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Ein Rückensensor für Vielsitzer und Rückenleidende

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Ein spezieller Rückensensor erfasst und analysiert Haltung und Bewegung. Damit wollen die Entwickler des Sensors das Problem des Rückenleidens durch zu viel Sitzen in den Griff bekommen.

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Ein spezieller Rückensensor erfasst und analysiert Haltung und Bewegung. Über eine zugehörige App stehen dem Büroarbeiter passende Übungen zur Verfügung.
Ein spezieller Rückensensor erfasst und analysiert Haltung und Bewegung. Über eine zugehörige App stehen dem Büroarbeiter passende Übungen zur Verfügung.
(Bild: 8sense)

Arbeiten im Sitzen ist nicht gerade gut für unseren Rücken. Langes Sitzen verursacht Rückenschmerzen. Was liegt näher, als mit einem Sensor dem Schmerz entgegenzuwirken oder bestenfalls vorzubeugen? In Deutschland leiden 33 Prozent der Bevölkerung an chronischen Rückenschmerzen. Die Hauptursache liegt zumeist in der Einseitigkeit der Belastung. Ein Büromitarbeiter muss viele Stunden am Schreibtisch sitzen. Ein Montagearbeiter führt täglich die gleichen wiederkehrenden Bewegungen aus. Das hat zur Folge, dass Muskelgruppen überstrapaziert, andere dagegen unterfordert werden. Dazu kommt häufig ein Mangel an Bewegung, der die Entwicklung von Rückenleiden begünstigt. Viele Menschen schaffen nicht einmal 1000 Schritte am Tag.

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Ständiges Sitzen schadet dem Rücken

Der durchschnittliche Büroarbeiter sitzt mindestens acht Stunden am Arbeitsplatz. Der Weg zur Arbeit wird meist auch sitzend im Auto oder in der Bahn zurückgelegt. Pausen verbringt der Großteil ebenfalls im Sitzen und abends sieht es nicht besser aus. Abhilfe soll der Rückensensor bringen: dieser erfasst Haltungen und analysiert Bewegungen. Rückenschmerzen entstehen in der Regel nicht auf Grund einer einzelnen Ursache. Sie müssen ganzheitlich bekämpft werden. „Eine Besonderheit des Wearables ist das haptische Feedback“ erklärt Ralf Seeland von 8sense. „Wenn jemand zu lange in einer starren Haltung sitzt, erinnert der Sensor den Träger durch sanftes Vibrieren, seine Sitzposition zu verändern.“

Die Daten und das Verhalten können über die dazugehörige App – wenn gewünscht sogar in Echtzeit – visualisiert werden. Sie bilden die Grundlage dafür, da sind sich die Gründer einig, das eigene Verhalten überhaupt zu verändern. „Nur wenn mir ein Problem bewusst ist, bin ich auch in der Lage etwas zu ändern“ erzählt Ralf Seeland. Das ist auch der Grund, warum sie ihr Start-up „8sense“ genannt haben. Der „8. Sinn“ ist sozusagen ein virtueller Coach und Begleiter.

Der Coach besteht aus aus einem Alltags- und einem Trainingsmodul. Im Alltag gibt der 8sense-Clip direktes Feedback durch sanfte Vibrationsmuster bei einer zu langen starren Haltung und hilft dem Träger seine Position zu ändern und somit dynamischer zu sitzen. Der Coach visualisiert das Alltagsverhalten und hilft dem Träger sein Verhalten zu ändern. Er zeigt auf, wann es Zeit für ein paar Schritte oder eine Pause ist. 8sense bietet eine Vielzahl an Spielen an, die durch verschiedene Bewegungsmuster gesteuert werden können. Der Anwender kann sich mit Freunden und Kollegen vernetzen und gemeinsam oder gegeneinander spielen. So wird der Energielevel spielerisch gesteigert und Bewegungsarmut ist passé.

Der zusätzlich buchbare Trainings-Coach aktiviert die volle Power von 8sense. Basierend auf dem Alltagsverhalten schlägt der Coach individualisierte Übungen angepasst an die Bedürfnisse des Trägers vor. Über den Clip erhält der Anwender eine Rückmeldung während des Trainings: beispielsweise ob die Geschwindigkeit korrekt ist.

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