EDA-Library Management: vom Design bis zur Obsoleszenz

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Die steigende Bedeutung von Metadaten

Mit Metadaten sind Informationen gemeint, die im ersten Anlauf nichts mit dem elektrischen Design zu tun haben. Dazu gehören Informationen wie der Preis, das Gewicht oder ob ein Bauteil bleifrei ist. Diese Informationen müssen bei der Bauteilauswahl vom Entwickler berücksichtigt werden und sie entscheiden, ob er es einsetzen darf oder nicht.

Die globalen Märkte erfordern auch die Berücksichtigung von unterschiedlichen lokalen Gesetzen und Vorschriften. Es gibt Unterschiede bei RoHS in Europa und in China. In den USA gibt es die UL-Brandschutzverordnung.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Beim Anlegen eines neuen Bauteils in der Bibliothek müssen sinnvollerweise alle diese Metadaten erfasst und dem Entwickler über die Zentralbibliothek für die Bauteilauswahl zugänglich gemacht werden. Bei einigen Firmen sind es bis zu 30 zusätzliche Parameter, die für jedes Bauteil gepflegt werden müssen.

Neben den Freigaben für die Compliance-Prüfung sind für einige Produkte auch noch Informationen über die chemische Zusammensetzung von Bedeutung.

Enthalten die Bauteile Stoffe wie Zinn, Tantalum, Gold, Wolfram oder Gefahrenstoffe? Dann müssen Normblätter über die chemische Zusammensetzung vorhanden sein und für die Freigabe zusammen mit den Herstellerdaten für die Leiterplatte ausgegeben werden.

3D- und Simulationsmodelle sowie Alternativen

Fast alle PCB Layout Tools verfügen heute über eine 3D-Ansicht der Leiterplatte. Dies ist durch die schnelleren Computer ohne spezielle CAD-Grafikkarten für PCB-Entwickler möglich geworden. Um eine Leiterplatte in 3D anzuzeigen, müssen 3D-Modelle für die Bauteile bzw. für die Bauform vorhanden sein. In vielen Fällen reicht ein Modell für alle 0402-Bauteile aus.

Aber wenn es um präzisen Einbau in kleine Gehäuse mit minimalen Toleranzen geht, dann sind die Unterschiede der Gehäuse bei unterschiedlichen Herstellern bei gleicher Gehäusebezeichnung zu berücksichtigen. So kann es vorkommen, dass es mehrere 0402-Modelle in der Datenbank für die Bauteile gibt.

Die Modelle lassen sich entweder von den Webseiten der Hersteller oder Distributoren herunterladen oder sie werden mit speziellen Bibliotheks- bzw. mCAD-Tools erzeugt.

In heutigen Design Flows ersetzen PSpice-Simulationen an virtuellen Prototypen das Messen von manuell aufgebauten Bread Boards. Für Simulationen müssen keine Muster bestellt werden und Bauteilvariationen sind per Mausklick überprüfbar.

Zusätzlich lassen sich Werte für Stress von Bauteilen und MTBF / FMEA (Mean Time Between Failures / Failure Mode and Effects Analysis) leicht berechnen.

Für die PSpice- und Signalintegritäts-Simulation kommen Simulationsmodelle zum Einsatz, die auch in der zentralen Bibliothek verwaltet werden können und den Entwicklern so schnell zur Verfügung stehen.

Wenn ein Design erstellt und eine Stückliste ausgegeben wurde, dann ist es hilfreich, dass möglichst vielen Bauteilen ein funktions- und baugleiches Bauteil (Second Source) zugewiesen wird. Auf diese Weise kann der Einkäufer oder der Bestücker wahlweise das bessere Bauteil einsetzen. Besser kann in dem Fall die Lieferzeit, Verfügbarkeit im Lager oder der Preis bedeuten. Dann ist es auch weniger kritisch, wenn nach Fertigstellung des Designs ein Bauteil abgekündigt wird. Es ist also keine zusätzliche Prüfung der Stückliste oder der Designabsicht erforderlich.

(ID:45063506)