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Eine Steuereinheit für LEDs regelt das Licht über den Tag

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Passt sich das künstliche Licht dem Biorhythmus an, spricht man von Human Centric Lighting. Mit dem passenden LED-Controller lässt sich das Licht individuell anpassen.

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Steuergeräte: Synergy 21 hat die Master-Einheit Portaluce3653 entwickelt. Außerdem lassen sich Elemtente der Gebäudeautomation verbinden.
Steuergeräte: Synergy 21 hat die Master-Einheit Portaluce3653 entwickelt. Außerdem lassen sich Elemtente der Gebäudeautomation verbinden.
(Bild: Synergy 21)

Bereits 2015 hat sich im Bereich Beleuchtung ein neuer Trend etabliert, der sich auch in der Zukunft deutlich positiv entwickeln wird: Gesundheit. Ob in den Obst- und Gemüseregalen der Supermärkte, der wachsenden Zahl der Fitnesszentren oder an der stark steigenden Anzahl der Bio-Läden, wir legen inzwischen viel mehr Wert auf einen gesunden und bewussten Lebensstil. Dieser Trend führt sogar soweit, dass Beleuchtungshersteller ihre Sortimente diesem modernen Lifestyle anpassen. Neben intelligenter Lichtsteuerung, welche sich bereits etabliert hat, zählt inzwischen auch Human Centric Lighting zu den Kernbegriffen der heutigen Lichtindustrie.

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Der Grundgedanke hinter Human Centric Lighting geht zurück auf jenen eben beschriebenen Gesundheitstrend. Seit allgemein bekannt ist, dass Licht sich auf den menschlichen Biorhythmus auswirkt und auch Einfluss auf unser Wohlbefinden hat, steigt die Nachfrage nach gesundem Licht kontinuierlich an.

Um die Nachfrage zu befriedigen, erschienen vor einigen Jahren Steuerungssysteme wie DALI (Digital Addressable Lighting Interface), KNX oder EnOcean auf dem Markt.

Der Controller steuert individuell die LED

Viele Beleuchtungshersteller haben das Wachstumspotential des Marktsegments bereits erkannt, darunter auch Synergy 21, ein in Germering bei München ansässiger Hersteller energieeffizienter LED-Beleuchtungsanwendungen. Neben den Steuerungssystemen und handelsüblichen LED-Leuchten präsentierte Synergy 21 eine Variante des sogenannten gesunden Lichts auf der Light+Building in Frankfurt 2016. Mit dem Controller Portaluce 3653 können die Nutzer das Licht individuell nach der Idee des Human Centric Lightings selbst steuern oder automatisch steuern lassen. Zusätzlich ist die Lösung mit zahlreichen Komponenten der ALLNET Gebäudesteuerung erweiterbar.

Der Portaluce3653 ist ein Fünf-Kanal-Controller, der als Master-Slave-Unit agiert und es ermöglicht, die angeschlossene Beleuchtung direkt über das Netzwerk per LAN oder WLAN zu steuern. Hierfür befinden sich am Master, der Schaltplatine, drei getrennt steuerbare Ausgänge sowie drei Taster-Eingänge. Mit der zuverlässigen Zeitsteuerung lassen sich Farbprogramme sowie warm- und kaltweißes Licht individuell an den Biorhythmus des Menschen anpassen. Human Centric Lighting nimmt sich hierbei das natürliche Tageslicht als Vorbild. So können Tages- und Nachtzeiten adaptiert und menschliche Bedürfnisse unterstützt werden.

Beispielsweise lässt sich morgens mit dualweißen LED-Stripes kaltweißes Licht im Schlafzimmer einschalten. Die aktivierende Wirkung der kühleren Lichttemperatur hilft den Menschen dabei, morgens besser in den Tag zu starten. Die Lichtsteuerung lässt sich außerdem mit Elementen der Gebäudeautomation verbinden: Eine Sensor-Erweiterung, wie beispielsweise die von Synergy 21 angebotene Kombination aus einem IP-Thermometer (ALL3418) und einem Helligkeits- (ALL4432) oder Temperatursensor (ALL3018) bieten eine selbstständige Schaltung des Lichtes abhängig von äußeren Einflüssen wie Helligkeit, Sonneneinstrahlung, Temperatur oder Luftfeuchte.

