potenzielle Anwender verunsichert sind: Bringt die RFID-Lösung den erwünschten Nutzen? Ist sie überhaupt machbar? Ist sie wirtschaftlich genug? Die Bewertung von Nutzenpotenzialen stellt folglich eine zentrale Herausforderung dar. Die Aufgabe des Anbieters besteht also darin, die grundlegenden Potentiale der Technik herauszuarbeiten und sie fachmännisch zu bewerten. Des weiteren hat er eine ganzheitliche Vorgehensweise zu entwickeln, wie der Anwender die Technik wirtschaftlich erfolgreich einsetzen kann. Außerdem muss der Anbieter auf geeignete Instrumente zurückgreifen, um die In-vestition sicher bewerten zu können.

Wie bekommt der Anbieter nun eine Machbarkeitsanalyse für neue AutoID-Techniken, die sowohl gut strukturiert als auch ganzheitlich angelegt ist? Es empfiehlt sich, diese Analyse in fünf Schritte zu gliedern: von der Studien- über die Prozess-, die Nutzen-, die Technik- bis hin zur Rendite-Phase (auch Return-on-Investment- oder ROI-Phase).

Studienphase fördert Verständnis für AutoID

Im ersten Schritt, der Studienphase, ist es sinnvoll, zunächst ein Mitarbeiterseminar abzuhalten. Dies kann das gemeinsame Verständnis für die AutoID-Techniken fördern. Die Mitarbeiter bekommen die Möglichkeit, herauszufinden, welche Einsatzfelder in Frage kommen, und können diese bereits im Hinblick auf deren Bedeutung für das Unternehmen einordnen. Außerdem kann das Seminar dabei helfen, die Unternehmensprozesse zu ermitteln, die dann später zu betrachten sind.

Während der Studienphase ist es außerdem nützlich, eine sogenannte Fokusgruppe zu bilden, in der sich die Prozessverantwortlichen zusammenfinden. Diese kann die Unternehmensprozesse einer ersten Sichtung unterziehen und prüfen, ob es wirklich Sinn hat, AutoID einzusetzen. Sie kann nicht zuletzt dazu beitragen, der Versuchung zu widerstehen, die neue Technik allein um der Innovationsfreude willen einzuführen.

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