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Ein Testsystem prüft eine Million Schaltzyklen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

In einem Dauertest für die funktionale Sicherheit mussten Experten in kurzer Zeit viele Prüflinge bei Temperaturen von -40 bis 85 °C testen. Es ließ sich eine Dauernutzung von zehn Jahren simulieren.

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Das System EOLT schaltet die Tasten der Bedienteile in einem Zeitraum von 60 Tagen ungefähr eine Million Mal.
Das System EOLT schaltet die Tasten der Bedienteile in einem Zeitraum von 60 Tagen ungefähr eine Million Mal.
(Bild: MCD)

In der modernen Elektronikindustrie gilt für Testsysteme normalerweise die Prämisse, in kürzester Zeit möglichst viele Prüflinge zu testen. Kurze Prüfzeiten und schnelle Softwareapplikationen sind deshalb für die Prüf- und Automatisierungsspezialisten der MCD Elektronik die Voraussetzungen bei der Entwicklung von kundenspezifischen Testsystemen.

Bei dem aktuell umgesetzten Lebensdauer-Prüfstand für einen Hersteller von robusten Bedieneinheiten für Schwerlast- und Spezialfahrzeuge, wurden diese Vorgaben jetzt intensiviert. Die modularen Mensch-Maschinen-Interfaces, die beispielsweise in Straßenbau-, Rettungs- und Reinigungsfahrzeugen oder auch in landwirtschaftlichen Maschinen zum Einsatz kommen, werden über einen Zeitraum von 60 Tagen im Dauerlauf getestet.

Durch die Steuereinheit MIO1616 aus der MCD Produktlinie „CONLINE“ wird die Steuerung der mechanischen und elektrischen Abläufe vollständig übernommen. Dabei werden die Tasten von bis zu sechs DUTs parallel betätigt und sämtliche Schaltvorgänge geprüft.

Es ergeben sich so ungefähr eine Million Schaltzyklen, die während der Prüfung in einer Klimakammer bei einer simulierten Umgebungstemperatur zwischen -40 und 85 °C abgearbeitet werden. So werden eine dauerhaft hohe Zuverlässigkeit und funktionale Sicherheit selbst bei rauen Witterungen garantiert.

Software übernimmt wesentlichen Teil

Reinhold Szegedi, Projektleiter bei MCD Elektronik, kommentiert die Besonderheit des Prüfsystems folgendermaßen: „Um den gesamten Lebenszyklus von circa zehn Jahren unter Dauernutzung schnellstmöglich zu simulieren, mussten wir innerhalb von fünf Sekunden die Spannung, den Stromverbrauch und die Umgebungstemperatur messen, die Funktion aller Tasten im gedrückten und losgelassenem Zustand prüfen und alle prüfungsrelevanten Parameter aus den sechs Prüflingen auslesen.“

Neben der mechanischen Adaption mit einem Handkabel samt geschirmtem Sechs-Pol-Steckverbinder übernimmt die MCD-Software den wesentlichen Anteil der Prüfung. Diverse Toolmonitore sowie die universelle Prüfsoftware „TestManager CE“ und das Analyse-Tool „DatenManager“ wurden kundenspezifisch für die Testsequenzen angepasst. Besonders war in die Implementierung der kundenseitig vorgegebenen Interfaces und Kommunikationsprotokolle „CANopen“, „J1939“ und „CANopen Safety“.

Dadurch wird die Datenübertragung zwischen den Standard-Geräten und -Steuerungen in den sogenannten „Heavy Duty Vehicles“ und die Übermittlung von nutzfahrzeugspezifischen Daten gesteuert, sowie die gesamte Kommunikation gemäß europäischen Normen abgesichert.

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