Crossbow-Entwicklungsboard Einfacher Umstieg von 8- auf 32-Bit-MCU-Anwendungen

Redakteur: Holger Heller

Der Distributor Future Electronics bietet mit ‚Crossbow‘ ein Entwicklungsboard an, das es erlaubt, in System-Prototypen mit 8- und 32-Bit-Mikrocontrollern zu experimentieren. In einer durch ELEKTRONIKPRAXIS organisierten Leseraktion konnte diese Evaluierungsplattform nun näher getestet werden.

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Das Crossbow-Board ist eine Plattform zur MCU-Entwicklung, die mit anderen Platinen zusammenarbeitet, mit der Besonderheit, dass sie Hardware-Einsteckmodule (Tochterplatinen) für eine Auswahl von 8- und 32-Bit-MCUs von Freescale unterstützt. Zu diesen Bausteinen zählen der MC9S08QE128 (8 Bit) und MCF51QE128 (32 Bit ColdFire V1), die als erste Mitglieder der Freescale-MCU-Familie Flexis vorgestellt wurden.

Ralf Lehmann, Product Marketing Engineer bei Future Electronics Deutschland, erklärte dazu: „Crossbow erleichtert den Umstieg von 8 auf 32 Bit, ist für qualifizierte Kunden kostenlos und basiert auf unserem stapelbaren Board-Format Future-Blox, das wir im Oktober 2006 eingeführt haben. Damit können Entwickler Controller- und Anwendungsplatinen zusammenstecken, um komplette Machbarkeitsnachweise auf System- oder Subsystemebene zu erstellen.“

Die Boards unterstützen diverse Peripherie- und Kommunikationsschnittstellen und behandeln laut Future die Hauptanforderungen der 8- und 32-Bit-MCU-Anwender in der Industrie und im Consumerbereich. „Der Flexis QE duo bietet eine nahtlose Anpassung zwischen 8- und 32-Bit-MCUs“, so Lehmann, „diese neuen QE-Produkte sind pin- und peripheriekompatibel, wobei auf dem 8-Bit-MC9S08QE128 geschriebene Software ohne jegliche Veränderung auch auf dem 32-Bit-MCF51QE128 läuft.“

„16-Bit-Option wäre wünschenswert“

Torsten Beutler, Entwicklungsingenieur im Geschäftsbereich Wegaufnehmer beim Sensorenhersteller Balluff in Neuhausen bei Stuttgart, wurde als Tester des Crossbow-Boards ausgewählt. Das auf Sensorik im Automatisierungsbereich spezialisierte Unternehmen stellte vor drei Jahren von zwei 8-Bit-MCUs auf eine 16-Bit-MCU um. Zu Testzwecken wurde nun ein direkter Leistungsvergleich zwischen einer 8- und 32-Bit-MCU bei der Laufzeitmessung von Wegaufnehmern durchgeführt.

„Ohne Crossbow würde eine Laufzeitmessung mit unterschiedlichen MCUs äußerst umständlich vonstatten gehen“, so Beutler, „jeweils eigene Testboards müssten angeschafft werden und vor allem neuer Code müsste geschrieben und kompiliert werden, was den Entwicklungsaufwand wesentlich erhöht. Der 1:1-Austausch der Einsteckmodule und die Code-, Pin- und Peripherie-Kompatibilität der Freescale-MCUs erlauben eine schnelle Überprüfung von Produktkonzepten. Mit der 32-Bit-MCU ergab sich eine wesentlich bessere Performance bei der Laufzeitmessung als mit der 8-Bit-Variante.“

Da aber bei Balluff auf eine 16-Bit-MCU umgestellt wurde, hofft Beutler, dass auch eine 16-Bit-Option für das Crossbow-Board eingeführt wird. „Wäre das Board vor drei Jahren auf den Markt gekommen und wären 32-Bit-MCUs zu diesem Zeitpunkt so leistungsfähig und vor allem so kostengünstig gewesen wie heute, hätten wir wahrscheinlich sofort auf 32 Bit umgestellt,“ so Beutler.

Neben dem schnellen Austausch der MCU-Module zählt Beutler als weitere Vorteile die in Crossbow integrierten Beispielapplikationen sowie die Ansteuerung des LCDs auf dem Board auf, das die Visualisierung vereinfacht. Etwas verbesserungswürdig sei laut Beutler der Debugger; in einem Eigenprojekt fiel auf, dass in der Processor-Expert-Umgebung die Bennennung der Port-Pins nicht 100% identisch ist und per Hand nachgepflegt werden muss. Für weitere Tests, z.B. mit dem S08, stellt Beutler das Board anderen Abteilungen bei Balluff gerne zur Verfügung.

Weitere Tochterplatinen vorgesehen

Zu den wesentlichen Leistungsmerkalen des Crossbow-Boards zählen: CAN2.0B-, USB2.0-, Zeichen-LCD-, Glas-LCD-Schnittstellen, 5,0- und 3,3-V-Versorgungsschienen, I²C- und SCI-Bus, 8-Kanal-A/D-Wandler sowie Anschlüsse für die Module Bluetooth ConnectBlue und MaxStream ZigBee sowie die ZigBee-Evaluierungsplatine von Freescale. Als Tool steht das CodeWarrior Development Studio zur Verfügung, das kostenlos mitgeliefert wird. Future Electronics liefert außerdem Demonstrations-Software mit Crossbow aus.

Das Crossbow-Basisboard ist nicht auf das Hosting von Flexis-MCUs beschränkt. Zusätzliche Tochterplatinen, deren Freigabe im dritten Quartal 2007 erfolgen, sollen die 8-Bit-MCU MC9S08LC60LK mit LCD-Treiber, eine MCU mit CAN2.0-Controller sowie die MCUs MC9S08GB60ACFUE und MC9S08GT60ACBFE unterstützen. Außerdem veröffentlicht Future sein Entwurfsformat sowie das Protokoll von Crossbow, so dass Kunden ihre eigene Tochterplatine bauen und so die Freescale-MCU ihrer Wahl unterstützen können.

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Für qualifizierte ELEKTRONIKPRAXIS-Leser, die Crossbow für den Umstieg von 8 auf 32-Bit einsetzen möchten stellt Anbieter Future kostenlose Entwicklunbsboards zur Verfügung. Interessierte Entwickler melden sich im Internet über das Qualifizierungsformular für Crossbow an.

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