Vernetzte Beleuchtung Echtzeit-Überblick: 3.200 Lichtpunkte zentral über Dashboard steuern

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Dank Dashboard und Sensoren lassen sich in der fränkischen Stadt Herzogenaurach 3.200 Lichtpunkte vernetzen. Damit haben die Stadtwerke jederzeit einen Überblick und können bei Störungen eingreifen.

Firmen zum Thema

Vernetzte Beleuchtung: Alle 3.200 Lichtpunkte über ein zentrales Dashboard im Blick.
Vernetzte Beleuchtung: Alle 3.200 Lichtpunkte über ein zentrales Dashboard im Blick.
(Bild: Signify)

Wenn von der Smart City die Rede ist, dann in erster Linie die Straßenbeleuchtung mit LED gemeint. Die einzelnen Lichtpunkte lassen sich nicht nur mit LEDs ausstatten, sondern auch mit Sensoren und Funktechnik. Dann können die einzelnen Lichtpunkte untereinander kommunizieren und Informationen austauschen. Auch kann die Straßenleuchte als eine Ladestation für E-Autos dienen.

Jetzt hat Signify in der fränkischen Stadt Herzogenaurach 3.200 Lichtpunkte über sein Lichtmanagement-System Interact City vernetzt. Mit Interact City erhalten die Stadt und ihr Versorger in Echtzeit einen Überblick sowohl über ihr gesamtes Lichtnetz als auch über den Status jedes einzelnen Lichtpunkts.

Es geht hier nicht nur um Licht an oder aus: Das Licht lässt sich individuell und je nach Bedarf hinsichtlich Helligkeit und Beleuchtungsintensität anpassen. Mit der Software ist es möglich, für einzelne Leuchten oder Leuchtengruppen Zeitpläne an Jahres- oder Tageszeiten zu erstellen. Selbst eine kurzfristige Intervention auf aktuelle Ereignisse wie Veranstaltungen oder Unfälle ist möglich.

Angepasste Straßenbeleuchtung

In Herzogenaurach kommen zudem Sensoren an den Straßenleuchten zum Einsatz, die in das System eingebunden sind und beispielsweise die Anwesenheit von Personen erfassen. So lassen sie sich nachts auf ein Minimum herunterdimmen – werden automatisch heller, sobald sich jemand nähert.

Durch die Vernetzung der Leuchten geschieht das vorausschauend: Die an einem Fahrradweg aufgestellten Straßenlaternen registrieren etwa wenn sich Fahrradfahrer nähern und aktivieren bereits die nächsten Leuchten in der erfassten Bewegungsrichtung; wurden die Leuchten passiert und keine Bewegung mehr festgestellt, wird ihre Helligkeit wieder herabgesenkt.

Insgesamt kann die Stadt ihren Energieverbrauch mit den Optimierungsmöglichkeiten durch die intelligente Lichtsteuerung und der Umstellung auf effiziente LED-Beleuchtung um bis zu 75 bis 80 Prozent im Vergleich zu konventioneller Beleuchtung reduzieren. Das senkt Kosten und Emissionen mit einem um mindestens 500 Tonnen pro Jahr verringerten CO2-Ausstoß.

Alles läuft über ein Dashboard

Die mit Sensoren ausgestatteten Straßenleuchten passen sich ihrer Umgebung an.
Die mit Sensoren ausgestatteten Straßenleuchten passen sich ihrer Umgebung an.
(Bild: Signify)

Alle 3.200 Lichtpunkte lassen sich in Echtzeit überwachen und Wartungsarbeiten können datenbasiert im Vorfeld geplant werden. Liegt aber doch eine plötzliche Störung oder ein Ausfall vor, werden die Stadtwerke sofort benachrichtigt und können direkt reagieren, um ein Wartungsteam an die entsprechende Stelle zu schicken. Länger unbeleuchtete Zebrastreifen oder Straßenabschnitte gehören in Herzogenaurach so der Vergangenheit an.

Herzstück des Systems ist das Interact City Dashboard. Anwender erhalten über die Benutzeroberfläche eine Übersicht und intuitive Echtzeit-Steuerungsmöglichkeiten. Anwender können über das Dashboard suchen und auch das Thema Datensicherheit wird dank Cyber-Security-Zertifizierung berücksichtigt.

Zudem können Administratoren via APIs andere städtische Verwaltungssysteme integrieren. Denn dank der offenen Schnittstellen (APIs) kann Interact City die Beleuchtung mit weiteren sowie künftigen Mobilitäts- und Service-Anwendungen verknüpfen und so zur zentralen und zukunftsfähigen digitalen Infrastruktur der Stadt machen.

(ID:47541194)