Oszilloskop-Messtechnik, Teil 5

Eine Echtzeit-Bandbreite von 100 GHz ist ein Rekord

| Redakteur: Hendrik Härter

Echtzeit-Bandbreite von 100 GHz und eine Abtastrate von 240 GS/s: Der LabMaster 10-100Zi von Teledyne LeCroy stellt einen neuen Rekord auf.
Echtzeit-Bandbreite von 100 GHz und eine Abtastrate von 240 GS/s: Der LabMaster 10-100Zi von Teledyne LeCroy stellt einen neuen Rekord auf. (Teledyne LeCroy)

Pünktlich zur electronica 2014 stellte der Messtechnik-Spezialist Teledyne LeCroy sein neues Flaggschiff vor: Den LabMaster 10-100Zi mit einer Echtzeit-Bandbreite von 100 GHz. Zudem bietet das Gerät eine Abtastrate von 240 GS/s.

Die 100-GHz-Technik wurde erstmals im Juli 2013 der Öffetnlichkeit gezeigt und 2014 schon auf den Schlüsslmessen DesignCon, OFC und ECOC ausgestellt. Die Technik im LabMaster 10-100Zi ermöglicht es erstmalig, auch die schnellsten Phenomäne zu analysieren und zu verstehen, mit denen Forscher und Entwickler bei der Entwicklung von Kommunikationssystemen der nächsten Generation konfrontiert sind.

So setzte das Messgerät der Kommunikationshersteller Alcatel-Lucent ein, um einen Coherent Optical Receiver mit großer Bandbreite vorzustellen und der in der Lage ist, ein QPSK-Signal mit 160 GBaud zu erfassen.

„Da wir an neuen Wegfen arbeiten, um die Datenmenge zu erweitern, die in zukünftigen optischen Kommunikations-Netzwerken übertragen werden kann, haben wir den Prototyp eines Systems mit Rekordgeschwindigkeit 160 GBaud QPSK vorgeführt. Die 100-GHz-Bandbreite und 240-GS/s-Abtastrate waren ein Schlüssel zur erfolgreichen Herstellung dieses Systems“, sagt Dr. Peter Winzer von Bell Labs, dem Industrieforschungs-Ableger von Alcatel-Lucent. „Wir sind sehr froh darüber, dass Teledyne LeCroy die Oszilloskop-Technik soweit gebracht hat, dass die Bandbreite nicht mehr der begrenzende Faktor in unserer Forschung darstellt. Es übertriftt sogar die Bandbreite der Transmitter und O/E-Konverter in unserem Receiver.”

Ein Oszilloskop für die schnellsten Signale

Einsatzszenarien für das Hochleistungsscope gibt es viele: Ob man an Kommunikationstechniken arbeitet, die Bitraten im Terrabit-Bereich ermöglichen, die schnellsten und kraftvollsten Laserpulse analysiert oder an der Datenübertragung mit extrem schnellen NRZ- oder PAM4-Signalen. Der LabMaster 10-100Zi basiert auf der modularen Plattform des LabMaster 10 Zi. Mehrere Erfassungsmodule des LabMaster 10 Zi werden mit dem Master-Steuermodel betrieben und ermöglichen bis zu 20 Kanäle mit je einer Bandbreite von 100 GHz.

Erstes Echtzeit-Oszilloskop knackt 60-GHz-Marke mit der Silizium-Technologie

Labormesstechnik

Erstes Echtzeit-Oszilloskop knackt 60-GHz-Marke mit der Silizium-Technologie

20.02.12 - Auf Basis der 8HP Silizium-Technologie lassen sich mit dem LabMaster 10Zi auf bis zu 20 Kanälen Bandbreiten mit 36 GHz und 80 GS/s erreichen. Für 50 und 60 GHz wird zusätzlich noch DBI eingesetzt. Damit hat LeCroy einen neuen Meilenstein in der Messtechnik gesetzt. lesen

Der LabMaster 10-100Zi kann mit Software Paketen ausgestattet werden, die nahtlos in das Oszilloskop integriert sind. Die schnellsten Signale erfordern meistens benutzerdefinierte Analysen. Aus diesem Grund ist der LabMaster 10-100Zi serienmässig mit dem XDEV Paket ausgestattet, das es ermöglichst, individuelle MATLAB Skripte direkt ins Gert zu integrieren. Für die komplette Analyse von komplexen kohärent-optischen Signalen steht ein spezielles Paket zur Verfügung. Signale wie DP-QPSK und DP-16 QAM lassen sich mit der LinQ-Optical-Modulation analysieren. Und mit dem Paket SDAIII-CompleteLinQ lassen sich Augendiagramme, Jitter und Rauschen auf bis zu 4 Kanälen gleichzeitig analysieren und auswerten.

