Ein Roboter, der wie ein Mensch denkt

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Ninjabot testet Algorithmen auf Praxistauglichkeit

Zur Generierung der neuromorphen Algorithmen haben die Ulmer Wissenschaftler biologisch plausible Lernverfahren entwickelt, mit deren Hilfe die relevanten Informationen aus der Gesamtheit der sensorischen Daten herausgefiltert werden können. Jetzt wollen Neumann und Ernst mit ihren Doktoranden Christian Jarvers, Maximilian Löhr und Timo Oess herausfinden, wie praxistauglich und leistungsfähig die nach menschlichem Vorbild geschaffenen Algorithmen sind.

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Dafür werden sie auf der Roboterplattform implementiert und zunächst an einfachen Orientierungsaufgaben getestet. „Diesen Job hat nun der kleine Ninjabot: Ohne sich durch Nebengeräusche und Sichthindernisse irritieren oder ablenken zu lassen, soll er bestimmte visuelle und akustische Landmarken aufsuchen und einsammeln“, erläutern die wissenschaftlichen Mitarbeiter Löhr und Oess.

Gehirninspirierte Hardware kombiniert Prozessor und Speicher

Um die Algorithmen zu realisieren, kommen besondere Rechnerarchitekturen zum Einsatz. Bei dieser sogenannten gehirninspirierten Hardware sind Prozessor und Speicher nicht getrennt, wie dies bei herkömmlichen Rechnern der Fall ist. Vielmehr arbeiten diese vereint wie Neuronen und ihre synaptischen Verbindungen im Gehirn. Damit lassen sich die Daten wesentlich schneller und effizienter verarbeiten.

Wenn alles gut geht, wird sich der kleine Roboter Ninja Turtle unbehelligt von Störgeräuschen auch bei schwierigen Sichtverhältnissen seinen Weg zielstrebig durch das Labor bahnen, und dabei nur einen Bruchteil an Rechenkapazitäten und Speicherplatz verbrauchen wie herkömmliche Rechnerarchitekturen.

Für die nötige wissenschaftliche Ausstattung kooperieren die Wissenschaftler etwa mit IBM Research Almaden, die neuromorphe Chip-Architekturen aus dem Bereich Brain-Inspired Computing zur Verfügung stellen. Außerdem können die Wissenschaftler auf eine Hardware-Plattform aus dem EU-geförderten Human Brain Projekt zurückgreifen und über die Firma IniLabs zudem auf spezielle neuro-morphe Sensoren. Das Projekt ist Teil des "Neurorobotik"-Programms der Baden-Württemberg-Stiftung und wird mit 500 000 Euro unterstützt.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Elektrotechnik.de.

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