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90 Jahre Beck Elektronik Ein Familienunternehmen in der 4. Generation

| Redakteur: Margit Kuther

Ein 90-jähriges Firmenjubiläum ist ein besonderer Grund zu feiern, denn es setzt eine jahrzehntelange, erfolgreiche Unternehmenskultur voraus. Mehr dazu verrät das Interview der ELEKTRONIKPRAXIS mit Beck Elektronik.

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Vier Generation Beck Elektronik: Die Geschäftsführer Dr. Dieter Beck und Alexander Beck, Patrick Beck und Senior-Chef Theodor Beck (v.l.n.r).
Vier Generation Beck Elektronik: Die Geschäftsführer Dr. Dieter Beck und Alexander Beck, Patrick Beck und Senior-Chef Theodor Beck (v.l.n.r).
(Bild: Beck Elektronik)

Beck Elektronik beschäftigt an fünf Standorten 160 Mitarbeiter und hat im Jahr 2014 in der Firmengruppe einen Umsatz von 65 Mio. Euro erwirtschaftet. Im Interview mit der ELEKTRONIKPRAXIS blickt Geschäftsführer Alexander Beck zurück auf die Anfänge, die Gegenwart und wagt einen Blick in die Zukunft.

ELEKTRONIKPRAXIS: Herr Beck, blicken wir zurück ins Jahr 1925. Wie hat alles angefangen?

Alexander Beck: Im Jahr 1925 begann mein Großvater, Gustav Beck, mit knapp 30 Jahren Werkzeugmaschinen zu verkaufen und zusätzlich schwere Hebezüge zu verleihen. In Richtung Elektronik ging es bereits ein Jahr später mit dem Vertrieb von Freileitungsmaterial, Isolatoren und allgemeiner Elektrokeramik. Zu dieser Zeit begann in Deutschland die flächendeckende Elektrifizierung. 1934 ergänzten noch Kunststofferzeugnisse wie Isoliermaterial-Hartpapier-Pressmassen und Formteile das Portfolio.

1936 startete der Elektrohandel mit dem Vertrieb von Kondensatoren. Ein wichtiges Standbein war der Verleih von Bausätzen von Phasenschieberkondensatoren an die Energieversorger. Ein cleverer Schachzug, denn die Energieversorger brauchten diese Bauteile, die Strom und Spannung in Phase bringen.

Wie entwickelte sich Beck Elektronik nach dem 2. Weltkrieg?

Nach dem 2. Weltkrieg nahm Gründer Gustav Beck wieder Kontakt mit seinem früheren Hauptgeschäftspartner Rosenthal, Technische Keramik, auf. In den 1950er Jahren kamen die gewickelten Drahtwiderstände, die Kohle- und Metallschichtwiderstände sowie Folien- und Keramikkondensatoren. Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre wurde die Röhre als Verstärkerbauelement durch die ersten Germanium-Transistoren und anschließend durch Silizium-Transistoren ersetzt. In den 1970er Jahren folgten die integrierten analogen Verstärker-ICs. Jetzt wurde auch die Produktpalette auf Elektromechanik und Steckverbinder erweitert und in den frühen 1980er Jahren durch Optokoppler und LC-Displays ergänzt. Passive Bauelemente, Optoelektronik, Displays und Elektromechanik – das ist die Grundlage und bis heute unsere Produktpalette.

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In den letzten Jahren haben sich die Produkte sehr verändert. Wie halten Sie Ihre Mitarbeiter auf aktuellem Stand?

Ja, Die Entwicklungen werden schneller und komplexer. Doch frei nach Gorbatschow: „Wer stehen bleibt, fällt zurück!“ Für unsere Mitarbeiter bieten wir ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm in Spezialkursen oder Seminaren bei Herstellern und Geschäftspartnern. Uns ist es wichtig, dass unsere Mitarbeiter interdisziplinär ausgebildet sind. So fördern wir es, wenn sich beispielsweise unsere Kaufleute auf dem Gebiet der Elektronik weiterbilden möchten. Sie können dann an einem IHK-Kurs teilnehmen, um einen Elektronikpass zu erhalten. Oder will sich etwa ein Ingenieur im Qualitätsmanagement oder in der Betriebswirtschaft weiterbilden, so unterstützen und fördern wir auch dies.

Schließlich ist die Komplexität der Prozesse in einem Distributionsunternehmen immens gestiegen. Zwischen technischem Vertrieb, Logistik und der kaufmännischen Abwicklung gibt es viele Schnittstellen, welche die Mitarbeiter im Blick haben müssen. Die zunehmende Globalisierung erfordert es, dass sich unsere Mitarbeiter auch mit Kunden in China unterhalten. Wir bieten deshalb schon seit Jahren wöchentlich Kurse in Chinesisch an, die gut angenommen werden. Unsere Mitarbeiter erhalten jedoch nicht nur Sprachkenntnisse, sondern auch einen Einblick in die chinesische Kultur, Mentalität und Denkweise.

Unsere Mitarbeiter sind uns sehr wichtig, ebenso wichtig ist uns soziales Engagement. Dazu unterstützen wir verschiedene karitative Organisationen im In- und Ausland. Wir achten sehr darauf, dass unsere Spenden auch bei den Bedürftigen ankommen. Viele Aktivitäten werden von unseren Mitarbeitern initiiert und finanziell unterstützt.

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