Fahrzeugbeleuchtung Eine winzige Optik für das komplette Rücklicht

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Hella hat eine spezielle Optik für das Rücklicht eines Fahrzeugs entwickelt. Die Optik selbst misst nur wenige Mikrometer und erlaubt es, Blink-, Brems- und Schlusslicht zu vereinen. Selbst mehrfarbige Kombinationen sollen möglich sein.

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Eine nur wenige Mikrometer große Optik kann sämtliche Schlusslichtfunktionen einer Heckleuchte abbilden.
Eine nur wenige Mikrometer große Optik kann sämtliche Schlusslichtfunktionen einer Heckleuchte abbilden.
(Bild: Hella)

Neue Gestaltungsmöglichkeiten im Fahrzeugbau sind bei den Herstellern immer gefragt. Denn laut Dr. Frank Huber muss das Auto vor allem eines: „Charakter haben und emotionalisieren“. Er ist Geschäftsführer für den Lichtbereich. Denn Licht spielt zunehmend eine wichtige Rolle im Automobilbau. Neben Sicherheitsaspekten kommt es den Automobilbauern immer mehr auf das Design an. Dabei kommt der Heckleuchte eine besondere Bedeutung zu. „Sie setzt das Fahrzeug in Szene“, beschreibt es Huber.

Hier setzt das von Hella entwickelte FlatLight-Konzept an. Ein spezielles Lichtleiterkonzept auf Basis von Mikrooptiken: Optische Linsen, die kleiner als ein Salzkorn sind. Dank der nur wenige Mikrometer großen Optiken lassen sich die Beugungseigenschaften des Lichts nutzen. „Das wird die Lichtsignaturen, wie wir sie bislang kannten, grundlegend verändern“, sagt Dr. Huber.

Ein Optikelement für Blink-, Brems- und Schlusslicht

Ein wesentlicher Vorteil des neu entwickelten Konzepts besteht zudem darin, dass im Vergleich zu anderen Techniken weniger Energie erforderlich ist. Mit einer Leistung von einem Watt lassen sich sämtliche Schlusslichtfunktionalitäten abbilden. Ein Optikelement genügt für Blink-, Brems- und Schlusslicht. Bislang waren hierfür einzelne Kammern nötig. Darüber hinaus sind auch mehrfarbige Kombinationen, wie sie für Schlusslicht/Blinklicht oder Tagfahrlicht/Blinklicht benötigt werden, in nur einem Element möglich.

Hinzu kommt, dass die Form der einzelnen Optikelemente frei gestaltbar ist. Komplexe Willkommens- und Verabschiedungsszenarien lassen sich über die Software-Schnittstelle von Hella nicht nur gestalten, sondern außerdem direkt implementieren. Zudem sind Schriften, Logos und andere Grafiken möglich.

Mikrooptiken oder Nanopartikel für die Heckleuchte

Mit dem nur wenige Millimeter dünnen Aufbau des FlatLight bietet sich nicht nur ein größerer Gestaltungsfreiraum an. Die Umsetzung mit Mikrooptiken (FlatLight μMX) ist nur eine Möglichkeit, die Heckleuchte aufzubauen. Je nach Kundenwunsch und Anforderungen lassen sich auch andere Techniken verwenden, wie Nanopartikel. Mit ihnen können beispielsweise dreidimensional gekrümmte Optikelemente ermöglicht werden, die einer Fahrzeugkontur noch besser folgen und damit unter anderem Bauraum einsparen und somit weniger Gewicht.

Bereits im Jahr 2001 hatte Hella erste LED-Lichtleitstäbe in Scheinwerfer und Heckleuchten integriert. Aktuell befindet sich das Unternehmen in Gesprächen mit Kunden und plant, das FlatLight in den nächsten drei Jahren auf den Markt zu bringen.

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