E-Mobilität: Absatztrends in den globalen Automärkten

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Der Diesel erleidet dagegen in den ersten neun Monaten 2016 einen deutlichen Absatzrückgang und kommt nur noch auf einen Marktanteil 40,3 Prozent (Q1-3 2016: 46,5%). Im September wurden nur noch 36,3 Prozent Dieselfahrzeuge zugelassen. Fahrzeugkäufer entscheiden sich dagegen vermehrt für einen Benziner, deren Marktanteil auf 56,5 Prozent (Q1-3 2017: 51,7%) an den Neuzulassungen gestiegen ist.

Hierzu erläutert Bratzel: „Die Verschiebungen im Antriebsbereich stellen die Automobilhersteller zunehmend vor enorme Probleme. In Kombination mit den steigenden Verkäufen von SUV werden dadurch die CO2-Reduktionsziele von 95 Gramm CO2 pro Kilometer in 2021 gefährdet.“ Die CO2-Emissionen in Deutschland sind in den ersten 9 Monaten wieder um 0,3 Prozent auf jetzt 128 Gramm CO2 pro Kilometer angestiegen.

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Großbritannien kann seine E-Fahrzeugverkäufe ebenfalls steigern und setzt mehr als 35.400 Einheiten ab, 21 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auf die Plug-In-Hybride entfallen 69 Prozent, 31 Prozent der Verkäufe sind reine Elektrofahrzeuge. Letztere wachsen um 37 Prozent auf über 11.000 Einheiten. In Frankreich erhöhen sich ebenfalls die E-Auto Neuzulassungen signifikant auf 26.545 (+23%). Im Unterschied zu Großbritannien machen BEVs 71 Prozent der Elektroautoverkäufe aus, während auf Plug-in Hybride 29 Prozent entfallen.

Auch die Zahl der Vollhybride (HEV) steigt um über ein Drittel auf fast 57.400 Neuzulassungen. Das Dieselland Frankreich zeigt – ähnlich wie Deutschland - einen starken Rückgang der Neuzulassungen von Dieselfahrzeugen auf 48 Prozent in den ersten drei Quartalen 2017 (Q1-3 2017: 53%). Aufgrund der hohen Luftbelastung wird in Paris in den letzten Monaten heftig über Pläne zu Einfahrverboten von Dieselfahrzeugen diskutiert, wodurch auch dort die Verunsicherung bei Autokäufern weiter steigt.

Entwicklungstrends der E-Mobilität bis 2030

Die Elektromobilität wird in den nächsten zwei bis drei Jahren nur moderate Wachstumsraten in wichtigen Automobilmärkten realisieren können. Allerdings rechnet das CAM auf Basis einer Szenarioanalyse mit einer deutlichen Steigerung der Marktdynamik zu Beginn der 2020er Jahre. Ausschlaggebend sind die massiven Produktanstrengungen der Hersteller und das zu erwartende regulatorische Umfeld in zentralen Autoländern. Daher dürfen die derzeit vergleichsweise geringen Marktanteile nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein massiver Umbruch der Antriebstechnologien in den nächsten 10-15 Jahren bevorsteht.

Auf Basis der CAM-Szenarien werden die globalen Neuzulassungen von E-Autos bis zum Jahr 2020 nur moderat ansteigen und sich zwischen 2,5 Prozent (konservativ) und 6 Prozent (optimistisch) bewegen. Danach ist jedoch befeuert von einer breiten Produktoffensive globaler Hersteller von einem massiven Wachstum des E-Mobilitätsmarktes auszugehen. Im Jahr 2025 wird im optimistischen Szenario mit rund 25 Prozent bzw. 25 Millionen jährlich neu zugelassenen Elektro-Pkw gerechnet (konservativ: 12%). Diese könnten danach bis zum Jahr 2030 auf 40 Prozent bzw. rund 40 Mio. elektrisch angetriebener Pkw steigen (konservativ: 25%) (vgl. Abb. 3).

Ausschlaggebend für die Trendkurven sind Annahmen zu den Entwicklungen im politisch-regulativen Umfeld sowie im Hinblick auf die komparativen Wettbewerbsvorteile der Elektromobilität im Vergleich zum Verbrennungsmotor. Es wird insbesondere davon ausgegangen, dass sich die Herstellkosten für Benzin- und Dieselfahrzeuge im Zuge sich verschärfender Umweltregularien in den nächsten Jahren signifikant verteuern werden.

Gleichzeitig werden die Kosten für (reine) Elektrofahrzeuge vor allem durch günstigere Batteriezellkosten pro kWh deutlich sinken und technologische Innovationen insbesondere im Hinblick auf Reichweite und Ladedauer den Kundennutzen erhöhen. Voraussetzung der Szenarien ist auch eine entsprechende Dichte von (Schnell-)Ladeinfrastrukturen in den Kernmärkten China, Europa und USA.

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