Akkusicherheit E-Mobility im Härtetest – SGS nimmt Batterie-Prüfzentrum in Betrieb

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Die SGS-Gruppe Deutschland hat in München offiziell ihr neues Battery Testhouse eröffnet. Die weltweit aktive Prüf- und Zertifizierungsgesellschaft wird dort künftig die Lithium-Ionen-Akkus von Elektrofahrzeugen umfangreichen Härtetests unterziehen – sie durchschütteln, quetschten sowie Staub, Hitze und Salznebel aussetzen.

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Rundum-Blick ins Labor: Im Battery Testhouse der SGS werden Akkus für E-Cars auf mehr als 30 Testständen auf ihre Sicherheit und Leistungsfähigkeit geprüft
Rundum-Blick ins Labor: Im Battery Testhouse der SGS werden Akkus für E-Cars auf mehr als 30 Testständen auf ihre Sicherheit und Leistungsfähigkeit geprüft
(Bild: SGS Germany)

Mehr als 10 Mio. € wurden in das Testlabor investiert, mit dem das E-Mobility Prüfzentrum der SGS nun in vollem Funktionsumfang in Betrieb geht. Entstanden ist eine der modernsten Anlagen in Europa für unabhängige Sicherheits- und Funktionstests im Bereich der Elektromobilität.

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30 Teststände auf rund 2000 m2

Auf einer Fläche von rund 2000 m2 werden im Battery Testhouse die Traktionsbatterien auf mehr als 30 Testständen auf ihre Sicherheit und Leistungsfähigkeit geprüft, indem realistische Fahrzeugbedingungen simuliert oder Unfälle nachgestellt werden. Mit den verschiedenen Anlagen untersuchen die Prüfingenieure sowohl einzelne Zellen und Module als auch komplette Batteriepacks. Die Einsatzfälle reichen dabei vom Elektro-Fahrrad bis hin zum Lkw. Selbst Hochleistungsakkus mit einer Spannung von 1000 V, einer Länge von bis zu 2 m mit bis zu 500 kg werden auf den Prüfstand gestellt.

Geschüttelt, nicht gerührt

Kernstück des Battery Testhouse ist ein Shaker mit einer Schubkraft von 300 kN, auf dem Vibrationstests gefahren werden und der Schocks mit mehr als 50-facher Erdbeschleunigung erzeugen kann. In Kombination mit einer Klimakammer, die einen Temperaturbereich von –60 bis 160 °C simuliert, werden so extreme Belastungstests möglich. Andere Anlagen im Battery Testhouse gehen sogar noch weiter: In den fünf Spezialräumen für Sicherheits- und Abuseprüfungen werden unter kontrollierten Bedingungen so genannte Missbrauchstests an Akkus durchgeführt. Die Batterien werden überladen, gequetscht, fallen gelassen oder durch das Eindringen eines Metalldorns zerstört, um deren Sicherheit in diesen Situationen zu testen.

Batterien werden während der Tests betrieben und überwacht

Neben Fragen der Sicherheit liegt ein weiterer Fokus auch auf der Leistung, Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Antriebsbatterien. Die Zahl der möglichen Ladezyklen wird ebenso kontrolliert wie die Wechselwirkung mit äusseren Faktoren. So prüfen die Ingenieure der SGS auf den Messplätzen der Umweltsimulation etwa, wie sich die Lithium-Ionen-Akkus verhalten, wenn sie Salznebel, Spritzwasser oder Staub ausgesetzt werden. Alle Prüfeinrichtungen sind dabei so konstruiert, dass die Batterien während der Tests betrieben und überwacht werden können, um unter realistischen Bedingungen deren Leistungsfähigkeit untersuchen zu können. Auch die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) von Traktionsbatterien wird von der SGS in München untersucht. So kann das Labor alle relevanten Nachweise, etwa zur Einhaltung der Zuverlässigkeitsanforderungen (ISO 12405, ISO 16750, LV 124), des UN-Transport-Tests für Lithiumbatterien (UN 38.3) oder hinsichtlich individueller Spezifikationen der Automobilindustrie abbilden.

Lesen Sie dazu auch unser Interview mit Matthias Popp, Director Automotive der SGS-Gruppe Deutschland

SGS bietet weit mehr als nur Batterietests

Das Battery Testhouse ist allerdings nur ein Teil der Einrichtungen, mit denen die SGS-Gruppe am Münchener Standort namhafte Automobilhersteller und Zulieferer bei der Einführung von Elektro- und Hybridfahrzeugen unterstützt. Unter Federführung des SGS-TÜV Saar unterstützen die Experten auch in allen Fragen der Typenzulassung (Homologation) sowie der Integralen und Funktionalen Sicherheit von Kfz-Komponenten.

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