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Pinoccio Ein tratschender Mikrocontroller für das Internet der Dinge

| Redakteur: Peter Koller

Ein Mikrocontroller-Ökosystem namens Pinoccio soll die Entwicklung von Anwendungen für das Internet der Dinge drastisch vereinfachen – durch Energieeffizienz und einfache Kommunikation mit dem Web.

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(Pinocc.io)

Pinoccio wurde von den beiden US-Entwicklern Eric Jennings und Sally Carson im Herbst 2012 gegründet. Auf der Crowdsourcing-Plattform Indiegogo überzeugte das Konzept der beiden so sehr, dass statt der erhofften 60.000 US-$ mehr als 105.000 US-$ zur Finanzierung der Produktion zusammen gekommen sind.

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Pinoccio ist ein Ökosystem, bestehend aus einer sehr energieeffizienten Mikrocontroller-Platine sowie einer Programmierschnittstelle zur einfachen Drahtlos-Kommunikation mit dem Web. Die Plattform ist kompatibel zur Arduino-Plattform, so dass deren Software-Entwicklungstools genutzt werden können.

Hauptanwendungsgebiet für Pinoccio sollen drahtlose Mesh-Netzwerke sein. Mesh-Networks zeichnet aus, dass jedes Objekt in dem Netz nicht nur seine eigenen Nachrichten sendet, sondern auch alle Nachrichten weitergibt, die von anderen Objekten empfangen werden, das sogenannte Gossiping ("Tratschen").

Das Board basiert auf einem Atmel ATmega256RFR2 mit integriertem Funk im 2,4-GHz-Band nach dem 802.15.4 Wireless Standard. Auf diese Weise kommunizieren die Pinoccio-Objekte im Mesh miteinander. Über ein zusätzliches WLAN-Modul kann eine Kommunikation der Mesh-Objekte mit dem Web erfolgen. Für eine unabhängige Stromversorgung sorgt ein per USB aufladbarer Lithium-Polymer-Akku mit 550mAh. Je nach Konfiguration kann ein Modul damit bis zu mehrere Monate aktiv sein. Mit an Bord sind weiterhin eine RGB-LED sowie ein Temperatursensor. Dabei ist das Board mit etwa der halben Größe eines Arduino Uno sehr kompakt.

Später soll die Funktionalität mit Modulen ("Shields") für Beschleunigungsmesser/GPS, Bluetooth, Infrarot, Umweltsensorik, Solarzellen, Ethernet oder GPRS-Datenkommunikation erweitert werden.

Als mögliche Anwendungen nennt Pinoccio etwa drahtlose Sensornetzwerke, die Steuerung von Drohnen-Schwärmen oder die Möglichkeit, per 3-D-Druck erstellte Objekte mit Intelligenz zu versehen und so ins Internet der Dinge zu integrieren.

Die ersten Boards sollen im Juli dieses Jahres ausgeliefert werden, die Preise lagen auf Indiegogo bei 99 US-$ für ein Board mitsamt WiFi-Shield und 49 US-$ ohne die WLAN-Konnektivität.

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