Fertigung von Eingabesystemen

Ein robusteres Touch-Display mit One-Glass-Solution

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Die nur 5 µm dünnen Indium-Tin-Oxide-(Indiumzinnoxid/ITO-)Leitungen lassen eine feine Touch-Auflösung und schmale Ränder zu. Ein OGS besteht aus verschiedenen Schichten: ITO-Elektroden, Durchkontaktierungspunkte, Isolationslagen und versilberte Verbindungsleitungen (Bild 2). Der Prozess muss wegen der komplexen und sehr feinen Struktur äußerst genau kontrolliert werden. Das Werk von Densitron in Shenzhen ermöglicht diese Genauigkeit und erzielt damit eine fast 100-prozentige Ausbeute.

10-Finger-Multi-Touch

Die Verbindungen zwischen den einzelnen Reihen- und Spalten-Elektroden werden außerhalb des aktiven Touchbereichs mit sehr schmalen versilberten Leitungen ausgeführt, die durch Carbon-Dots durchkontaktiert werden (Bild 3). Beim Design der OGS-Blende sollte genügend Platz für die Leitungsführung berücksichtigt werden. Herkömmliche P-Caps benötigen etwas weniger Platz für die Leitungen um die Sensorflächen herum, da die Leitungen auf zwei unabhängigen Schichten geführt werden und somit das Entflechtungsdesign einfacher ist.

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Gängige P-CAP-Controller-ICs werden zusammen mit dem Sensor auf einem Flachbandkabel montiert und können mit Treibern für Android, Microsoft und Linux angesteuert werden. Unterstützt wird bis zu 10-Finger-Multi-Touch. Als Schnittstellen stehen I²C oder USB zur Verfügung. Mit den 30- bis 68-Channel-Controllern können Displays auf P-CAP-Basis nicht nur mit dünnen Latex Handschuhen bedient werden, sondern auch mit dicken Wollhandschuhen. Wassertropfen oder Schmutz werden von der Auswertelogik ignoriert. Per Software lassen sich Parameter wie Empfindlichkeit, Bounce Detection (unabsichtliches mehrfaches Tippen) und die minimale Größe eines Fingers einstellen. Mit der Folge, dass die Bedienbarkeit auch im Freien und in rauen Umgebungen gewährleistet bleibt.

Der Vorteil des generischen Designs der Blende

OGS ist zwar ein kundenspezifisches Produkt, weil die Blende an das Produktdesign angepasst werden muss. Es gibt jedoch einige TFT- und P-CAP-Standardmodule mit einem einfachen generischen Design der Blende, bei dem nur die Ränder mit einem schwarzen Druckrahmen abgedeckt und die Größe und Form möglichst eng an das Displayformat angepasst werden. So kann man ein OGS-Modul einfach in ein Gerät integrieren und die hohen Initialkosten eines Custom Designs vermeiden. Alternativ kann man das Standarddisplay als Startpunkt für ein kundenspezifisches Design nutzen, was die Entwicklungskosten ebenfalls senkt.

P-CAP und besonders die One-Glass-Solution eignen sich auch für medizinische Anwendungen, da die damit möglichen schmutzkantenfreien Gerätefronten keine aggressiven Reinigungsmitteln in das Geräteinnere lassen. Handheld-Geräte eignen sich ebenfalls optimal für OGS, da Blende und Touch-Sensor nicht mehr als 1,2 mm dick sein müssen, sodass das Endprodukt durch ein viel schlankeres Design aufgewertet wird.

* Marc Corrigan ist Sales Director bei Densitron Deutschland in Hallbergmoos bei München.

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