Schnelle Phänomene erfassen und charakterisieren

Um Phänomene, die mit den kürzesten Zeitskalen auftreten, wissenschaftlich zu untersuchen, sind schnelle Digitalisierungsgeschwindigkeiten notwendig. Bei 240 GS/s werden Daten mit Zeitintervallen von 4,17 ps erfasst. Das ist bis zu 50% schneller als der schnellste Digitizer auf dem Markt. Für Nutzer von Mehrkanal-Lösungen stellt die patentiere ChannelSync-Architektur des LabMaster 10 Zi sicher, dass die Kanäle hoch synchron sind: <130 fs Kanal-zu-Kanal Jitter.

Trotz größeren Wettbewerbs positive Entwicklung

Aktuelle Trends im Messtechnik-Markt

Trotz größeren Wettbewerbs positive Entwicklung

06.05.14 - Im ersten Quartal des Jahres 2014 befragte die Redaktion der ELEKTRONIKPRAXIS fünf Messtechnik-Hersteller nach aktuellen Entwicklungen, der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und auch nach Stärken und Schwächen. Der allgemeine Trend: alle sind mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage weitgehend zufrieden. lesen

Telekommunikations-Unternehmen investieren mit Hochdruck in die Entwicklung von Coherent-Optical-Technik mit QPSK- und QAM-Schemata. Um die Effizienz von Formaten wie DP-QPSK und DP-16QAM zu untersuchen, werden High-Speed-Digitizer benötigt. Demodulierte I-/Q-Signale lassen sich mit der Optical-LinQ-Software untersuchen. Alternativ auch offline mit benutzerdefinierten Skripten, die im Oszilloskop ablaufen.

Die Optical-LinQ-Software wurde zusammen mit Coherent Solutions Ltd entwickelt. Sie führt eine komplette optische Modulationsanalyse mit dem Oszilloskop durch. Die Option analysiert I/Q-Signale vom Receiver des Anwenders. Zudem enthält die Software eine Bibliothek aus Algorithmen für die Wiederherstellung von I/Q-Signalen, die im Anschluss mit einer Reihe von Darstellungsarten und Messungen analysiert werden können. Ein LabMaster 10 Zi Oszilloskop, ein Coherent Solutions QScope-RT-Receiver und die Optical-LinQ-Software stellen eine komplette OMA-Lösung dar.

Benutzerdefinierter MATLAB-Code

Mit verschiedenen benutzerdefinierten MATLAB-Skripten lassen sich Funktionen in die bestehenden mathematischen Abläufe integrieren oder als neue Funktionen in Optical-LinQ ergänzen, um Daten schon bei der Erfassung direkt zu analysieren. Eigener Code für DSP lässt sich in Echtzeit anwenden, um anschließend die Analyse in Augendiagramme, Konstellationsdiagramme und parametrsche Messungen umzusetzen. Es ist auch möglich, die MATLAB-Analyse offline durchzuführen. Die Daten können einfach über eine Fernsteuerung oder die Hochgeschwindigkeits-Schnittstelle LSIB auf einen PC übertragen werden.

Der LabMaster 10-100Zi ist ab sofort bestellbar und ist ab 868.000 Euro erhältlich.

Oszilloskop-Messtechnik – die Serie

Welche Vorteile ein Oszilloskop auf Basis von PXI-Express bietet

Oszilloskop-Messtechnik, Teil 1

Welche Vorteile ein Oszilloskop auf Basis von PXI-Express bietet

23.09.15 - Im Gegensatz zu einem klassischen Stand-alone-Oszilloskop in der Box lässt sich ein modular aufgebautes Oszilloskop auf Basis von PXI-Express den Messanforderungen anpassen. lesen

Das Oszilloskop begleitet bei der Schaltungsentwicklung

Oszilloskop-Messtechnik, Teil 2

Das Oszilloskop begleitet bei der Schaltungsentwicklung

23.09.15 - Das Flaggschiff von Rohde & Schwarz ist das RTO1044 mit einer Bandbreite von 4 GHz. Mit dem Gerät lassen sich Fehler in Signalen aufspüren. Kombiniert mit passendem Zubehör sind außerdem umfassende EMV-Analysen möglich. lesen

Der Hardwaretrigger mit 160 Bit für sporadische Ereignisse

Oszilloskop-Messtechnik, Teil 3

Der Hardwaretrigger mit 160 Bit für sporadische Ereignisse

24.09.15 - Sporadische Ereignisse sollen sich mit einem Hardwaretrigger mit einer Triggerlänge von 160 Bit aufspüren lassen. Keysight bietet in seiner V-Serie zudem noch einen InP-Chipsatz, um zwei Kanäle mit 63 GHz zu ermöglichen. lesen

Tektronix bietet eine analoge Echtzeit-Bandbreite von 70 GHz

Oszilloskop-Messtechnik, Teil 4

Tektronix bietet eine analoge Echtzeit-Bandbreite von 70 GHz

25.09.15 - Tektronix meldet sich mit einem High-End-Oszilloskop und einer Bandbreite von 70 GHz zurück. Das Messgerät punktet durch Signaltreue, Kanalskalierbarkeit und eine kompakte Baugröße. lesen

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43059066 / Messen/Testen/Prüfen)