Bedienoberlfächen

Einfache Bedienung und schnell erzielte Messergebnisse

| Autor / Redakteur: Jonathan Tucker * / Hendrik Härter

Schnell zum Ergebnis: Über ein Touch-Display hat der Anwender Zugriff auf alle Gerätefunktionen.
Schnell zum Ergebnis: Über ein Touch-Display hat der Anwender Zugriff auf alle Gerätefunktionen. (Keithley)

Selbsterklärend und eine einfache Menüstruktur. Moderne Messgeräte dürfen den Anwender nicht abschrecken, sondern sollen schnell Ergebnisse liefern. Das zeichnet eine gute Hardware aus.

Wer beruflich mit Test- und Messtechnik zu tun hat, möchte möglichst schnell genaue Messergebnisse erhalten, und zwar ohne eine komplizierte Konfiguration oder Einstellung der Messinstrumente. Heute sind nicht nur mehr Aufgaben in kürzerer Zeit zu erledigen, sondern es wurden auch die Zuständigkeiten im Bereich der Test- und Messtechnik teilweise geändert.

Kürzlich durchgeführte Studien haben entscheidende Veränderungen im Messtechnikmarkt aufgezeigt, wie immer kürzere Produkt-Designzyklen (Verkürzung um 13% innerhalb der letzten drei Jahre) und weniger dedizierte Testingenieure mit umfassenden T&M-Erfahrungen. So hat beispielsweise jeder fünfte Elektroingenieur eine Berufserfahrung von weniger als 10 Jahren. Zudem sind viele Ingenieure nun auch für den Test verantwortlich.

Flache Menüstruktur: Moderne Mess-Geräte sollen sich einfach bedienen lassen und schnell Ergebnisse liefern.
Flache Menüstruktur: Moderne Mess-Geräte sollen sich einfach bedienen lassen und schnell Ergebnisse liefern. (keithley)

Gleichzeitig hat sich auch das Profil des typischen Instrumentenanwenders verändert. Zusätzlich zu Elektroingenieuren kommen mittlerweile mehr und mehr Ingenieure anderer Fachrichtungen hinzu, die einen schnellen Zugriff auf Messdaten benötigen aber nur wenig Erfahrungen im Bereich der elektrischen Messtechnik haben.

Anwender sind eher Software- als Hardware-orientiert

Immer mehr dieser Anwender sind zudem eher Software-, als Hardware-orientiert. Für diese wachsende Anwendergruppe können konventionelle Bedienoberflächen mit Tasten und Befehlsmenüs eine entscheidende Herausforderung darstellen. In den letzten 10 Jahren haben sich in der Konsumelektronik hochwertige kapazitive Touch-Displays mit einer einfachen Bedienung weit verbreitet. Das hat dazu geführt, dass moderne Geräte praktisch selbsterklärend sind und konventionelle Benutzerhandbücher selten oder nie benötigt werden.

Laut einer Umfrage des Pew Internet & American Life Project aus dem Jahr 2013 nimmt die Verbreitung von Tablet-Computern schnell zu. Mittlerweile besitzt ein Drittel aller Erwachsenen in Amerika ein solches Gerät. Das sind rund doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Und das hat auch Auswirkungen auf die Messtechnik. Denn bei der Auswahl von Messinstrumenten wird von Seiten der Anwender verstärkt ein Fokus auf die Bedienfreundlichkeit gelegt. Die Messtechnikhersteller müssen ihr Produktangebot dementsprechend überarbeiten, damit sie den neuen Erwartungen genüge leisten.

