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Medizinelektronik Ein neues Leben mit der Michelangelo-Hand

Autor / Redakteur: Stefan Roschi * / Gerd Kucera

Das Zusammenspiel von Nerven, Sehnen und Muskeln machen die Hand zu einem Präzisionsinstrument. Ein Meilenstein auf dem Weg zur perfekten Nachbildung ist die Michelangelo-Hand mit Mikromotoren.

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Bild 1: Die Michelangelo-Handprothese ist vom Wiener Unternehmen Ottobock entwickelt worden und besitzt sieben Greifbewegungen, die der Nutzer durch Kontraktion seiner Stumpfmuskulatur ausführen kann.
Bild 1: Die Michelangelo-Handprothese ist vom Wiener Unternehmen Ottobock entwickelt worden und besitzt sieben Greifbewegungen, die der Nutzer durch Kontraktion seiner Stumpfmuskulatur ausführen kann.
(Bild: Ottobock)

Wer seine Hand durch ein tragisches Ereignis verliert, hat im Alltag zu kämpfen. Nichts ist wie zuvor und selbst kleine Dinge scheinen plötzlich unmöglich. Doch mit der Hightech-Prothese Michelangelo-Hand erhalten betroffene Personen ein grosses Stück Lebensqualität zurück. Und bürstenlose DC-Motoren von maxon spielen dabei eine wichtige Rolle.

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Die menschliche Hand ist ein Meisterstück der Natur und hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Mit ihr setzen wir kleinste Uhrwerke zusammen, werfen Bälle durch die Luft oder verständigen uns miteinander, wenn die Sprachbarrieren zu hoch sind. Umso schwieriger haben es Personen, die eine Hand etwa durch einen Unfall verlieren. Genau das ist Patrick Mayrhofer widerfahren. Seine Hände wurden bei einem Arbeitsunfall so stark verletzt, dass er sich kurz darauf für die Amputation seines linken Armes entschied.

Aber trotz dieses Schicksalsschlages hat sich der junge Mann nicht aus der Bahn werfen lassen. „Ich bin ein zielstrebiger Typ und wenn ich mir etwas in den Kopf setze, schaffe ich es auch.“ Eine Sonderbehandlung will er nicht. Und die hat er auch nicht nötig. Denn dank seiner neuen Handprothese meistert er praktisch jede Alltagssituation ohne Probleme.

Seine Prothese mit dem Namen Michelangelo-Hand ist vom Unternehmen Ottobock in Wien entwickelt worden. Sie verfügt über sieben Greifbewegungen, die der Nutzer durch Kontraktion seiner Stumpfmuskulatur ausführen kann. Somit wird zuvor Unmögliches plötzlich möglich: einen Teller auf der Handfläche balancieren, ein Ei aus der Verpackung nehmen, die Speisekarte halten und sogar eine Banane schälen. Oder wie es Martin Wehrle, ein weiterer Michelangelo-Anwender, sagt: „Bei vielen Bewegungen greife ich den Gegenstand einfach, ohne gross darüber nachzudenken.“

Um der menschlichen Hand möglichst nahe zu kommen, mussten die Ingenieure bei Ottobock viele Jahre tüfteln und die ganze Elektronik und Mechanik in der Prothese miniaturisieren. Dadurch ist sie gerade einmal 520 Gramm schwer und angenehm zu tragen.

Die Prothese wirkt nicht nur optisch natürlich, sondern fühlt sich auch so an - beispielsweise beim Händeschütteln. Dies dank des künstlichen Handgelenks, welches gedämpft beweglich ist. Für die Antriebe der Greifmechanik werden ein bürstenloser Motor des Typs EC 10 und eine angepasste Version des EC 45 verwendet.

Der erste Motor treibt den Daumen- und der zweite den Hauptantrieb mit Zeige- und Mittelfinger an. Ringfinger und kleiner Finger bewegen sich passiv. Der EC-Motor am Daumen mit seiner eisenlosen Wicklung ist zudem mit einer Schneckenwelle ausgestattet, die maxon motor speziell an die Wünsche von Ottobock angepasst hat.

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