Einen Rollstuhl mit Hilfe der Mimik steuern

| Redakteur: Hendrik Härter

Wheelie fährt seinen Nutzer durch die Wohnung. Dazu reicht es aus, den Rollstuhl über spezielle Gesichtsausdrücke zu steuern.
Wheelie fährt seinen Nutzer durch die Wohnung. Dazu reicht es aus, den Rollstuhl über spezielle Gesichtsausdrücke zu steuern. (Bild: Hoobox Robotics)

Dank einer präzisen Kamera und eines KI-Algorithmus ist es möglich, einen Rollstuhl allein mit Gesichtsausdrücken zu steuern. Entwickelt hat das System ein brasilianisches Start-up. Aktuell wird Wheelie in den USA an 60 Probanden getestet.

Er ist etwas Besonderes: Wheelie ist ein Rollstuhl, der allein durch die Mimik seines Benutzers gesteuert wird. Das ist im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig: Denn wenn man einen Kussmund macht, so fährt der Rollstuhl vorwärts. Meist bleibt das nicht ohne ein Lächeln, dann allerdings stoppt der Rollstuhl. Zum Einsatz kommt das Wheelie-Kit, das die Intel 3D-Kamera RealSense verwendet. Somit wird jeder motorisierte Rollstuhl um eine Gesichtserkennung erweitert.

Entwickelt wurde das System erstmals von Wissenschaftlern an einer brasilianischen Universität, weiterentwickelt wurde es von Intel und dem brasilianischen Start-up-Unternehmen Hoobox Robotics. Aktuell laufen Tests von ungefähr 60 Anwendern in den USA.

Dank der Gesichtserkennung und der damit verbundenen Möglichkeit, einen Rollstuhl zu steuern, ist Wheelie vor allem für Menschen interessant, die vom Hals abwärts gelähmt sind. Aktuell lässt sich der Rollstuhl mit bis zu zehn Gesichtsausdrücken steuern. Dazu gehören der erwähnte Kuss zum Vorwärtsfahren, Lächeln zum anhalten, aber auch ein Augenzwinkern oder eine Bewegung der Augenbrauen.

Dabei sind die Gesichtsausdrücke nicht fix. Jeder Anwender kann frei entscheiden, welche Funktion mit welchem Gesichtsausdruck hinterlegt wird. So haben die Entwickler die Erfahrung gemacht, dass recht oft ein Kuss zum Vorwärtsfahren verwendet wird. Und um den Rollstuhl zu stoppen, wird sehr gern ein Lächeln verwendet.

Keine Körpersensoren notwendig

Für den Anwender interessant ist, dass keine Körpersensoren notwendig sind. Die 3D-Kamera am Rollstuhl empfängt die unterschiedlichen Gesichtsausdrücke und ein KI-Algorithmus wertet die Daten in Echtzeit aus, damit der Stuhl gesteuert wird.

Paulo Pinheiro, Mitbegründer und Geschäftsführer von Hoobox Robotics: „Wheelie ist das erste Produkt, das Gesichtsausdrücke verwendet, um einen Rollstuhl zu steuern. Dazu ist eine unglaublich präzise und genaue Kamera notwendig, um den Rollstuhl zu steuern.“

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