Earth Overshoot Day 2020: Am 22. August sind die Ressourcen aufgebraucht

Redakteur: Gerd Kucera

Das Global Footprint Network und Schneider Electric mahnen zu einem umweltverträglichen Wirtschaften. Es gehe darum unseren Wohlstand zu fördern, aber nicht auf Kosten des Planeten. Der Handlungsrahmen für ressourcenschonenden Unternehmenserfolg „One-Planet Prosperity“ soll eine nachhaltige und lebenswertere Zukunft sichern.

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Der 22. August ist Earth-Overshoot Day: Das Global Footprint Network hat berechnet, dass an diesem Tag für das Jahr 2020 alle natürlichen Ressourcen, die innerhalb eines Jahres regeneriert werden können, bereits aufgebraucht sind.
Der 22. August ist Earth-Overshoot Day: Das Global Footprint Network hat berechnet, dass an diesem Tag für das Jahr 2020 alle natürlichen Ressourcen, die innerhalb eines Jahres regeneriert werden können, bereits aufgebraucht sind.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Mit dem Wort Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung beschrieben, bei dem eine dauerhafte Verwendung von Ressourcen unter Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit aller beteiligten Systeme gewährleistet wird. Vor allem von Lebewesen und Ökosystemen. Das Prinzip der Nachhaltigkeit stammt aus der Waldbewirtschaftung des 11. Jahrhunderts, sehr lange vor der Begriffslegung. Inzwischen ist das Attribut „nachhaltig“ in vielen Branchen und Lebensbereichen zu einer gern benutzten Marketing-Strategie geworden. Das internationale Partnerbündnis Global Footprint Network (GFN) berechnet den ökologischen Fußabdruck und publiziert jedes Jahr den Tag, an dem rechnerisch die Jahresressourcen der Welt aufgebraucht sind. Diesen Tag nennt die Organisation Earth Overshoot Day, der für das Jahr 2020 der 22. August ist. Der Schweizer Mathis Wackernagel hat die GFN 2003 mitgegründet und ist seitdem GFN-Präsident.

Der 22. August ist Earth-Overshoot Day. An diesem Tag sind für das Jahr 2020 alle natürlichen Ressourcen, die innerhalb eines Jahres regeneriert werden können, aufgebraucht. Und wenn auch das Datum in diesem Jahr „dank“ der Covid-19-Pandemie um etwa drei Wochen nach hinten gerückt ist, die mahnende Botschaft bleibt. Gerade in Zeiten, in denen die Hauptsorge vieler Menschen der eigenen Gesundheit und der Erholung der wirtschaftlichen Lage gilt, dürfen laut Schneider Electric die Kosten wirtschaftlichen Erfolgs nicht vergessen werden. Schneider Electric als Spezialist in Sachen digitale Transformation von Energiemanagement und Automatisierung will gemeinsam mit dem Global Footprint Network (GFN) auch in Krisenzeiten seine Anstrengungen für umweltverträglichen wirtschaftlichen Erfolg forcieren.

Eine gemeinsam von Schneider und GFN im Vorfeld des Earth-Overshoot Day veröffentlichte Online-Broschüre gibt unter dem Titel „Strategies for One-Planet Prosperity“ einen Rahmen dafür vor, wie Unternehmen auch in Zeiten von Klimawandel und Ressourcenbeschränkungen relevant bleiben können. Wohlstand ja, aber in Einklang mit den Ressourcen unseres Planeten. Wie erläutert wird, ist diese Doppelstrategie zum Ausbau langfristiger Wettbewerbsvorteile notwendig. Nur auf Wohlstand und Ressourcensicherheit zugleich ausgerichtete Unternehmen können auf Dauer wirtschaftlich erfolgreich und widerstandsfähig sein. Buiness-as-usual schadet langfristig nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Erfolg.

Ökologisch verträgliches Wirtschaften ist möglich und aktuell geboten

„Mit dem notwendigen wirtschaftlichen Aufschwung im Blick ist es für Unternehmer und Branchenführer an der Zeit, zu erkennen, dass es bei der Bereitstellung von ressourcenschonenden Produkten und Dienstleistungen nicht nur darum geht, Gutes zu tun, sondern darum, das zu tun, was für ihr Geschäft notwendig ist“, betont Mathis Wackernagel, Mitgründer und Präsident von Global Footprint Network.