Wie der Kunde sein Messgerät gern hätte

Eine von Keithley durchgeführte Umfrage unter Instrumentenanwendern sowie eingehende Interviews haben mehrere Schwerpunktthemen und Wünsche der Kunden für künftige Gerätegenerationen offenbart:

  • Die Anwender möchten eine einfachere Bedienoberfläche: „Können Sie die Anzahl der Tasten und Menüstrukturen auf der Frontplatte nicht reduzieren?“ „Ich kann ein DMM ohne Handbuch nutzen. Ich kann eine Stromversorgung ohne Handbuch verwenden. Warum kann ich eine SMU nicht ohne Handbuch bedienen?“
  • Die Anwender möchten den Messprozess deutlich beschleunigen: „Wir müssen Messungen durchführen. Vereinfachen Sie die Einstellung, damit ich die Messungen schnell erledigen kann.“ „Ich habe keine Zeit, um meinen Studenten die Bedienung des Instruments beizubringen.“
  • Die Anwender möchten sich auf ihre Arbeit konzentrieren und sich nicht mit Details des Test- oder Messprozesses befassen: „Ich bin Material-Experte und kein SMU- oder Software-Spezialist. Ich will das Instrument nur nutzen, um mit meiner Arbeit voranzukommen.“

Die neuste Generation der SMU- (Source-Measure Unit-)Instrumente berücksichtigt die Wünsche der Anwender. Zum Beispiel verfügt das SourceMeter SMU Instrument Modell 2450 von Keithley über eine Bedienoberfläche mit kapazitivem Touchscreen, welche den Anwender dabei unterstützt die benötigten Antworten möglichst schnell und einfach zu erhalten. Wie alle SMU-Instrumente bietet es eng gekoppelte Einspeise- und Messfunktionen, aber die Konfiguration einer Messung erfordert nun nur noch etwa halb so viele Schritte wie bei früheren Designs. Die Einstellung einer Messung erfolgt sehr einfach über ein Bildschirmsymbol.

Einfache Bedienung und schnellere Messergebnisse

Bei modernen Instrumenten lässt sich die Testproduktivität nicht mit einem einzelnen Merkmal oder einer Funktion erhöhen. Mit einer Kombination mehrerer Faktoren lassen sich die gewünschten Ergebnisse schnell erhalten. Ein einfaches Beispiel ist die Menüstruktur des Mess-Instruments. Im Gegensatz zu komplexen Softkey-Architekturen, bei denen der Anwender bis zu sechs Ebenen tief gehen muss, um die gewünschte Auswahl zu erreichen, bieten die neuesten Instrumente eine deutlich flachere Menüstruktur (Bild Seite 48). Der Anwender kann dadurch die Konfiguration einer Messung durch das Drücken von maximal zwei Tasten erledigen.

Einige Anwender von SMU-Instrumenten möchten das Handbuch bei Problemen möglichst nie konsultieren. Um die Anwender bei solchen Problemen zu unterstützen, integrieren immer mehr Entwickler von SMU-Instrumenten kontext-abhängige Hilfefunktionen. Diese reichen jedoch nicht immer aus, um eine hohe Anwender-Produktivität sicherzustellen. Aus diesem Grund lassen sich SMU-Instrumente einfach bedienen, so dass die Konfiguration ähnlich leicht wie bei einem Digitalmultimeter oder einer Stromversorgung ist. Mit den aktuellen Touchscreen-Bedienschnittstellen lässt sich leichter navigieren, da viele Funktionen und Parameter graphisch dargestellt werden. Das verkürzt nebenbei auch die Lernkurve beim Einsatz eines neuen Instruments.

Für viele Testaufbauten im Messlabor sind ganz unterschiedliche Instrumente notwendig. So integrieren die Instrumenten-Hersteller immer häufiger eine eingebettete Instrument-Steuersoftware, um die Vernetzung der Instrumente und die Testeinstellungen zu vereinfachen. Einige der anfangs erforderlichen Einstellungen lassen sich so automatisch konfigurieren. Diese Anwendungen verfügen über Bedienoberflächen, die einfach anzupassen sind, eine automatische Erkennung von kompatiblen Instrumenten im Netzwerk und eine einfache Kommunikation mit Instrumenten, die mit einem externen Controller verbunden sind.

* Jonathan Tucker ist Senior Marketing Product Manager bei Keithley Instruments in Cleveland, Ohio.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42916688 / Messen/Testen/Prüfen)