Das Licht verändert sich im Laufe des Tages

Zusätzlich lassen sich auch die Dimm-Funktionen zeitlich steuern, sodass der Nutzer durch angenehmes, Tageslicht imitierendes Licht geweckt wird. Im Laufe des Vormittags wandelt sich die Beleuchtung von kaltweißem zu neutralweißem Licht. Erst am späten Nachmittag soll die Wohnung warmweiß beleuchtet werden, um dann am Abend, ähnlich wie beim natürlichen Sonnenuntergang, ins Rötliche wechseln. Diese Lichtfolge gewährleistet eine optimale Aktivierung zu den jeweiligen Tageszeiten. Gerade im gewerblichen Bereich wird gerne neutral- oder kaltweißes Licht eingesetzt, um die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit am Arbeitsplatz zu erhöhen. Die und sorgen so für eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit.

Die sogenannte Bluestop-Technik reduziert bereits durch eine spezielle Änderung in der Fertigung die blaue Strahlung und ermöglicht so eine besonders angenehme warme Lichtfarbe, die gerade in den Abendstunden eine positive Wirkung auf den Tag-Nacht-Rhythmus hat. Auch Synergy 21 ist der Bluestop Initiative beigetreten und wird in Zukunft alle unterstützten Produkte mit dem Bluestop-Label versehen, um die Verbraucher über die Vorteile der Technologie zu informieren und so auch im privaten Bereich für angenehmes Licht zu sorgen. Um den modernen LED-Controller noch flexibler zu gestalten, entwickelte Synergy 21 die sogenannte Master-Einheit des Portaluce3653 kompatibel zur MSR-Produktfamilie (Messen-Steuern-Regeln) und synchronisierbar zu weiteren Schalteinheiten.

Einbau in engen Umgebungen

Der Slave, die mit Strom versorgende Einheit, wurde bewusst als unabhängiger Bestandteil der Steuerplatine gewählt, um eine Reichweite von bis zu 20 m mit Kabeln des Typs CAT3 oder CAT5 zu gewährleisten. So entgeht man den Problemen der Vorgänger-Version, bei der ein Einbau in engen Umgebungen nur schwer realisiert werden konnte. Der Controller kann nun auch in kleinen Öffnungen positioniert werden und bietet so eine möglichst einfache und schnelle Montage. Zusätzlich besteht die Möglichkeit an jeden Ausgang des Masters mit einem Hub bis zu acht Slaves = max. 24 Slaves pro Master anzubinden.

Die Slave-Unit nimmt einen Strom von bis zu 10 A bei 12 V/24 V auf und gibt bis zu 7 A pro Kanal ab. Der leistungsstärkste dualweiße LED-Streifen mit 168 W benötigt bei 24 V genau 7 A. Ein weiterer LED-Streifen mit 24 W benötigt bei 24 V einen Strom von 1 A. Eine Besonderheit des Controllers sind die fünf Kanäle, die sowohl RGB als auch warm- und kaltweiß ausgeben. Das Licht lässt sich individuell an den Nutzer anpassen, unterstützt den Tag-Nacht-Rhythmus und geht auf Stimmungen ein.

Durch die Reichweite und die galvanisch getrennten Ausgänge des Portaluce-Controllers lassen sich unterschiedliche Lichtverhältnisse selbst in getrennten Räumen sicher und nach individuellen Wünschen steuern. Ob im Wohnzimmer ein warmweißes Licht leuchten soll oder in der Küche eher kühle Töne: für den LED-Controller sind das keine Probleme.

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