Der One-Planet-Prosperity-Ansatz wurde im vergangenen Jahr von Schneider Electric und Global Footprint Network ins Leben gerufen. Dieses Jahr wollen die Partner zeigen, wie Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen nachhaltig und ressourcenschonend Wohlstand generieren, schon heute besser aufgestellt sind, um langfristig relevant zu bleiben.

Wie Studien von Schneider und GFN belegten, könnte das Datum des Earth Overshoot Day bereits um mindestens 21 Tage nach hinten verschoben werden, wenn 100% der bestehenden Gebäude sowie die Industrieinfrastruktur mit verfügbarer Technologie für Energieeffizienz und erneuerbare Energien ausgestattet würden (vorausgesetzt, dass sich die menschlichen Gewohnheiten nicht ändern). Das bedeutet, dass allein die energetische Nachrüstung einen Unterschied von drei Wochen ausmachen könnte. Die Ziele des Pariser Klimaabkommens ließen sich laut Schneider Electric damit schon deutlich vor 2050 erreichen. Und es gibt gute Beispiele, wie das auch heute schon gelingen kann: In der von Schneider und GFN veröffentlichten Online-Broschüre finden sich eine Vielzahl von nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen, die sich dem One-Planet-Prosperity-Ansatz verpflichtet haben.

Schneller verbraucht als die Natur erneuern kann

Der Earth Overshoot Day markiert den Tag, an dem alle natürlichen Ressourcen, die die Erde über das Jahr reproduzieren kann, endgültig verbraucht sind – einschließlich der Kapazität der natürlichen Ökosysteme, Kohlenstoffemissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe aufzunehmen. Dieses vergleichsweise spätere Datum spiegele eine Verringerung des globalen ökologischen Fußabdrucks um fast 10% seit Beginn des Jahres wider. Laut den Recherchen des Global Footprint Network resultiere diese Reduktion weitgehend aus einer Verlangsamung der Reise- und Bautätigkeit aufgrund der COVID-19-Beschränkungen. Die Kohlenstoffemissionen sanken um 14,5% und die Ernte von Waldprodukten ging um 8% zurück.

Olivier Blum, Scheider Electric: „Global Footprint Network ist eine internationale Nachhaltigkeitsorganisation, um u.a. auf den Klimawandel zu reagieren. Seit 2003 haben wir mit mehr als 50 Ländern, 30 Städten und 70 globalen Partnern zusammengearbeitet, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu liefern, die zu wirkungsvollen Politik- und Investitionsentscheidungen geführt haben.“
Olivier Blum, Scheider Electric: „Global Footprint Network ist eine internationale Nachhaltigkeitsorganisation, um u.a. auf den Klimawandel zu reagieren. Seit 2003 haben wir mit mehr als 50 Ländern, 30 Städten und 70 globalen Partnern zusammengearbeitet, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu liefern, die zu wirkungsvollen Politik- und Investitionsentscheidungen geführt haben.“
(Bild: Schneider Electric)

Doch ein Grund zum Aufatmen ist das nicht. Die Menschheit hat auch in diesem Jahr ihre Ressourcen etwa 1,6 mal schneller verbraucht als sie von der Natur erneuert werden können.

„Gemeinsam können wir von der uns aufgezwungenen COVID-19-Krise zu einer widerstandsfähigen und für alle verträglichen Zukunft gelangen“, sagt Olivier Blum, Chief Strategy and Sustainability Officer von Schneider Electric in Frankreich, „eine Schlüsselkomponente ist dabei die Verlagerung des Nachhaltigkeitsdiskurses von vorbildlich zu grundlegend notwendig. Dies kann dazu beitragen, den Grundstein für One-Planet Prosperity zu legen, die tragfähigste Strategie, die wir kennen.“

Die von Schneider Electric und GFN veröffentlichte Online-Broschüre ist vor allem als Denkanstoß für die Entscheidungsträger in Wirtschaft und Gesellschaft gedacht. Sie stellt grundlegende Fragen in Bezug auf Geschäftsstrategien und Wohlstandsgenerierung und möchte dazu anregen, wirtschaftlichen Erfolg immer in den Dienst eines langfristigen und nachhaltigen ökologischen wie gesellschaftlichen Wohlergehens zu stellen.

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