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Dynamisches Tages- und Kunstlicht mit positiven Auswirkungen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Seit drei Jahren wird im Projekt Double Dynamic Lighting (DDL) untersucht, wie sich natürliches und künstliches Licht in Kombination auf den Arbeitsalltag auswirken. Erste Ergebnisse liegen jetzt vor.

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Die Auswirkungen von Tageslicht und Kunstlicht haben Forscher und Leuchtenhersteller untersucht. Mit einem Gütesiegel für die Lichtbranche soll der ganzheitliche Ansazt in der Lichtplanung unterstützt werden.
Die Auswirkungen von Tageslicht und Kunstlicht haben Forscher und Leuchtenhersteller untersucht. Mit einem Gütesiegel für die Lichtbranche soll der ganzheitliche Ansazt in der Lichtplanung unterstützt werden.
(Bild: Tridonic)

Licht spielt in unserem Alltag eine wichtige Rolle: Es ist zum einen das natürliche Tageslicht, das unseren Rhythmus bestimmt, und auf der anderen Seite ist es das künstliche Licht. Die dänische Aarlborg University Copenhagen untersucht seit 2018 zusammen mit Unternehmen der Beleuchtungstechnik, wie das Zusammenspiel zwischen dynamischen Tages- und Kunstlicht im räumlichen Kontext individuelle und unterschiedliche Arbeitsanforderungen unterstützen kann.

Das Forschungsprojekt Double Dynamic Lighting (DDL) legt die Richtlinien für die Beleuchtung eines komfortablen Arbeitsplatzes durch die Kombination von direktem und diffusem dynamischem Tages- und Kunstlicht fest.

Kombiniertes dynamisches Licht

Der neue Ansatz DDL wirkt sich positiv auf die wahrgenommene Atmosphäre, den Sehkomfort und das Engagement am Arbeitsplatz aus. Die Ergebnisse des Projekts zeigen Möglichkeiten für den Einsatz neuer Sensor- und Lichttechnologien, um die Beleuchtung an den Bedürfnissen des Menschen auszurichten.

Das Projektteam hat Vorschläge für Lichtszenen erarbeitet, die den natürlichen Verlauf des Tageslichts sowie aktuelle Himmelsbedingungen berücksichtigen. Durch die Untersuchung, wie eine responsiv arbeitende Lichttechnologie, die auf das Tageslicht reagiert und es ergänzt, Mensch und Natur verbinden kann, können die Erkenntnisse dazu beitragen, einen zukünftigen ganzheitlichen Designansatz zu bilden.

Dynamisches Licht untersuchen

Untersucht werden die räumlichen Gegebenheiten in einem dynamischen Lichtumfeld und deren Einfluss auf das Wohlbefinden der Nutzer. Praxisorientierte Designrichtlinien werden mit einer Reihe von Untersuchungen entwickelt, getestet und umgesetzt. Das geschieht sowohl in bestehenden Arbeitsumgebungen mit dynamischem Licht wie auch in Lichtlabors der Universität Aalborg sowie in interaktiven, dreidimensionalen Computermodellen.

Die Ergebnisse der Feldstudie zeigen, dass sich dynamische Lichteinstellungen, die auf die Dynamik des Tageslichts reagieren, durch eine Kombination von direkter und diffuser Beleuchtung definieren lassen. Es konnte nachgewiesen werden, dass sich DDL im Vergleich zur statischen Beleuchtung positiv auf die wahrgenommene Atmosphäre, den Sehkomfort und das Engagement am Arbeitsplatz auswirkt.

Generell wurde bestätigt, dass die Kombination von gerichtetem Arbeitslicht und diffusem Umgebungslicht, die auf Oberlichter und das gemessene Tageslichtniveau im Raum reagiert, den Vorzug vor der statischen diffusen Beleuchtung erhielt.

Gütesiegel für die Lichtbranche

Dynamische Lichteinstellungen lassen sich durch eine Kombination von direkter und diffuser Beleuchtung definieren. Im Zuge der Studie konnte gezeigt werden, dass sich DDL im Vergleich zur statischen Beleuchtung positiv auf die wahrgenommene Atmosphäre, den Sehkomfort und das Engagement am Arbeitsplatz auswirkt.
Dynamische Lichteinstellungen lassen sich durch eine Kombination von direkter und diffuser Beleuchtung definieren. Im Zuge der Studie konnte gezeigt werden, dass sich DDL im Vergleich zur statischen Beleuchtung positiv auf die wahrgenommene Atmosphäre, den Sehkomfort und das Engagement am Arbeitsplatz auswirkt.
(Bild: Tridonic)

Die Analyse der Interviews mit den Testpersonen zeigt, dass sie eine große Differenz im Sehkomfort wahrnehmen, wenn dynamisches und statisches Licht verglichen werden. Demnach wird ein hoher Sehkomfort erreicht, wenn es Lichtzonen mit direkten und diffusen Lichtkomponenten und ungleichmäßiger Lichtverteilung gibt. Die Industriepartner bringen ihr praktisches Anwendungswissen ein und arbeiten Hand in Hand mit der Universität.

Prof. Dr. Ellen Kathrine Hansen, Programmleiterin für Lichtdesign am Department für Architektur, Design & Medientechnologie, über die Studie: „Ziel der Studie ist es, durch einen gekonnten Methodenmix einen ganzheitlichen Ansatz für die Lichtplanung zu schaffen, der anschließend als Gütesiegel in der Lichtbranche funktionieren kann. Die Kombination aus biologischen, ästhetischen und funktionalen Aspekten soll die Grundlage für den Designprozess bilden.“

Video: Hintergrund zum Double Dynamic Lighting

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