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E-Mobilität stellt Hersteller und Hochschulen vor Probleme

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Vielen Hochschul-Absolventen fehle es an der nötigen Qualifikation. In dem stark verschulten und immer weiter verkürzten Hochschul- und Ausbildungssystem sammeln sie Wissen, könnten das aber nicht verknüpfen und praktisch umsetzen – meint der Ingenieur und Personalberater Joachim Lang in seinem Gastbeitrag.

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Vielen Hochschul-Absolventen fehle es an der nötigen Qualifikation. In dem "stark verschulten und immer weiter verkürzten Hochschul- und Ausbildungssystem sammeln sie zwar Wissen, können dies aber nicht verknüpfen und praktisch umsetzen", kritisiert der Unternehmensberater und Ingenieur Joachim Lang.
Vielen Hochschul-Absolventen fehle es an der nötigen Qualifikation. In dem "stark verschulten und immer weiter verkürzten Hochschul- und Ausbildungssystem sammeln sie zwar Wissen, können dies aber nicht verknüpfen und praktisch umsetzen", kritisiert der Unternehmensberater und Ingenieur Joachim Lang.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Der von der Bundesregierung geplante Ausbau der Elektromobilität stellt Fahrzeug-Hersteller, Zulieferer und Personaldienstleister vor große Herausforderungen. Um die vorgesehene Stückzahl an Fahrzeugen zu produzieren und dafür nötige Technologien zu entwickeln, braucht es qualifizierte Fachkräfte, die der Markt nicht hergibt.

In seinem Gastbeitrag schreibt der Ingenieur und Personalberater Joachim Lang: "Dass das Ziel verfehlt wird, ist keine Überraschung. Denn es gibt gleich mehrere Aspekte, die schon bei der Formulierung des ehrgeizigen Plans gegen eine Ziel-Erreichung sprachen. [...] Für Elektrofahrzeuge und die neuen Konzepte der Mobilität brauchen wir nicht nur klassische Fahrzeugbauer, sondern vor allem Werkstofftechniker, Elektrotechniker und Elektroniker."

Vielen Hochschul-Absolventen fehle es jedoch an der nötigen Qualifikation. In dem "stark verschulten und immer weiter verkürzten Hochschul- und Ausbildungssystem sammeln sie zwar Wissen, können dies aber nicht verknüpfen und praktisch umsetzen", kritisiert Lang. Das betreffe nicht alle Studierenden, das Leistungs- und Bildungsniveau sei aber insgesamt gesunken.

Das habe auch für Ingenieur-Dienstleister und Personalvermittler Folgen. "Es geht nicht mehr allein darum passende Mitarbeiter zu finden oder zu vermitteln", heißt es in dem Beitrag. "Ein guter Dienstleister baut zusätzlich fachliches Know-how auf, entwickelt Projektgruppen zu Spezialgebieten und lehrt soziale Kompetenzen." Personalvermittler und Dienstleister seien darüber hinaus ein wichtiges Bindeglied zwischen Unternehmen und Hochschulen.

"Wenn ich weiß wen ich auf infrage kommende Absolventen ansprechen kann, ist das wesentlich erfolgversprechender, als wenn ich die Hochschule nur als Ganzes sehe und weiß: irgendwo da drin ist der neue Mitarbeiter, den ich suche", schreibt Lang aus der Sicht der Unternehmen.

Damit Fahrzeug-Hersteller und Zulieferbetriebe qualifizierte Absolventen und Bewerber gewinnen, müssten sie sich zudem als Arbeitgeber positiv und überzeugend darstellen. "Sie hierbei zu beraten, zählt mittlerweile ebenfalls zu den Aufgaben eines guten Dienstleisters."

Die Zeiten, in denen Personalvermittler nur aus einen Pool an Arbeitskräften schöpfen, seien vorbei. Auch sie müssten heute mehr leisten und als kompetenter Ansprechpartner auftreten. "Der regelmäßige Kontakt zu Arbeitgebern, potenziellen Bewerbern, Hochschulen und Ausbildungsstätten gehört dazu."

(ID:45107383)