Encoder in der Messtechnik Eine gefühlvolle Haptik bei einem Oszilloskop

Autor / Redakteur: Helge Marek * / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Bei der Oszilloskop-Serie R&S RTO hat Rohde & Schwarz viel Wert auf eine einheitliche Haptik gelegt, wenn Messtechniker an den Drehschaltern drehen. Dahinter steckt der Encoder E33.

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In der Oszilloskop-Serie RTO von Rohde & Schwarz sind die Encoder der Baureihe E33 verbaut. Sie garantieren eine gleichmäßige Haptik bei der Eingabe.
In der Oszilloskop-Serie RTO von Rohde & Schwarz sind die Encoder der Baureihe E33 verbaut. Sie garantieren eine gleichmäßige Haptik bei der Eingabe.
(Elma)

Eigentlich ist es simple Physik: Wer an Drehschaltern mit kleineren Knöpfen dreht, hat eine geringere Hebelwirkung als jemand, der an größeren Knöpfen dreht. Der Kraftaufwand ist unterschiedlich und daraus ergibt sich eine andere Haptik. Diesen Unterschied wollte der Münchner Messtechnikexperte Rohde & Schwarz beim Oszilloskop R&S RTO gerne ausgleichen.

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Die Produktvarianten des E33 im Überblick
  • 16 oder 32 Positionen
  • Vertikale oder horizontale Montage
  • THT- oder SMT-Reflow (Vakuum-Bestückung)
  • Lebensdauer: Bis zu einer Mio. Umdrehungen
  • Tastkraft 3, 6, 10, 14 N oder ohne Drucktaste
  • Rastmoment 0.5, 1.0, 1.5, 2.0, 2.5, 3.0, 3.5, 4.5 Ncm oder ohne Rastung
  • Frontplattendichtung nach IP60 oder IP68
  • Vergoldete Kontakte
  • Zentralbefestigung mit oder ohne Gewinde
  • Mit oder ohne montierter Achse
  • Betriebstemperaturbereich: -40 bis 85 °C

Die Erfahrung zeigt, dass eine unterschiedliche Haptik nicht wertig wirkt und stört. Ein entsprechender Encoder muss diese Unterschiede ausgleichen können. Neben den unterschiedlichen Drehmomenten waren zudem Drucktastenfunktionen gefragt, die ebenso viel Spielraum bei der Tastkraft anbieten sollte. Bei Elma Electronic wurden die Münchner schließlich fündig. Das Konzept des E33 ist sehr flexibel. Für das Oszilloskop von Rohde&Schwarz konnte die Stärke ausgespielt werden. Die passenden Feineinstellungen gleichen die Unterschiede exakt aus.

Akustisches und haptisches Feedback

Überhaupt hat der E33 bereits ab Werk viele Leistungsanforderungen, die von Rohde & Schwarz gewünscht wurden, abgedeckt. Dazu gehören ein exaktes akustisches und haptisches Feedback, IP68-Schutz gegen Staub und Wasser oder die hohe Lebensdauer. Zudem ist der Encoder modular aufgebaut. Auch SMT, THT vertikal oder THT horizontal sind erhältlich. Alle Varianten bieten eine hohe Lebensdauer. Für eine Million Umdrehungen bleibt das Schaltgefühl gleich. Für Rohde & Schwarz waren das entscheidende Leistungsmerkmale.

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Die Vielfalt und Zuverlässigkeit des Encoders geht einher mit vielen Leistungsmerkmalen, die kundenspezifisch angepasst werden können. Schon ab kleineren Stückzahlen bietet Bauart, Gewinde, Druckfunktion, Drehmoment, IP-Schutz, Achsen, Material, Geometrien, Längen kundenspezifische Optimierungen an. In Schritten von 0,5 Ncm steigerbare Drehmomente von 0 bis 4,5 Ncm und ein Spielraum beim Kraftaufwand der Tastfunktion von 3, 6, 10 oder 14 N decken seine Bandbreite ab. Und der Einsatzbereich endet nicht in der Mess- und Regeltechnik. Feinste Einstellungen sind möglich: ob mit Handschuhen bedient und eine klare Rückmeldung geben muss oder ob er im Messbereich feinste Einstellungen verarbeitet.

Encoder für die Luftfahrt

Die heutigen E33 haben sich stark verändert: Technische Verbesserungen wurden regelmäßig eingearbeitet. Dank Fortschritte bei Material und Fertigungen vervierfachte sich die Lebenserwartung. Außerdem werden die Encoder in anderen Varianten sogar in Anwendungen aus der Schwer- und Rüstungsindustrie verbaut. Einsparung bei Gewicht und Platz machen sich gerade im Luftfahrtbereich bezahlt.

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Dieser Autorenbeitrag ist in der Printausgabe ELEKTRONIKPRAXIS Sonderheft Elektromechanik I erschienen. Diese ist auch als kostenloses ePaper oder als pdf abrufbar. Oder: Bestellen sie das Probeabo mit drei kostenlosen Ausgaben!

Für die Luftfahrt sind weitere Encoder-Varianten erhältlich. Der Dual-Encoder E37 bietet die Qualitätsmerkmale des E33, verfügt aber über zwei statt nur einer Achse. Damit vereint er die Einstellmöglichkeiten zweier Encoder. Diese Eigenschaft ist im Cockpitbereich sehr gefragt. Der Schalter ist als Eingabeinterface in der Regel das erste, was ein Nutzer am Produkt anfasst. Und den ersten Eindruck kann man bekanntlich nie mehr korrigieren. Seine Lebensdauer von über einer Million Umdrehungen bei konstantem Drehmoment gewährleistet, dass der erste Eindruck beim Kunden auch über die gesamte Produktlebensdauer erhalten bleibt.

* Helge Marek arbeitet in der Unternehmenskommunikation bei Elma Electronic.

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