PCB-Design EDA-Software-Vertrieb mit Vergangenheit und Zukunft

Redakteur: Gerd Kucera

Zehn Jahre FlowCAD – der Münchner Lösungsanbieter rund um EDA-Software hat in der vergangenen Dekade die Zeichen der Zeit erkannt und daraus die richtigen Schlüsse gezogen.

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Die Firmenzentrale von FlowCAD in Feldkirchen ist im Unternehmensgebäude der Cadence Design Systems untergebracht.
Die Firmenzentrale von FlowCAD in Feldkirchen ist im Unternehmensgebäude der Cadence Design Systems untergebracht.
(Bild: FlowCAD)

Das Unternehmen hat sich stets auf die Kundenwünsche konzentriert. Die Frage „Was sind die zukünftigen Herausforderungen für europäische Firmen bei der Entwicklung von Elektronik?“ stand und steht stets im Vordergrund. Entsprechend wurde die Produktpalette erweitert, Dienstleistungen angeboten oder selbst etwas Individuelles nach Kundenwünschen programmiert.

FlowCAD ist kontinuierlich gewachsen

FlowCAD ist mit den steigenden Anforderungen des Marktes nach einem Angebot aus einer Hand gewachsen. Begonnen hat die Geschichte als PCB-Abteilung innerhalb von Cadence, die große Konzerne mit hohen technischen Ansprüchen betreut hat. Um auch kleinere Kunden individuell zu betreuen, wurde im Jahr 2003 die Gruppe ausgegründet und am 1. November 2003 nahm FlowCAD seine Geschäfte auf. Die damals definierten Unternehmensziele, sich auf die Kundenbedürfnisse im lokalen Markt zu konzentrieren, gelten noch heute und haben sich als sehr erfolgreich herausgestellt.

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Eine Kundenanalyse hatte damals ergeben, dass Kunden neben der PCB-Design-Software von Cadence (OrCAD und Allegro) auch noch Bedarf an anderen Lösungen hatten, die über das Angebot von EDA-Herstellern hinausgingen. Dies war beispielsweise ein CAM-Tool zur Überprüfung der Fertigungsdaten, dass sinnvollerweise nicht vom gleichen Anbieter kommt wie das Designtool, um gleiche Fehler beim Erzeugen und Prüfen von Daten zu vermeiden.

Durch intensive persönliche Gespräche mit den Kunden war dem Team von FlowCAD immer bewusst, wo aktuelle und zukünftige Herausforderungen in der Elektronikentwicklung lagen. FlowCAD hat meist erfolgreich diese Informationen in die Entwicklung der Produkte bei Cadence einfließen lassen und ist regelmäßig an der Produktplanung und Spezifikation beteiligt. Aber auch außerhalb von Cadence hat FlowCAD nach Lösungen für die Herausforderungen der lokalen Kunden gesucht. Für die Luftfahrt und Medizintechnik wurde eine Lösung zur FMEA- und MTBF-Berechnung gesucht und gefunden. Als Pionier im Bereich 3D-Integration hat FlowCAD mit NEXTRA seit Jahren eine Lösung im Portfolio, mit der eCAD- und mCAD-Daten von unterschiedlichen Herstellern integriert und Kollisionschecks, Faltungen von flexiblen Leiterplatten und Luft- und Kriechstreckenanalysen durchgeführt werden können.

Da viele Kunden in immer kürzerer Entwicklungszeit Ihre Designs erstellen müssen, steigt die Anforderung die Arbeitsabläuft zu parallelisieren. So wurde früher erst ein Prototyp erstellt und entsprechende Tests und Messungen durchgeführt, bevor es in einem Re-Design zu einem endgültigen Produkt wurde. Heute wird vieles schon während der Konzeption und Entwicklung simuliert, um diese Messungen virtuell durchzuführen. Hier bietet FlowCAD Simulationslösungen in den Bereichen Signal- und Powerintegrität, Thermo und Schaltungssimulation mit PSpice. Aber auch Boundary-Test und Protokoll-Testverfahren werden mit Lösungen von XJTAG und Teledyne LeCroy bereits frühzeitig im Entwicklungsprozess eingesetzt.

Da Cadence das Modell FlowCAD mit Fokus auf lokale Kunden als erfolgreich bezeichnet, wurde die Produktpalette auch um IC-Entwicklungstools erweitert. Der EDA-Spezialist aus Feldkirchen bietet somit im Bereich EDA eine durchgängige Lösung vom Chip über das Package bis zur Leiterplatte und den FPGAs.

Visionen für die Zukunft

Die nächste große Herausforderung bei der Mehrzahl der Kunden sieht FlowCAD in einer Anbindung von den eCAD-Entwicklungsprozessen an firmenweite Datenbanken. Diese Vernetzung mit mCAD- und kaufmännischen Projektdaten soll Entscheidungen bereits in der Entwicklungsphase optimieren. Durch entsprechende Vernetzung kann der Entwickler schon bei der Auswahl eines Bauteils Preise, Lieferzeiten und Verfügbarkeit berücksichtigen, da sie tagesaktuell in seiner Entwicklungsumgebung eingeblendet werden können. Hier bietet FlowCAD für unterschiedliche Ansprüche verschiedene Lösungen, vom CAD-FlowManager für kleine Unternehmen mit 5 bis 35 Entwicklern bis hin zur PLM-Lösung ENOVIA von Dassault Systems.

Die gleiche Sprache sprechen wie der Kunde

„Der Fokus auf die Bedürfnisse des lokalen Marktes bringt es auch mit sich, dass man die gleiche Sprache spricht“, konstatiert FlowCAD-Geschäftsführer Dirk Müller, „von der Firmenzentrale in Feldkirchen bei München werden Kunden in Deutschland und Österreich betreut. Für die Schweiz mit ihren drei Sprachen hat FlowCAD ein Büro in der Nähe von Zürich eröffnet. Da viele Kunden auch im Osteuropäischen Ausland Dependenzen haben, ist FlowCAD auch in Polen, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Südafrika präsent und kann dort in lokaler Sprache entsprechende Unterstützung anbieten.“

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